Luther über den unfreien Willen

Luther in „De servo arbitrio“ von 1525 (Die Schrift ist als Antwort auf die von Erasmus von Rotterdam verfasste Schrift „Vom freien Willen De libero arbitrio“ zu verstehen; deswegen die persönliche Anrede):

Du sagst: Wer wird sich Mühe geben, sein Leben zu bessern, wenn er hört, dass der freie Wille nichts sei? Ich antworte: Kein Mensch! Und keiner kann`s auch. Denn nach deinen Leuten, die ihr Leben ohne den Geist bessern, fragt Gott nichts, dieweil sie Heuchler sind. Gebessert aber werden die Auserwählten und Frommen durch den Heiligen Geist […]

Im Folgenden begründet Luther diese Sicht der Dinge:

Gott hat seine Gnade allein den den Gedemütigten gewisslich verheißen, d. h. den Aufgegebenen und Verzweifelten. Der Mensch aber kann nicht eher bis ins Innerste gedemütigt werden, als bis er weiß, dass seine Seligkeit ganz und gar außer seinem Vermögen, Planen, Eifern, Wollen und Wirken steht, dass sie ganz und gar hängt an dem Gutdünken, Planen, Wollen und Wirken eines anderen, nämlich Gottes allein. […]

Persönliche Anmerkung: Hanniel hat vor einigen Tagen gepostet, dass Bücher sprichwörtlich auf der Straße liegen. Diese Erfahrung konnte ich heute in der Uni machen, wo die Universitätsbibliothek einen Bücherflohmarkt veranstaltete. In diesem Zuge konnte ich fünf Bände „Ausgewählte Werke“ von Martin Luther für sage und schreibe drei Euro erwerben! Aus einem dieser Bände stammt auch obenstehender Auszug.

Ein Gedanke zu „Luther über den unfreien Willen“

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