Christus allein

Es begann in einer Mittsommernacht

Heute findet die Sommersonnenwende statt, die besonders in den nordischen Ländern mit gewissen Bräuchen verbunden ist. Das hat mich an ein Buch erinnert, das ich in meiner Teenagerzeit gelesen habe. „Es begann in einer Mittsommernacht“ von Olav Gulvaag. Das besondere an diesem Buch ist das tragische Ende. Ich weiß noch heute, wie beeindruckt ich gewesen bin – und wie traurig. Ich konnte damals nicht verstehen, wie ein Buch nicht mit einem Happy End enden kann. Ich hatte durch das ganze Buch hindurch noch darauf gehofft, obwohl es immer düsterer wurde und sich ankündigte. Ich habe später sogar meine Lehrerin gefragt, ob sie schon mal ein Buch gelesen habe, das nicht mit einem Happy End endete…

Aber ich glaube, das Buch hat daneben meine Vorliebe für Norwegen geprägt. Übrigens stammen die Figuren Hermund und Sigrund Hove (Insider) aus diesem Buch. Hier eine kurze Buchbeschreibung:

„Olav Gullvaag gehört zu jenen bedeutenden skandinavischen Schriftstellern, denen es gelingt, Ursituationen menschlichen Erlebens in so schlichter und doch gültiger sprachlicher Form zur Darstellung zu bringen, dass sie einer großen Lesergemeinde verständlich werden. ´Es begann in einer Mittsommernacht´ ist eine groß angelegte und in jedem Zug überzeugend durchgeführte Tragödie, die vertieft ist bis zu den letzten ´Wurzeln, aus denen den Menschen ihr Schicksal wird.“

In einer Rezension auf Amazon.de heißt es:

„Es ist der Mythos des Nordischen, der auch in diesem Roman die Leser der verschiedenen Nationen verbindet und der die rührende und zugleich erschütternde Geschichte von True, der stolzen Großbauerntochter, und Grim, dem armen und tapferen Häuslerssohn, zum gemeinsamen Erlebnis werden lässt. Das Schicksal meint es hart mit diesem sozial so ungleichen Paar, das der Leser auf den friedlichen Wegen ihrer unermüdlichen Arbeit und auf den gefährlichen Pfaden, die sie ihr Lebenskampf führt, mit heißer Anteilnahme um ihr Glück ringen sieht.“

Das Buch, das 1937 erschienen ist, ist hier zum Spottpreis erhältlich (aber ich muss gestehen, dass ich heute nicht mehr die Zeit dafür verwenden würde)
Im Übrigen finde ich das Buch aus meinem jetzigen Standpunkt interessant, da es eine sehr pessimistische Stimmung des Lebens zeichnet und die Frage aufwirft, ob Gott alles lenkt oder wir einfach nur „Pech“ oder „Glück“ haben. Auch wenn ich als Teenager nicht bewusst darüber nachgedacht habe, weiß ich, dass ähnlich Fragen mich durchaus beschäftigt haben (auch wenn ich sie nicht formulieren konnte). Im Gegensatz zu den Pessimisten dürfen wir Christen immer wieder auch in Schwierigkeiten wissen, dass Gott gut ist und seine Gedanken höher sind als unsere. Deshalb gehört die Hoffnung auch zu den drei großen Begriffen neben Glaube und Liebe.

3 Kommentare

  1. Der Autor hatte Erbarmen mit seinen Romanfiguren (zumindest einigen) und mit uns LeserInnen – er schrieb zwei Jahre später eine Fortsetzung: „Im Licht der Gnade“. Wer das erste Buch gelesen hat, sollte das zweite unbedingt auch lesen – ist auch etwas kürzer!

  2. Ich habe dieses Buch auch als Teenager zum erten Mal gelesen. Seitdem immer wieder. Bin nun schon fast 60 und kenne dieses Buch inzwischen fast auswendig. Habe in meinem Leben tausende von Buechern verschlungen , aber dieses wird immer mein absoluter Favorit bleiben. Es gibt mir etwas was kein anderes Buch mir je gegeben hat. Eine Zuflucht von und Antworten auf viele Probleme im Leben !

    1. Liebe Lydia,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich teile deine Begeisterung, weil es dem Autor m.E. tatsächlich gelingt „Ursituationen menschlichen Erlebens in so schlichter und doch gültiger sprachlicher Form zur Darstellung zu bringen.“ Aber eine „Zuflucht von und Antworten auf viele Probleme“ konnte mir das Buch nie geben. Es gewährt zwar einen realistischen Blick in die menschlichen Empfindungen und Wirrungen des Lebens, aber es gibt keine wirkliche Antwort für mein persönliches Leben. Diese Antwort habe ich in der Bibel gefunden, z.B. im Buch Prediger im AT. Das Buch malt dem Leser ebenfalls sehr deutlich die Tragik des Lebens vor Augen. Doch der düstere Hintergrund des Buches führt immer wieder zum Licht, d.h. zu Gott, dem Geber aller guten Gaben. Deswegen ist es auch möglich, dass der Prediger so abrupt jeweils vom Pessimismus zum Genießen überwechselt. Er ignoriert nicht die Probleme, sondern bringt stattdessen Gott ins Spiel und erkennt, daß alles aus der Hand Gottes kommt.
      So lautet z.B. die Schlussfolgerung des Predigers in Kapitel 2,24-25 (nachdem er festgestellt hat, dass jeder menschliche Versuch, glücklich zu werden, misslingen muss):

      „Ist es dann nicht besser für den Menschen, daß er esse und trinke und seine Seele Gutes genießen lasse in seiner Mühsal? Doch habe ich gesehen, daß auch das von der Hand Gottes abhängt. 25 Denn: »Wer kann essen und wer kann genießen ohne mich?«

      Die Beziehung zu Gott gibt mir eine realistische Zuflucht und wirkliche Antworten auf die Probleme des Lebens! Vielleicht kommt dieser Aspekt ja im Folgeband „Im Licht der Gnade“, den ich gerade erst angefangen habe zu lesen, noch stärker zum Ausdruck.

      LG, Waldemar

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