Alte Hymnen

Ich bin vom dem gestrigen Gesanggottesdienst beeindruckt. Zum Einen ist es einfach schön, mit seinen Geschwistern zusammen zu singen, zum Anderen beeindrucken die alten Hymnen immer wieder durch ihr Gewicht. Ich glaube man kann wirklich sagen „da ist alles drin“!

Beeindruckend sind außerdem die Hintergründe der Lieder. Wer ahnt schon, dass ein „Nun danket alle Gott“ in den Grauen und Nöten des dreißigjährigen Kriegs geschrieben wurde? Was hat Krummacher wohl alles erlebt, dass er in seinem „Stern auf den ich schaue“ zu dem wunderbaren Schluss kommt „Alles Herr bist du“!

Mitgenommen hat mich auch „Auf dem Lamm ruht meine Seele“.

Julie K. Hausmann, die Dichteren von „So nimm den meine Hände“, war auch eine leidende Frau. Sie war oft krank, litt unter heftigen Migräneschmerzen und konnte nachts oft nicht schlafen. In den stillen Nachstunden war sie mit ihrem Gott allein. Vielleicht entstand auch dieses Lied in einer solche Nacht.
Wenn ich auch gar nichts fühle, von deiner Macht
Du bringst mich doch zum Ziele, auch durch die Nacht
So nimm dem meine Hände und führe mich
Bis an mein selig Ende und ewiglich
Gott sei Dank für solche Lieder!

Ein Gedanke zu „Alte Hymnen“

  1. Ja, wahrhaftig! Man merkt doch immer wieder, dass Lieder, die in Leid und Not gedichtet wurden, viel mehr Gewicht haben. So etwas kann nur vom Geist Gottes inspiriert sein…
    Zum Thema Julie Hausmann: sie war verlobt mit einem Missionaren und begab sich auf die Reise, um ihn zu besuchen. Schon bei ihrer Ankunft an ihrem Reiseziel, um ihren Geliebten endlich wiederzusehen, wird ihr die traurige Nachricht schon entgegen gebracht: Ihr Verlobter ist tot. Jeder Tram von einer gemeinsamen Zukunft, einem gemeinsamen Dienst für den Herrn ist geplatzt, scheinbar jeder Halt entschwunden… Tage -und nächtelang hardert und ringt sie im Gebet mit ihrem Gott, bis sie nach vielen schweren Stunden des Kampfes aus ihrem Zimmer tritt: Gott hat gesiegt. In ihrer Hand hält sie ein neu entstandenes Gedicht (später Lied): „So nimm denn meine Hände“ Viele Jahre später entstand ein Andachtsbuch mit Texten von Julie Hausmann, das auf wunderbare Weise handschriftlich weitergegeben wurde. Ich bin Gott sehr dankbar für die Geschwister aus unserer Gemeinde, die Gott gebraucht hat, um einen Verleger für dieses Buch zu engagieren.

    George Matheson schildert sehr gut, warum geistliche Schätze gerade in Krisenzeiten entstehen und warum diese Zeiten nötig sind:

    „Es gibt Lieder, die man nur im Tal lernen kann. Keine Kunst kann sie lehren; keine Stimmbildung kann bewirken, dass man sie vollkommen singt. Ihre Musik kommt aus einem Herzen, das sich ganz Gott ausliefert. Diese Lieder bringen die Last und den Schatten der Vergangenheit ans Licht. Sie erheben sich auf den Flügeln von gestern, doch dann kommt der Teil, den selbst Engel nicht singen können. Gott selbst lehrt dich diesen Teil des Liedes. Die Schule ist das Leiden. Ich habe viele sagen hören, dass er Leiden schickt, um dich zu prüfen. Möge er Leiden schicken, um dich auszubilden, dich zu unterweisen für den unsichtbaren Chor…“

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