Was wir von Francis Schaeffer lernen können (11): Warum manche den christlichen Glauben ablehnen

Schaeffer erkannte in seinen Gesprächen,

dass viele Menschen den christlichen Glauben nicht so sehr aufgrund falscher Denkvoraussetzungen ablehnen, sondern vielmehr aufgrund von negativen Erfahrungen: Erfahrungen mit einem christlichen Glauben, der extrem eng, inhuman und lieblos war und ein negatives Gottesbild vermittelte.

Ich vermute, dass dies auch heute noch ein Grund für viele Jugendliche ist, dem Glauben den Rücken zu kehren. Schaeffer legte deshalb in seiner apologetischen Arbeit Wert darauf, dass diese Menschen ein „angemessenes Bild vom christlichen Glauben“ bekommen. Welchen Aspekt betonte Schaeffer, um das Bild von Gott zu korrigieren?

Schaeffer versuchte zu zeigen, dass ein enger und kulturfeindlicher Glaube unbiblisch ist und brachte menschlicher Kultur, insbesondere im Bereich der Kunst, eine große Wertschätzung entgegen. Schönheit, Kunst und Kultur verstand er als Reflektionen eines kreativen Gottes – und dementsprechend als Bereiche, in denen Christen sich hervortun sollten, nicht aber als verbotene, säkulare Zonen.

Schöpfung ist gefallene Schöpfung und kann missbraucht werden. Aber wir sollten nie übersehen, dass es dabei immer noch Gottes Schöpfung ist und gebraucht werden darf zum eigenen Genuss und zur Verherrlichung Gottes. Dieser Aspekt sollte in der Theologie nicht gestrichen oder vielleicht wieder hervorgeholt werden.

aus: Dick Keyes: Den Glauben verständlich machen in einer nichtchristlichen Gesellschaft. Perspektiven für eine zeitgemäße Apologetik. in: Ron Kubsch (Hrsg.): Wahrheit und Liebe. Was wir von Francis Schaeffer für die Gegenwart lernen können. vkw 2007, S. 93-108.

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