Gibt es ungeeignete Musik für den Gottesdienst?

Evangelium21 ist ein Netzwerk, das „Impulse setzen möchte, durch die Gemeinden neu belebt und gestärkt werden. Denn: Allein das biblische Evangelium bewirkt, dass Christen von einer echten Hoffnung und überwältigenden Freude an Gott erfüllt werden und diese auch ausstrahlen.“ Ich freue mich über dieses Netzwerk und verweise gerne auf die bevorstehende Konferenz vom 4.-6. April 2013.

Auf der Homepage des Netzwerkes werden einige hilfreiche Ressourcen zur Verfügung gestellt, u.a. auch der Artikel „Das Evangelium als Basis unserer Anbetung“ von Dan Beilman. Beilman schreibt über die Rolle der Musik im Gottesdienst bzw. bei der Anbetung und betont erfreulicherweise, dass es dabei vor allem um die Botschaft des Evangeliums geht und nicht um eine professionelle Darbietung:

Genau das ist doch Anbetung. Das Erzählen dieser wunderbaren Geschichte. Und nicht nur irgendeiner Geschichte. Sie ist das große Epos des Evangeliums von Jesus Christus. Und sie braucht weder eine aufwendige Ausschmückung noch eine aufwendige Inszenierung. Und ich brauche weder ein Schauspieltalent noch eine dramaturgische Ausbildung, um Anbetung anzuleiten. Diese wunderbare Geschichte muss ganz einfach nur treu erzählt werden. Das ist wahre Anbetung.

Für Beilman ist

„Anbetung die Vergegenwärtigung und das Erzählen der Geschichte des Evangeliums“.

Daraus zieht er den Schluss:

„Wenn Anbetung als solch eine Vergegenwärtigung des Evangeliums verstanden wird, dann stehen auch plötzlich nicht mehr die einzelnen Elemente und stilistischen Vorzüge im Vordergrund.“

Ich stimme ihm darin zu, dass die stilistische Frage nicht „im Vordergrund“ stehen darf. Aber: Spielt diese Frage deshalb jetzt gar keine Rolle mehr, wie Beilman anschließend behauptet?

„Den Inhalt der Geschichte von „Schöpfung-Fall-Erlösung“ können wir in jeder Art von Gottesdienst finden, sei er streng liturgisch oder erwecklich, sei er klassisch oder rockig.“

Kann es sein, das Beilman an dieser Stelle den Bogen überspannt? Denn obwohl es natürlich primär um die Botschaft des Evangeliums geht und eine Vielfalt an liturgischen und musikalischen Formen sogar begrüßt werden sollte, muss doch die Frage gestellt werden: Eignet sich tatsächlich jede Musikform, um die Botschaft des Evangeliums (angemessen) zu vermitteln? Musik gehört zu Gottes Schöpfung und ist etwas Gutes. Aber wie der Mensch alles Gute nach dem Sündenfall missbrauchen kann (z.B. die Sexualität), so auch die Musik. Nicht jede Musik ist deshalb dazu geeignet, die Evangeliumsverkündigung zu unterstützen. Daher ist eine Diskussion über die „richtige“ Musik, vorausgesetzt das Streben nach Wahrheit und Liebe gehen Hand in Hand, immer wieder notwendig.

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