Die Selbsterkenntnis des Sünders

Warum fehlt heute bei so vielen Christen der innere Antrieb? Warum ist es so schwer, sich von alten Lebensweisen zu verabschieden? Und warum gibt es so wenig echte Bekehrungen? Eine Antwort könnte sein, dass die einzelnen Individuen keine wirkliche Erkenntnis ihrer Schuld vor dem heiligen Gott haben (siehe auch das Zitat von Calvin rechts). Während meiner Zeit im Bellevue in der Schweiz habe ich ein interessantes Zitat aus dem 16./17. Jahrhundert gehört. Ein gewisser Thomas Bolten sagte:

Der Mensch muss sich zuerst im Elend befinden, ehe er anfängt, ein Heilmittel zu suchen; muss krank sein, ehe er sich zum Arzt begibt; muss im Kerker sein, ehe er um Begnadigung fleht. Ein Sünder muss niedergeworfen, aufgelöst, verdammt und verworfen und an sich selbst verzweifelt sein, ehe er nach einem Retter Ausschau halten wird

Viele sind aber noch nie in diesen Zustand gekommen! Das ist ja auch das große Problem der modernen Evangelisationsmethoden: Die Sündhaftigkeit des Menschen wird entweder überhaupt nicht, oder nur stark verkürzt dargestellt. Jesus wird als Gebender, nicht aber als Fordernder dargestellt. Aber erst wenn ein Mensch die eigene Hilflosigkeit erkennt, kann er Jesus in seiner ganzen Heilung und Macht erfahren!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *