Martyn Lloyd-Jones „privat“(4) – Über die Souveränität Gottes

Harry hat kürzlich zum Thema gepostet, warum wir auch im Angesicht der Souveränität Gottes für Verlorene beten sollen und dürfen. Martyn Lloyd-Jones war einer, der sich trotz seiner vollmächtigen und brillanten Predigten ganz auf das Wirken Gottes stützte. Er sah sich selbst als Werkzeug in einer mächtigen Hand:

[…] der stark an die Souveränität Gotte glaubte. In der Tat stellte sie, wie wir anhand seiner meisterhaften Predigten, die er in späteren Jahren über den Epheser- und Römerbrief hielt, ein Kernelement seines Glaubens dar. Wir können Erweckung nicht betreiben und ebenso wenig jemanden bekehren. Wenn wir ihn aber […] gefragt hätten: „Was kann man denn für solche Leute tun?“, so hätte er erwidert: Nichts! Absolut gar nichts!“ Denn in den Angelegenheiten der Seele und des Geistes kann niemand etwas für sie tun, ganz gleich, wie diese ihm am Herzen liegen mögen. … „kein Mensch kann etwas tun, aber Gott vermag alles zu tun.“

[…]

Wenngleich es sehr viele Neubekehrte in der Kapelle gab, rief er nie dazu auf, nach vorne zu kommen und eine Entscheidung für Jesus zu treffen. Er wollte keinerlei Druck auf seine Zuhörer ausüben. Das „Anstreben von Entscheidungen“ war eine ihm völlig fremde Idee, weil diese seiner Sichtweise von der souveränen Macht Gottes widersprach.

Wer sich näher mit diesem Thema bei Lloyd-Jones beschäftigen möchte, kann dazu die Doktorarbeit mit dem Titel „Erwählung und/oder Bekehrung? Das Profil der evangelistischen Predigt und der Testfall Martyn Lloyd-Jones“ von Wolfgang Nestvogel lesen, zu finden hier. Wer es einfacher bzw. günstiger haben möchte, kann sich dazu auch einen Vortrag von Dr. Nestvogel mit einem ähnlichem Thema anhören. Darin wird deutlich, dass Lloyd-Jones die Souveränität eben nicht gegen die Verantwortung ausspielte, sondern beide miteinander zu verbinden wusste.

aus: Catherwood, Christopher, Martyn Lloyd-Jones „privat“. Ein Familienportrait, Waldems 2010, S. 40; 58.

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