Jonathan Edwards (3): Erweckung

In dem Post vom 10. Juni 2011 (Die erweckliche Predigt), wird Wilhelm Busch zitiert, der zu dem Thema Erweckung folgendes sagte:

„Es wurde mir deutlich, dass wir viel mehr bei diesen von Gott legitimierten Predigern in die Schule gehen müssten. Ich bin gewiss, die Kirche steht und fällt mit ihrer Predigt(!).“

Jonathan Edwards war einer dieser von legitimierten Predigern. Er betont besonders die Predigt, die das Gewissen anspricht und nicht die Emotionen der Zuhrörer. Ferner ist er davon überzeugt dass der Mensch erkennen muss, wie sündig und elend er ist. Robert Bolten drückt das so aus:

„Ein Mensch muss sich elend fühlen, bevor er anfängt, sich nach einem Heilmittel umzuschauen. Er muss seine Krankheit spüren, bevor er einen Arzt aufsucht. Er muss das Gefühl haben, dass er im Gefängnis ist, bevor er ein Gnadengesuch einreicht. Ein Sünder muss seiner früheren gottlosen Wege überdrüssig sein, bevor er sich an Jesus Christus wendet, um sich erquicken zu lassen. Er muss sich seiner geistlichen Armut, seines Bettlertums und seines Zustands als vom Teufel Geknechteter bewusst sein, bevor er wirklich nach der himmlischen Gerechtigkeit dürstet sowie willig das sanfte und leichte Joch Christi auf sich nimmt. Er muss sich als jemand vorkommen, der niedergebeugt, aufgelöst, verdammt, verworfen und an sich selbst verzweifelt ist, bevor er nach einem Erretter Ausschau halten wird.“ (S. 181-182)

Jonathan Edwards hatte klare Anworten darauf, wie Menschen in diesen Zustand gebracht werden müssen.

  1. Die Menschen werden nicht von sich aus dahin kommen, weil sie sich von Natur aus „sicher“ fühlen.
  2. Es besteht die Notwendigkeit, dass durch den Heiligen Geist die Wahrheit auf das Gewissen der Menschen angewandt wird, um es zu „erwecken“

„Dies war genau Edwards´ Sichtweise. Obwohl Menschen entsprechend ihrem tatsächlichen Zustand gefallene und von Natus aus gleichgültige Wesen sind, haben sie doch noch ein Gewissen. „Das Gewissen“, so sagt er, “ ist eine dem Menschen wesenseigene Instanz. Es tut von Natur aus sein Werk, indem es von sich aus ein Verständnis von Richtig und Falsch ermöglicht und dem menschlichen Geist die Beziehung zwischen Recht und Unrecht sowie einer Vergeltung deutlich macht.“ Man muss die Menschen so behandeln, dass sie gleichsam „ihrem Gewissen Auge in Auge gegenüberstehen und immer deutlicher erkennen, wie dringend sie einen Priester und ein Opfer brauchen“. Oder, um den gleichen Grundsatz mit den Worten Robert Boltons wiederzugeben: „Wer angesichts der besonderen, grundsätzlichen und noch nicht ins Bewusstsein der Betreffenden vorgedrungenen Sünden auf die Gewissen der Menschen mit einer sanften, aber eifersüchtig wachenden Kraft einwirkt, verfügt über ein beachtliches Mittel, um ihre Herzenshärte zu zerbrechen und sie zur Buße zu leiten.“ Das wichtigste Mittel, um so an den Gewissen zu arbeiten, ist das Gesetz Gottes, „denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde“ (Römer 3,20). Das Gesetz, in rechter Weise verkündigt, bringt nicht nur die Sünde in den Blick, indem sei den Betreffenden verdeutlicht, dass sie die Gebote gebrochen haben. Vielmehr stellt es sie auch vor Gottes Heiligkeit, die in diesen Geboten bezeugt wird. Das Gesetz konfrontiert die Menschen auch mit der Majestät Gottes und zeigt ihnen, dass sie allen Grund haben, Gott zu fürchten. Seine Aufgabe besteht darin, dass „jeder Mund verstopft werde und die ganze Welt dem Gericht Gottes verfallen sei“ (Römer 3,19)

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