Johannes Busch (9): Warum gehen wir nicht ins Kino?

Eine schöne Geschichte, die neben der Weisheit der Mutter von den Busch-Brüdern auch zeigt, warum ein Christ bewusst auf manche Freuden dieser Welt verzichtet:

„Wie wenig sie bei all dem in enger Gesetzlichkeit lebte, zeigt ein kleines Erlebnis, dessen Sinn mir erst viel später aufging und das ich später oft meinen Mitarbeitern erzählte, wenn sie mich fragten, ob unsere jungen Leute ins Kino gehen dürften. Ich weiß nicht, wie alt ich schon oder wie jung ich noch war. Jedenfalls kam ich aus der Schule nach Hause und erklärte: ‚Heute abend gehe ich ins Kino!‘ Ich muss es wohl ziemlich kräftig erklärt haben, da ich mit erheblichem Widerstand rechnete. Ich wußte es doch, daß es meine Mutter unter gar keinen Umständen haben wollte, daß wir ins Kino gingen. Mama wußte, wieviel ungute Bilder sich da in die Seele prägen. Und nun? Sie verbot es mir nicht. ‚Ja, geh du ruhig in dein Kino.‘ Dann sagte sie freilich so beiläufig dazu: ‚Schade – gerade heute abend wollten wir zusammen so schön spielen – aber geh du ruhig.‘ Als ich nach dem Mittagessen sah, wie die Geschwister sich freuten und die Spiele für den Abend herrichteten, bereute ich schon halb meinen Entschluß. Als ich zögernd davon sprach, vielleicht doch dazubleiben, erklärte jetzt Mama kategorisch: ‚O nein, du gehst ins Kino, und wir sind hier miteinander fröhlich.‘ Als ich vollends am Nachmittag sah, wie Mama noch Plätzchen backte, an denen ich nun keinen Anteil haben würde, schmolz alle Manneswürde dahin: ‚Ich will doch lieber hierbleiben.‘ Aber Mama blieb zunächst hart: ‚Da gibt’s kein Zurück; jetzt gehst du ins Kino.‘ Kurzum, zuletzt bat ich wehmütig, doch ja zu Hause bleiben zu dürfen. Welch eine Befreiung war das, als Mama endlich sagte: ‚Ausnahmsweise darfst du noch einmal daheim bleiben.‘ O Mutter!“ S. 41f.

Dann macht Busch deutlich, wie auch unsere Denkweise bei solchen Fragen aussehen sollte:

„Ja, das war immer ihr Grundsatz: Nicht so viel verbieten, sondern bessere Freuden bieten. ‚Wir auf dem schmalen Weg haben es doch viel schöner als die, die auf dem breiten Weg gehen.'“ S. 42

Ach, dass wir es doch erkennen könnten, dass all diese nebensächlichen Freuden dieser Welt uns nicht die  Freude bieten können, die wir in der Gemeinschaft der Gläubigen und im Wort Gottes finden. Herr, öffne uns die Augen!

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