Wieder mal Gott gespielt!

Gestern hörte ich im Radio von dem Witwer Ulrich Koch, der momentan dabei ist die deutschen Behörden anzuklagen, weil seiner Frau – seiner Meinung nach – ein menschenwürdiger Tod verweigert wurde.
Heute fand ich einen entsprechenden Artikel bei pro [Artikel nicht mehr abfrufbar]:
Sollte es in Deutschland ein Recht auf Sterbehilfe geben? Um diese Frage ging es bei der Beschwerde von Ulrich Koch vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR). Deutsche Behörden hatten seiner querschnittsgelähmten Frau ein Medikament zur Selbsttötung verwehrt, darin sah Koch einen Verstoß gegen ihr Recht auf menschenwürdiges Sterben. Doch der Gerichtshof beschränkte sein Urteil auf Verfahrensfragen.
Die Frau des Klägers, Bettina Koch, war 2002 nach einem Sturz vom Hals abwärts gelähmt, musste künstlich beatmet und teilweise ernährt werden. Beim Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte beantragte sie zwei Jahre später die Erlaubnis für eine tödliche Dosis Schlafmittel, um sich selbst das Leben zu nehmen. Das lehnte das Amt ab. Daraufhin reiste die Familie in die Schweiz, wo sich Frau Koch mit Hilfe des Vereins „Dignitas“ selbst tötete. Über eine spezielle Vorrichtung nahm sie das Getränk dafür ohne fremde Hilfe zu sich.
Im Radio gab Ulrich Koch zu verstehen, dass er weiterkämpfen werde – für seine Frau, die vielleicht von oben zuschaue.
Ich musste an Manfred Siebald denken, der unsere Gesellschaft in seinem Lied „Wieder mal Gott gespielt“ herausfordert – nicht zuletzt in der Frage nach der Sterbehilfe.

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