Nein, Vater

Vor einigen Monaten bekam ich das Buch „Ja, Vater“ von Andreas Fett geschenkt. Der Klappentext lautet folgendermaßen:

Dezember 2004. Nach turbulenten Monaten freuen wir uns als Familie auf ein paar ruhige Weihnachtstage. Doch in der Nacht bricht unerwartetes Unglück über uns herein. Für meine Frau beginnt ein Kampf auf Leben und Tod, der uns zehn Wochen in Atem halten wird. In dieser schweren Zeit, mitten in Schmerzen, Zweifel und Not, wird unser Glaube geläutert und erprobt. Wir finden zwar nicht die Antworten auf jedes »Warum«, aber wir erleben den Gott, der mitten im Leid bei uns ist. Vielleicht kann dieses Buch den Hinweis liefern, dass wir keinem »blinden Schicksal«, sondern einem »sehenden Vater« ausgeliefert sind. Ein sehr persönlicher Einblick in eine herausfordernde Zeit.

Ich erinnere mich, dass ich dieses wirklich ergreifende Buch in einer knappen Stunde durch hatte. Es ist beeindruckend, mit welchem Gottvertrauen die Familie Fett durch diese wirklich schwere Zeit geht. Immer wieder werden Lieder und Texte zitiert, die die Hoffnung der betroffenen Familie verdeutlichen. Es war mir persönlich ermutigend, dieses starke Zeugnis zu lesen.
Aber wie ist es, wenn ich persönlich wirklich betroffen bin? Was ist, wenn mich ein Unglück trifft? Wie verhält sich dann die Theorie in der Praxis? Ich erfahre in den letzten Wochen gerade wortwörtlich am eigenen Leib, was eigene Ohnmacht vor der Realität bedeutet. Und ich muss eingestehen: In manchen Momenten möchte man lieber „Nein, Vater“ sagen. Und dann sehe ich immer mehr, wie schwach meine Persönlichkeit und mein Glaube in diesen Augenblicken sind. Aber umso glücklicher bin ich, dass es auch in dieser Zeit nicht von mir abhängt. Besonders wichtig ist mir der achte Vers des 20. Psalms geworden:

Jene rühmen sich der Wagen und diese der Rosse; wir aber des Namens des HERRN, unseres Gottes.

In dem Psalm geht es um die Fürbitte des Volkes für ihren König. Und es wird aufgezeigt, dass das Volk immer mehr zu der Erkenntnis kommt, dass nur Gott die wirkliche Hilfe bietet und ist. Wir können uns auf so vielversprechende Dinge stützen, aber letztendlich ist nur Gott die echte Zuflucht. Er ist es, der uns alleine bewahren kann – es liegt nicht an uns. Und das ist doch wirklich eine herrliche Zusage!

Ein Gedanke zu „Nein, Vater“

  1. Zu diesem Psalm gibt es eine wunderschöne Aufnahme vom West-Coast-Mennonite-Chamber-Choir (CD: My heart, my home) nach einer Komposition von Josef Rheinberger. Unbedingt hören! Das tiefe D als Schlusston ist einfach herrlich gesungen und passt so schön zu der abschließenden Aussage: „Wir wollen uns erfreuen an deinem Heile, uns rühmen des Namens unseres Gottes.“

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