Wer hat die Hoheit über den Kinderbetten?

Vergangene Woche besuchte ich einen Vortrag von Dr. Wolfgang Nestvogel, der unter der oben genannten Überschrift stand. Es ging um das Thema Familie und den Angriff auf diese Institution, der von seiten der Politik und Gesellschaft geführt wird. Nachfolgend meine Zusammenfassung:

Zuerst einige Auszüge aus dem deutschen Grundgesetz:

„Präambel: Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben. […]“

Hier wird zuerst die Verantwortung des Menschen bzw. des deutschen Volkes vor Gott betont, was heute leider kaum mehr Beachtung findet.

Im Artikel 6 des Grundgesetzes ist weiterhin zu lesen (Auszug):

„(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung
(2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft. […]“

Hier wird die besondere Stellung der Ehe und Familie, wohl noch aus einer christlich begründeten Ethik heraus, hervorgehoben. Auch zum Schutz, der 1949 noch deutlich vor Augen stehenden Gefahr der totalitären Vereinnahmung der Familie durch den Staat.

Wir als Christen haben von Gott ein klares Konzept mitbekommen für unsere Ehen und Familien:

  1. Ehe bis der Tod uns scheidet.
  2. Schutzraum Familie der Verantwortung und Leben lehrt und kommende Generationen stark macht.
  3. Ehe und Familie sind keine austauschbaren Formen. Sie sing Gottes Schöpfung.

Der Doppelangriff auf das christliche Menschenbild und den Artikel 6 des Grundgesetzes sieht laut W. Nestvogel folgendermaßen aus:

1. Angriff: Systematische Entmachtung der Familie.

  • Verbreitung von Kita, Schule, Ganztagsschule usw.
  • Verbot von Homeschooling.
  • Benachteiligung von Einverdiener-Haushalten.

Wie konnte es soweit kommen?

  • 50er Jahre: Sexuelle Maßstäbe von christlicher Ethik geprägt.
  • Kulturrevolution, Neomarxismus und 68er Bewegung
  • Aus Konfrontation wurde Annäherung, was zu einem postmodern ausgehöltem Christentum führte.
  • DDR-Rückstände

2. Angriff: Die systematische Entkernung der Familie durch das Gender Mainstreaming (GM)

  • GM ist ein Frontalangriff auf das christliche Menschenbild, denn er will die Unterschiede, die Polarität der Geschlechter abschaffen.
  • GM erzeugt eine Einsamkeit aus der Gleichheit.

Ich erschrak angesichts dessen, was auf uns zukommt. Die Folgen sind auch noch gar nicht abzusehen. Jedoch machte der Referent auch darauf aufmerksam, angesichts der zu erwartenden Probleme nicht zu verzweifeln, denn die Gemeinde Jesu wurde schon immer von der Welt mit Sünde und Rebellion konfrontiert. Wir sollten vielmehr an Gottes Schöpfungsordnung (nach innen) festhalten und sie (nach außen hin) verteidigen.

Hier gibt es übrigens einen Vortrag von Dr. Nestvogel zu erwerben, der diese Thematik aufgreift.

3 Gedanken zu „Wer hat die Hoheit über den Kinderbetten?“

  1. Danke Dodo, für die Zusammenfassung!
    Zu Gender-Mainstream:
    Man sollte sich einmal anhören was Birgit Kelle zu dieser ganzen Thematik zu sagen hat: http://pro-medienmagazin.de/gesellschaft.html?&news%5Baction%5D=detail&news%5Bid%5D=6272.
    Der letzte Punkt gefällt mir besonders: Sie erwähnt Norwegen als Spitzenreiter des Gender-Mainstreaming (was auch der Fall ist). Als jedoch die Dokumentation von Harald Eia in Umlauf kam wurden – laut Kelle – 60-Millionen an Forschungsgeld vom Staat gestrichen! „Herrlich“, dachte ich 🙂
    Hier der Link zu Eias Doku die man sich unbedingt einmal anschauen sollten (deutsche Untertitel sind da!): http://www.youtube.com/watch?v=mguctw0i-rk

  2. Weitere Empfehlenswerte Literatur zu diesem Thema sind die vom Referenten Dr.Wolfgang Nestvogel empfohlenen Bücher:

    „Die globale sexuelle Revolution – Zerstörung der Freiheit im Namen der Freiheit“ von Gabriele Kuby und „Das bleiche Herz der Revolution“ von Sophie Dannenberg.

    Gerade ersteres ist im Bezug auf Gender Mainstreaming hervorzuheben und lesenswert, will man wich mit dieser Thematik näher beschäftigen. Das Buch von Dannenberg ist ein Roman, der aus der perspektive einer Person die nach Maßstäben der 68er-Bewegung erzogen wurde und die nachteilige Entwicklung der Kulturrevolution 1968, gerade im Bezug auf Familie und Erziehung, beschreibt.

  3. Gott schuf Mann und Frau (mit unterschiedlichen Gehirnen) und es war sehr gut.
    Das Gehirn ist das größte „Geschlechtsorgan“. Dort finden sich die wichtigsten, prägendsten und auch bereicherndsten Unterschiede zwischen Frau und Mann in den Bereichen „physiologische Abläufe“, „zentralnervöse Informationsverarbeitung“ und „genuinen, also angeborenen Denk- und Bewertungsprinzipien“. In Denk- und Bewertungsprinzipien, welche sich eben nicht einfach beispielsweise mit unterschiedlichen sozialen Erfahrungen in der Kindheit oder sonstigen sozio-kulturellen Einflüssen erklären lassen.
    Frauen haben z. B. mehr graue Gehirnzellen und weniger verknüpfende Nervenfasern im Gehirn: „Frauen können die einen Dinge besser, Männern die anderen; wir müssen lernen, einander zu helfen“.
    Damit und mit weiteren Unterschieden in den männlichen und weiblichen Gehirnen ist eine optimale Ergänzungsmöglichkeit der beiden Geschlechter trotz Konfliktstoff gegeben; Gleichheit kann sich höchstens addieren, Verschiedenheit kann wesentlich mehr erreichen müssen (siehe Buch: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 3. Auflage, Logos-Verlag, Ansbach, 2013)

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