Die Sehnsucht nach einem Sieger

Anlässlich des Jubels um den NBA-Triumph von Dirk Nowitzki ertappte ich mich selbst dabei, diesem Helden – wenn auch nur im Stillen – meine Verehrung zu zollen. Woher kommen solche Emotionen? Ich glaube, es deutet uns wieder einmal auf die Tatsache hin, dass der Mensch per Definition jemanden verehrt. Wir begehren danach, einen Sieger zu verehren. Schade, wenn es nur Sportler sind, deren Ruhm schon bald wieder verblassen wird. In diesem Zusammenhang fiel mir auch folgendes Bonhoeffer-Zitat wieder ein:

Wir sprechen in unserem Leben nicht gern von Siegen. Es ist ein zu großes Wort für uns. Wir haben in unserem Leben zu viele Niederlagen erlitten; zu viele schwache Stunden, zu viele grobe Sünden haben den Sieg immer wieder zunichte gemacht. Aber, nicht wahr, der Geist in uns sehnt sich nach diesem Wort, nach endlichem Sieg über die Sünde, über die bange Todesfurcht in unserem Leben. Und nun sagt uns Gottes Wort auch nichts von unserem Sieg, es verspricht uns nicht, dass von nun an wir siegen werden über Sünde und Tod, aber es spricht mit aller Macht davon, dass einer diesen Sieg errungen hat und dass dieser, wenn wir ihn zum Herrn haben, auch über uns den Sieg erringen wird. Nicht wir siegen, aber Jesus siegt.

Daher stammt unser Sehnen nach einem Sieger! Wohl dem, der Jesus kennt.

aus: Bonhoeffer, ausgewählte Werke, Bd. 4: aus einer Predigt zum Abendmahl am 26.11.1939 über 1. Kor. 15,55 – „Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?“

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