Trachtet nicht nach dem, was auf Erden ist: Anmerkungen zu Kolosser 3

Einer der heutigen Predigttexte war aus Kolosser 3,1-4:

„1 Seid ihr nun mit Christus auferstanden, so sucht, was droben ist, wo Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. 2 Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist. 3 Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit Christus in Gott. 4 Wenn aber Christus, euer Leben, sich offenbaren wird, dann werdet ihr auch offenbar werden mit ihm in Herrlichkeit.“

Die Betonung lag dabei vor allem auf der Gefahr der Ausrichtung auf das, was auf Erden ist. Aber was ist das, was auf Erden ist? Man ist geneigt, an Dinge der Schöpfung zu denken, z.B. an bestimmte Technologien oder sonst was. Man könnte tausende Dinge nennen. Das ist doch schließlich das, was auf Erden ist, oder?
Ich fand erstaunlich, dass der Text genau das aber nicht sagt. Für Paulus ist die Quelle des Bösen vor allen Dingen das menschliche Herz. Es geht ihm nicht darum (zumindest nicht primär), bestimmten Dingen auf dieser Erde aus dem Weg zu gehen, sondern er beschreibt das, was auf Erden ist, als sündige Haltung unseres Herzens. Er nennt dabei insbesondere
(a) Sünden auf dem Gebiet der Sexualität (V. 5.6) und
(b) daraus resultierende Charakterzüge, die sich in einer egoistischen Haltung gegenüber dem Nächsten zeigen (V. 8.9).
Diesen Sünden soll man aber nicht nur aus dem Weg gehen, sondern diese „Glieder, die auf Erden sind“ (V. 5), soll man töten!
Nicht unsere Umwelt ist böse, sondern wir! Nicht die Schöpfung ist verdorben, sondern das menschliche Herz!

Was mir noch auffiel:
1. Dieser Text sollte optimistisch gelesen werden: Paulus macht Mut, diese Sünden abzulegen, weil wir in Christus „die Auserwählten Gottes, […] die Heiligen und Geliebten“ sind (V. 12). Wir werden aufgefordert, den neuen Menschen anzuziehen, weil wir in Christus bereits dieser neue Mensch SIND.
2. Auch hier wird immer wieder deutlich, dass dies alles nur im Miteinander der GEMEINDE geschehen kann.

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