Das Motiv unseres Dienstes: Anerkennung und Macht?

Letzte Woche hatte ich die Möglichkeit, während einer langen Autofahrt eine Karfreitagspredigt von Tim Keller über Philipper 2,1-11 zu hören (Imitating the Inkarnation).

3 Tut nichts aus Selbstsucht oder nichtigem Ehrgeiz, sondern in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst. 4 Jeder schaue nicht auf das Seine, sondern jeder auf das des anderen. 5 Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war, 6 der, als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein; 7 sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen; 8 und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz.

Ein Gedanke wurde mir dabei besonders wichtig: Keller bemerkt, dass er diesen Text besonders für Mitarbeiter in Gemeinden empfiehlt. Denn der Text zeigt nicht nur, dass Jesus ein Diener der Gemeinde wurde, sondern auch mit welcher Einstellung er seinen Dienst verrichtete. Es geht nicht nur darum, dass wir in der Gemeinde mitarbeiten, sondern um das Wie, um unsere Motivation. Dienen wir der Gemeinde nur, um letztlich uns zu dienen (z.B. Ehre von Menschen oder Macht) oder ist unser Motiv tatsächlich Liebe?
Schauen wir uns zum Beispiel die Jugendarbeit an: Verrichtest du deine Arbeit, um von den Jugendlichen anerkannt zu sein? Oder ist dein Ziel die Anerkennung der Ältesten in der Gemeinde? Das erstere kann verlockend sein, das letztere aber auch: Es kann z. B. mit der Anerkennung durch die Ältesten und damit mit einer verbesserten Position, mit Macht (ob wir es glauben oder nicht), einhergehen. Mir scheint, dass vom Neubekehrten bis zum Ältesten in der Gemeinde jeder in der Gefahr steht, aus Menschenfurcht heraus zu handeln. Paulus zeigt uns hier, dass Jesus aus einem anderen Motiv heraus handelte und fordert uns heraus, ebenso zu handeln.

2 Gedanken zu „Das Motiv unseres Dienstes: Anerkennung und Macht?“

  1. Ich stimme grundsätzlich zu.

    Aber 🙂

    Jesus hat AUCH seine Anerkennung gesucht – das Wohlgefallen seines Vaters.

    Absolute Selbstlosigkeit ist nicht biblisch… Jesus sagt „Wer groß sein will, der soll euer aller Diener sein.“ Jesus sagt nicht, dass wir nicht „groß“ werden sollen… Es gibt halt falsche Ehrsucht und richtige… Oder sehe ich das falsch?

    Empfehlenswert zu dem Thema: „Sehnsucht nach Gott“ von John Piper.

  2. @Viktor: Ich stimme voll zu, auch John Piper. Der Gegensatz von Menschenfurcht ist auch nicht absolute Selbstlosigkeit, sondern Gottesfurcht.

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