Schöpfung und Götzendienst

Hinsichtlich des anstehenden Champions-League-Finales habe ich mir selbstkritisch die Frage gestellt, wann etwas legitimer Genuss der Schöpfung ist und wann etwas in Götzendienst abdriftet. Ohne hierbei abschließend argumentieren zu wollen, sind mir doch drei Punkte wichtig geworden:

1. Sport (und andere Dinge) sind nicht grundsätzlich schlecht, sondern Teil von Gottes Schöpfung. Sie dürfen als seine Gabe genossen werden. Allerdings muss schon hier beachtet werden, dass wir in einer gefallenen, von Sünde entwerteten Schöpfung leben.

2. Wenn die Schöpfung über dem Schöpfer steht, ist es Götzendienst und damit Sünde.

3. Punkt 1 wird oft dazu benutzt, um Punkt 2 zu legitimieren.

2 Gedanken zu „Schöpfung und Götzendienst“

  1. Das Tückische an der Sache ist doch, dass das, was für den Einen gottgefälliger Genuss sein kann, für den Anderen Götzendienst ist. Ich glaube, dass Römer 14 auch hier seine Anwendung finden sollte (ohne dass die gegenseitige Ermahnung und Warnung vor Götzendienst gestrichen werden muss), denn ich kann meinem Bruder nicht bis ins Herz sehen. Und die Handlung an sich verrät nun mal nichts über seine Motive, denn sie ist eindeutig keine Sünde.
    Römer 14,10: Du aber (Schwacher), was richtest du deinen Bruder? Oder du (Starker), was verachtest du deinen Bruder? Wir werden alle vor den Richterstuhl GOTTES (und keinen MENSCHLICHEN) gestellt werden. … 12 So wird nun jeder von uns FÜR SICH SELBST Gott Rechenschaft geben.

  2. @Waldemar: Zunächst ging es mir ja mit den drei Punkten um die eigene Überprüfung der Motive. Das was du benennst, ist ja nur der folgende Umgang mit der Sache (Den ich gar nicht angesprochen habe). Und in ersterem bin ich überzeugt, dass viele die in Punkt 3 angesprochene Taktik verwenden, um eigenen Götzendienst zu rechtfertigen. Mir persönlich ist es rätselhaft, wie wir ohne schlechtes Gewissen nur wenige Minuten am Tag ganz bewusst Gott widmen, um dann zwei Stunden mit Begeisterung Sport zu verfolgen. Wann habe ich/hast du denn das letzte Mal mit Begeisterung und Emotion das Wort Gottes studiert?
    Wie gesagt, letztendlich muss jeder selbst Rechenschaft geben, und mit Sicherheit gibt es viele Christen, die ohne Probleme und mit gutem Gewissen (und das zurecht) Sportveranstaltungen (oder was auch immer) verfolgen können. Aber es gibt auch die vielen, die sich selbst betrügen. Und sich gegenüber ehrlich zu sein, war schon immer das Schwerste.

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