Johannes Busch (8): Die Mutter

Es hat mich in der Biografie von Johannes Busch wohl kaum jemand so beeindruckt, wie die Mutter der Busch-Brüder, Johanna Busch. Einige Auszüge sollen dies verdeutlichen:

„Ja, neben Papa stand meine so prächtige Mutter. Als mich bei meiner Ordination der damalige Superintendent Niederstein fragte, wer mich bei meiner Theologie am meisten bestimmt und beeindruckt habe, da habe ich ihm ohne Zögern geantwortet: ‚Meine Mutter‘.“ S. 35

„Vor allem hatte sie eine innige Jesusliebe. Da sank sie einmal todmüde ins Bett und sagte nur noch: ‚Gut Nacht, lieber Heiland!‘ Ja, so stand sie mit Jesus. […] Das kam ihr von Herzen, als sie einmal, zur Zeit, da sie schon Witwe war, uns sagte: ‚O Kinder, ich kann keinen Pfannenkuchen mehr backen ohne den Heiland.'“ S. 35

„Das war wohl das Beherrschende an Mama, ihre ungeheure Ehrfurcht vor der Bibel und ihr treuer, ständiger und inniger Umgang mit ihr. Trotz ihrer ungeheuren Arbeitslast las sie täglich vier Kapitel in der Bibel. Darum wurde sie nie so grimmig als dann, wenn jemand an der Bibel kritisierte. […] Als ich mir in meinen Studentenjahren für sauer erspartes Geld ein Buch des sehr freisinnigen Theologen Strauß, dieses so verheerend liberalen Mannes, anschaffte, hat sie es kurzerhand schnell verbrannt. Auf mein Jammergeschrei hin sagte sie nur sehr ruhig: ‚Wenn auf einem Fläschchen ‚Gift!‘ steht, dann brauchst du es nicht erst auszutrinken, um zu probieren, ob es stimmt.'“ S. 39

„Als ich einmal in den Ferien zu Hause war, erklärte ich, im nächsten Semester wolle ich den berühmten Professor Karl Barth hören. Da setzte sich die Mutter, die damals schon Witwe war, an ihren Schreibtisch und schrieb einen Brief an den bedeutenden Lehrer. Sie fragte ihn ganz offen, ob er auch nicht die Auferstehung Jesu leugne wie so manche andere Professoren. Sie sei vor Gott verantwortlich, und darum möge er freundlich diese Anfrage verstehen.“ S. 39

Als der Vater stirbt und die Kinder anfangen jämmerlich zu weinen, da rief die Mutter „mit starker Stimme: ‚Kinder, wenn wir jetzt keinen Heiland hätten, müßten wir verzweifeln!‘ Dieser Ruf war so vollmächtig, daß alle in überschwenglicher Weise die Gegenwart des Herrn spürten.“ S. 68

Wenn ich solche Passagen lese, dann ermutigt mich das. Das Evangelium kann aus einfachen Menschen große Männer und Frauen Gottes machen. Das will ich glauben!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *