Gott kennt dich

Stell dir vor, jemand würde alles, wirklich alles von dir wissen! Ist das nicht ein wirklich unangenehmer Gedanke? Jeder Neid, jede Bitterkeit, jeder unreine Gedanke wäre dieser Person bekannt. Außerdem wüsste diese Person, wie wir bei bestimmten Situationen reagieren und empfinden. Ich kann nach außen ein ganz bestimmtes Bild von mir entstehen lassen, aber die besagte Person wüsste genau, wie es im Inneren wirklich aussieht. Gott ist so – er weiß wirklich alles von uns. Aber – und das ist der entscheidende Gedanke: Diese Erkenntnis, dass Gott mich kennt, macht uns (als seine Kinder!) nicht starr vor Schreck; diese Tatsache befreit uns:

Worauf es also hauptsächlich ankommt, ist letzten Endes nicht die Tatsache, dass ich Gott kenne, sondern die größere und grundlegendere Tatsache, dass er mich kennt. […] Dieses Wissen hat große Bedeutung. In ihm liegt unglaubliches Wohlbefinden – ein Wohlbefinden wohlgemerkt, das vorantreibt, nicht schwächt – zu wissen, dass Gott ständig Kenntnis von mir nimmt und in Liebe über mich wacht zu meinem Besten. Es ist enorm erleichternd, zu wissen, dass seine Liebe zu mir absolut realistisch ist, dass ihm jederzeit auch das Schlimmste von mir bekannt ist, so dass nichts nachträglich zutage treten kann, was Ihn über mich eines Schlechteren belehren und Seine Entscheidung für mich rückgängig machen könnte. Es kann für uns bestimmt ein guter Anlass zur Demut sein, zu bedenken, dass Er all die Sachen über uns weiß, die nicht ganz in Ordnung sind, und die unsere Mitmenschen (Gott sei Dank) nicht wissen. Und er sieht ja mehr Verderbtheit in mir, als ich selbst wahrnehmen kann – dabei würde das, was ich sehe, ja eigentlich schon reichen. Gleichfalls müsste es einen großen Antrieb für uns darstellen, wenn wir uns überlegen, dass Gott aus irgendeinem unerfindlichen Grund uns zu Freunden wünscht, dass Er Verlangen hat, mein Freund zu sein, und aus diesem Grund Seinen eigenen Sohn für mich in den Tod schickte […]

Was für ein Privileg besitzen wir doch: Gott kennt uns! Allerdings sollten wir nicht vergessen – Dieses Wohlwollen Gottes gilt nur den begnadigten Gotteskindern. Alle anderen kennt Gott natürlich ebenso; allerdings wird er bei diesen Menschen Rechenschaft für jede einzelne Tat fordern und dann danach urteilen!

Zitat aus: Packer, James Innell, Gott erkennen. Das Zeugnis vom einzig wahren Gott, Bad Liebenzell 2005, S. 39-40.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *