Wenn Sünder sich das Ja-Wort geben (2): Was in der Ehe wirklich zählt

– ein Beitrag von Donatus:

Es hat mich erstaunt, wie Dave Harvey an dieses Thema herangeht. Er beginnt mit einem Zitat von R.C. Sproul:

„Kein Christ kann Theologie vermeiden. Jeder Christ ist ein Theologe. Dies vielleicht nicht in einem technischen Sinne, aber dennoch ein Theologe. Die Frage, die sich für einen Christen stellt, ist nicht die, ob er ein Theologe ist oder nicht, sondern ob er ein guter Theologe ist – oder ein schlechter!“

Das ist eine starke Aussage, ich selbst habe mich nie so gesehen. Aber Harvey hat völlig recht:

„Was für ein Theologe bist du? Das ist nicht schwer herauszufinden. ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht, unsere Vorstellungen über das Leben, über die Ehe, über Gefühle, Konflikt usw. offenbaren sich durch unsere Worte und durch unser Verhalten – und spiegeln damit unvermeidlich unsere Ansicht über Gott wider. Das was wir mit unseren Lippen reden, ist schlicht unsere Theologie.“

Aufbauend auf dieser Erkenntnis führt Harvey drei der wichtigsten Bestandteile einer soliden biblischen Theologie an:

1. Die Grundlagen deiner Ehe – die Bibel

„Es ist eine unglaubliche Erfahrung, dass die Beständigkeit und die Qualität der Ehe letztendlich nicht von der Stärke deines Einsatzes für die Ehe abhängt, sondern von etwas völlig anderem – nämlich Gottes Wahrheit – von der Wahrheit, die wir klar und deutlich auf den Seiten der Bibel finden! […] Als Herr hat Er alles gegeben, was wir zum Leben, zur Gottesfurcht – und auch zur Ehe – benötigen. In Seinem Wort. Die Bibel ist das Fundament für eine gelingende Ehe.“

2. Die Quelle deiner Ehe – das Evangelium

„Das Evangelium ist das Herzstück der Bibel. Alles in ihr ist entweder Vorbereitung auf das Evangelium, Darlegung des Evangeliums oder Teilhabe am Evangelium. Im Leben, Sterben und Auferstehen Christi gibt uns das Evangelium eine ultimative Lösung für unsere Sünde – für heute, für morgen, für den Tag, an dem wir vor Gott stehen, für immer. […] Das heißt das Evangelium ist ein nicht endender Quell der Gnade Gottes für unsere Ehe. Man muss also dringend ein klares Verständnis des Evangeliums haben, nicht nur, um ein guter Theologe zu werden, sondern auch, um in der Lage zu sein, sich auf eine lebenslange, blühende Ehe zu freuen. Sonst kannst du weder Gott noch dich selbst noch deine Ehe als das sehen, was sie wirklich sind. Das Evangelium ist der Quellort einer blühenden Ehe.“

3. Der Focus deiner Ehe – die Ehre Gottes

„Wenn wir beginnen, unsere Ehen an biblischer Wahrheit zu orientieren, werden wir etwas erstaunliches sehen: Die Ehe wurde nicht nur von Gott erfunden, sie gehört Ihm auch. Er hat einen einzigartigen Anspruch auf ihr Urheberrecht, ihre Idee und ihre Zielsetzung. Sie existiert faktisch sogar mehr für ihn als für die Ehepaare selbst.“

Obwohl diese Worte auf den ersten Blick hart klingen, lässt uns Gottes Wort Harvey zustimmen. Wenn wir uns z.B. das fünfte Kapitel des Epheserbriefes anschauen, so werden wir merken das hinter den Worten von Paulus wesentlich mehr steckt als nur ein oberflächliches „Seid nett zueinander“:

„Das hervorstechendste Merkmal der Argumentationsweise des Paulus ist die Tatsache, dass er Christus als Bezugspunkt all unseres Verhaltens in der Ehe ansieht! Ehefrauen sollen sich ihren Männern „als dem Herrn“ unterordnen (V. 22). Ehemänner sollen ihre Frauen lieben, „wie Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat“ (V. 25). Ehemänner ihre Frauen pflegen und wertschätzen, „wie Christus die Gemeinde“ (V. 29). […] Die Ehe ist ehrfurchtgebietend, weil Gott sie entworfen hat, um seine Herrlichkeit aufzuzeigen. Der Fokus einer gelingenden Ehe ist die Ehre Gottes.“

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