Jonathan Edwards (1): Ein Lehrer der Gnade

Diese Woche habe ich angefangen die Biographie von Iain H. Murray über Jonathan Edwards zu lesen.
Ich habe mich bis jetzt noch nie mit dieser Person beschäftigt, von der gesagt wird, sie sei die größte intellektuelle Gestalt des 18. Jahrhunderts in Amerika gewesen. Und ich bin bereits nach einigen Seiten beeindruckt von ihm.
Jonathan Edwards wurde am 5. Oktober 1703 in East Windsor, Conneticut, geboren und wuchs in einem christlichen Elternhaus auf. Sein Vater war Pastor der ortsansässigen Gemeinde und so bekam er von Zuhause aus eine sehr gute, geistliche Erziehung mit auf den Weg.
Auch lag es dem Vater, wie im Puritanismus üblich, sehr am Herzen, seinen Sohn zu bilden und so hatte Jonathan schon im alter von 13 Jahren, als er sein Studium an der Collegiate School of Conneticut begann, gute Kenntnis der lateinischen, griechischen und hebräischen Sprache erworben.
Aber Jonathan machte etwas durch, was viele von den Kindern und Jugendlichen aus unseren Gemeinden durchmachen und durchmachten. Er hat zwar viel zuhause gelernt, jedoch war das ein angelerntes Verhalten und kam nicht von innen aus einer Überzeugung heraus. Das machte Jonathan sehr zu schaffen und was er diesbezüglich niederschrieb, möchte ich hier zitieren:

„Mir ging es zeitweilig gar nicht gut, besonders zu Beginn des letzten Teils meiner College-Zeit, als es Gott gefiel, mich mit einer Rippenfellentzündung zu schlagen, die mich an der Rand des Grabes brachte und mich vor dem Abgrund der Hölle erzittern lies. Und doch dauerte es nach meiner Genesung nicht lange, dass ich wieder in meine alten Sündenwege zurückfiel.Aber Gott ließ es nicht zu, dass ich in Ruhe – wie begrenzt sie auch sein mochte – meinen Weg weiterging; ich focht gewaltige und heftige innere Kämpfe aus… (I.xii).
Durch „wiederholte Entschlüsse“ und Schwüre – so fährt er fort – versuchte er, „völlig“ mit seinen alten Verhaltensweisen zu „brechen“ und „alle Wege ihm bekannter äußerer Sünden zu verlassen, um ernsthaft viele Religiöse Pflichten wahrzunehmen“. Diese Entschlüsse erwiesen sich jedoch als nutzlos, wobei „seine inneren Kämpfe und Konflikte“ fortbestanden.“

Einige Worte, in den 1720er-Jahren aufgeschrieben, weisen darauf hin, dass Edwards seiner eigenen Fähigkeiten bewusst war und von der Welt wahrgenommen werden wollte.

Und vermutlich können wir hier einen Hinweis auf die Versuchungen finden, mit denen er zu kämpfen hatte:

„Die Welt wird von mir aufgrund meiner Verhältnisse mehr Bescheidenheit erwarten – sie sieht, ich bin Amerikaner, bin jung usw. Darum sollte übermäßige Bescheidenheit vorherrschen, und wenn sie auch einerseits vielleicht unnötig ist, wird sie doch auf wunderbare Weise dazu beitragen, dass die Welt das von mir Verfasste aufnimmt …
Bevor ich es wage, in London zu publizieren, sollte ich einige Versuche in unserem Land unternehmen und erst einmal klein anfangen…“

Diese Worte beeindrucken mich, denn Jonathan war zu diesem Zeitpunkt vermutlich noch keine 20 Jahre alt.

Das Buch „Jonathan Edwards – Ein Lehrer der Gnade und die Große Erweckung“ ist z.B. hier für
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