Johannes Busch (7): Welche Rolle spielt die Kunst?

Eine Seite in den Predigten von Wilhelm Busch, die mich schon immer faszinierte, ist seine Begeisterung für die großen Maler. Zuerst empfand ich es – und so wird es wahrscheinlich, von unserer Prägung her, fast allen gehen – als befremdend. Was haben Christen mit Kunst zu tun? Doch lest selbst, wie man auch oder gerade als Künstler seinen Glauben wunderbar bezeugen kann. Busch schreibt über seine Mutter, die in Zusammenarbeit mit einem Maler die Kirche ihres Ehegatten mit Bildern versah:

„So hatte sie auch den frommen Maler Steinhausen entdeckt, der in seiner feinen, gläubigen Art wenig Boden in Frankfurt fand. Aber hier in der Lukaskirche fanden nun beide ihre Lebensaufgabe. Wie bekam diese Kirche ihr gesegnetes Gepräge durch die sprechenden Bilder dieses begnadeten Künstlers! ‚Meine Bilder sind meine Gebete‘, hat er einmal zu unserer Mutter gesagt. Für Mama war es die größte Freude, diese biblischen Bilder zu erklären. Das wurde dann jedesmal eine gewaltige Evangelisation und Einladung zum Heiland. Und Steinhausen stand dabei; was er mit dem Pinsel geschaffen hatte, konnte niemand so leuchtend und jubelnd in Worte fassen wie Mama. Zwei große Seelen hatten sich gefunden. Seit jenen Tagen gehört auch für uns Steinhausen zu den großen und vollmächtigen Zeugen und Auslegern der Bibel.“ (S. 30f.)

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Steinhausen: Der böse Schächer

Steinhausen hatte verstanden, welche Aufgabe die Kunst, ob in der Malerei oder in der Musik hat: Gottes Wort auslegen!

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