"…, was steht ihr hier und seht gen Himmel?"

C. H. Spurgeon schreibt in seinem Andachtsbuch „Auf dein Wort“ (hier als pdf-Datei verfügbar) für heute, den 26. August:

Und als sie unverwandt gen Himmel blickten, während er dahinfuhr, siehe, da standen zwei Männer in weißen Kleidern bei ihnen, die sprachen: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr hier und seht gen Himmel?“ Apostelgeschichte 1,10-11

Wir sind geneigt, den Fehler dieser Jünger nachzuahmen.
„Oh“, sagst du, „ich werde nie stehen und gen Himmel starren.“
Ich bin des nicht gewiss. Einige Christen sind sehr neugierig, aber nicht gehorsam. Sie vernachlässigen klare Vorschriften, suchen aber schwierige Probleme zu lösen. Ich denke an einen Mann, der beständig über die Zornesschalen, Siegel und Posaunen in der Offenbarung zu reden pflegte. Er war groß in apokalyptischen Symbolen, aber hielt keine Hausandacht für seine sieben Kinder. Es wäre besser gewesen, wenn er, anstatt auf die Schalen und Posaunen, mehr auf seine Knaben und Mädchen geachtet hätte.
Ich habe Leute gekannt, die sich in das Studium des Propheten Daniel vertieft hatten und besonders gut über Hesekiel unterrichtet waren, aber 2. Mose 20 vergessen hatten und keine sehr klaren Ansichten über das 8. Kapitel im Römerbrief hatten. Ich tadle nicht, dass sei Daniel und Hesekiel studierten, doch wünschte ich, sie wären eifriger für die Bekehrung der Sünder in ihrer Nachbarschaft und sorgsamer in der Unterstützung armer Heiliger gewesen. Es ist nützlich, über die zehn Zehen des Gesichtes Nebukadnezars nachzudenken. Aber ich habe kein Verständnis dafür, wenn man solche Studien gestattet, die praktische Gottseligkeit in den alltäglichen Dingen zu ersticken. Ich wünschte, dass ihr alle Geheimnisse verstündet; aber vergesst nicht, dass unsere Hauptaufgabe ist zu rufen: „Siehe, das Lamm Gottes!“ Erforscht alle zukünftigen Dinge, aber achtet zuerst darauf, dass eure Kinder zu dem Heiland gebracht werden und dass ihr Mitarbeiter Gottes in dem Aufbau seiner Gemeinde seid. Die Fülle von Elend und Unwissenheit, die uns von allen Seiten umgibt, verlangt unsere ganze Kraft. Und wenn ihr diesem Ruf nicht entsprecht, so werde ich, obwohl ich nicht ein Mann in weißem Kleid bin, euch sagen: „Ihr Männer der Christenheit, warum steht ihr und seht in Geheimnisse hinein, wenn so viel für den Herrn Jesus zu tun ist?“ Seid nicht neugierig, sondern gehorsam!

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