Interview mit Hanniel Strebel

Als ich gestern die aktuelle Ausgabe des „Mitternachtsruf“ durchblätterte, war ich erfreut auf folgendes Interview mit Hanniel Strebel zu stoßen:

Wie sind Sie zum Glauben an Jesus Christus gekommen?

Durch das Zeugnis meiner Eltern, insbesondere meines Vaters. Ich kann mich gut daran erinnern, wie er jeden Morgen in der Stube betete und die Bibel las. Als ich etwa sechs Jahre alt war, fing er mit täglichem Unterricht in der Bibel an.

 

Was sind Ihre drei Lieblingsbücher, abgesehen von der Bibel?

Es fällt mir schwer, mich festzulegen. Sehr geprägt haben mich als Kind mehrere hundert Vorträge zu biblischen Büchern von W. J. Ouweneel, die ich ab Kassette anhörte. Als junger Erwachsener las ich fasziniert die zehn Bände „Der Zweite Weltkrieg“ von Winston Churchill. Und wenn ich meine Lektüre der vergangenen Jahre betrachte, dann fallen mir „Unterricht in der christlichen Religion“ von Johannes Calvin, die „Bekenntnisse und der Gottesstaat“ von Augustinus sowie die „Reformed Dogmatics“ von Herman Bavinck ein.

 

Welches Buch der Bibel lesen Sie am liebsten? Und warum?

Ich kehre immer wieder zum Ersten Buch Mose zurück. Es ist das Buch der Anfänge. In der heutigen nach-christlichen Zeit ist es wichtig, das grosse Panorama von Gottes Heilsgeschichte nicht zu vergessen. Dazu gehört, wie alles angefangen hat.

 

Welche historische Person des Christentums schätzen Sie am meisten? Und warum?

Wenn unter „historischen Person“ auch ein Christ des 20. Jahrhunderts gemeint sein kann, dann nenne ich Francis Schaeffer (1912-1984). Als „Evangelist der Intellektuellen“ verstand er es, die biblische Botschaft mit dem modernen Leben in Verbindung zu bringen. Sein prophetisch anmutendes Reden gegen die Lieblosigkeit unter Christen einerseits und gegen den Liberalismus anderseits ist hochaktuell.

 

Was kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie das Versprechen Jesu hören: „Ja, ich komme bald“?

Ich sage meinen Söhnen ab und zu: „Stellt euch vor, Jesus kommt heute zurück. Was heisst das für den heutigen Tag?“ Für mich bedeutet es, jeden Tag so zu leben als wäre es der letzte.

 

Woran denken Sie beim Begriff „Apokalypse“?

Ich denke an ein Denkmal, das vor der offiziellen Einweihung mit einem Tuch zugedeckt und dann in einem Festakt „enthüllt“ wird. Bis heute bleibt uns vieles verdeckt. Alles, was wir zu einem Leben mit Jesus Christus brauchen, hat uns Gott allerdings mitgeteilt. Nicht mehr und nicht weniger.

 

Wenn Sie eine Sache in der Welt ändern könnten, was wäre das?

Da fällt mir als Erstes ein: Ich würde mit meiner ganzen Gemeinde in eine Weltgegend gehen, wo Christen stark verfolgt werden. Zurück in Europa, würden wir unsere Prioritäten ganz neu ordnen. Allerdings weiss ich: Solange ich in diesem Leben bin, bleibe ich begnadigter Sünder. Augustinus sagte: „Niemand ist einem anderen so gut bekannt wie sich selbst; und dennoch kennt sich niemand selbst so gut, dass er sich seines Verhaltens am folgenden Tage sicher wäre.“

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