Wenn Sünder sich das Ja-Wort geben (3): Ehe ist „eine Theologie des Alltags“

In dem letzten Beitrag ging es um die Tatsache, dass jeder Christ ein Theologe ist. Es ist jedoch nicht so, dass wir uns nun in einer Art Elfenbeinturm tiefgründiger Gedanken befinden. Dave Harvey spannt den Bogan dahin, dass wir Christen „Alltagstheologen“ sind. Wir versuchen unseren Glauben in einer Welt anzuwenden, in der wir als Paare miteinander wüten, streiten und sogar Türen zuknallen:

„Und dennoch muss ich jetzt mit dem Evangelium kommen – Christus kam in diese Welt um Sünder zu erretten – und mitten in deinen Alltag hinein die komische Frage zu stellen: Sündigst du noch? Sündigt dein Ehepartner noch? Lass es mich dir leichtmachen!“

Harvey erklärt, dass wir uns zuerst einmal vor Augen führen müssen, dass wir selbst Sünder sind und unsere Ehepartner auch. Immer! und jeder!

„Jungs, die bezaubernde Braut, an deren Finger ihr den Ehering stecktet, ist ein Sünderin! Und ihr lieben Frauen, der Mann, der euch einen Schwur vollkommener Treue und lebenslange Opferbereitschaft darbrachte, ist ein Sünder! In Eheversprechen auf der ganzen Welt – jeden Tag, überall, ohne Ausnahme – sind es Sünder, die zueinander „Ja“ sagen. Es sind Sünder, die Ihren zehnten Hochzeitstag feiern, ihren fünfundzwanzigsten und ihren fünfzigsten. Es sind Sünder, die am Sterbebett ihres Ehepartners einen letzten Kuss miteinander teilen. Es ist ein Sünder, der dieses Buch schrieb, und der, der es gerade liest, ist auch ein Sünder.“

An dieser Stelle betont Harvey, dass die Tatsache, dass Christen Auseinandersetzungen mit der Sünde haben, unterstreicht, dass der Herr Jesus Christus uns sehr wohl gerettet hat uns aber gleichwohl nicht sofort in Nicht-Sünder verwandelt hat.

„Dieser wunderbare Prozess beginnt mit dem Moment unserer Bekehrung, jedoch setzt er sich unser ganzes Leben hindurch fort und wird erst beendet sein, wenn wir diese gefallene Welt verlassen.“

Und gerade deswegen muss die Realität der Sünde in unserem Leben auch immer wieder herausgestellt und betont werden. Wir müssen uns eingestehen, dass uns Sündern in Christus zwar vergeben wurde, wir aber immer noch mit dem alten Antrieb kämpfen, sich von Gott ab- und sich selbst zuzuwenden.

„Ohne diese biblische Klarheit finden wir keinen Bezug zum Kreuz und kein bleibendes Bewusstsein für unser Bedürfnis nach Gnade und Barmherzigkeit“

Unser Umgang mit dem Problem der Sünde ist der Schlüssel zu einer blühenden Ehe. Begegnen wir unserer Sünde mit dem Evangelium, dann gibt es Hoffnung für uns und unsere Ehe. Das ist wahrscheinlich auch das größte Problem daran, denn das bedeutet die Ursache für alle möglichen Probleme bei sich selbst nicht nur zu suchen, sondern auch zu finden. Das ist nicht einfach. Für niemanden.

„Wenn wir aber damit beginnen, unsere Ehen, auf dem Wort Gottes und dem Evangelium des Sieges Christi über die Macht der Sünde aufzubauen, dann erkennen wir die traurige, schmerzhafte und nicht zu verleugnende Realität unserer eigenen noch vorhandenen Sünde. Und wenn wir sie wirklich als die bittere und verachtenswerte Sache betrachten, die sie ja tatsächlich ist, und wenn wir die heimtückischen Absichten der Sünde in unseren Beziehungsproblemen erkennen, dann wird Wunderbares geschehen: Dann flüchten wir nämlich zum Evangelium als unserem einzigen Gegenmittel!

Dann beginnen wir zu sehen, dass es neue Hoffnung für unsere Ehen gibt – viel Hoffnung! Hoffnung, die sich aus der Kraft des Evangeliums nährt – derselben Kraft, die Christus aus den Toten auferweckte. Wir bekommen dann eine Vorahnung davon, was für eine angenehme Beziehung unsere Ehe werden kann – eine lebendige und blühende Einheit, in welcher Sünden bekannt und vergeben werden. Meine Freunde, wenn Sünde bitter schmeckt, wird Christus süß sein.“

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