Wenn Sünder sich das Ja-Wort geben (4): Nebel des Kriegs und das Gesetz der Sünde

Das vierte Kapitel beginnt mit einem Beispiel aus dem amerikanischen Bürgerkrieg. Es hatten sich viele Schaulustige versammelt um sich eine der ersten größeren Schlachten des Kriegs anzuschauen. Während des Kampfes verlagerte sich das Schlachtfeld und auf einmal befanden sich die Schaulustigen mit ihrem Picknick inmitten der Soldaten und der Kriegswirren. Harvey will mit diesem Beispiel etwas deutlich machen:

„Die Picknicker lernten an jenem Tag etwas über den Krieg. Du kannst ihm nicht nahe und zugleich in Sicherheit sein. Nur die Naiven sind der Überzeugung, sie könnten am Rande der Kampfeslinie stehen und dabei gute Unterhaltung haben. Wenn ein Krieg ausbricht, wird alles, was mit ihm in Berührung kommt, zum Schlachtfeld.“

Harvey ging zu Beginn seines Buches auf die Wichtigkeit einer biblischen Theologie ein und zeigte danach auf, dass jeder von uns der größte Sünder ist. Die ‚Sache‘ mit der Sünde beleuchtet er jetzt noch etwas genauer, denn:

„Es ist gut, etwas mehr über die Sünde zu wissen, wenn man selbst einer der schlimmsten Sünder ist.“

Deshalb das Beispiel der Schlacht. Das Wesen der Sünde ist Krieg. Sünde schafft Krieg! Krieg mit Gott, mit anderen, Krieg in dir selbst.

„Und was hat man in einer Ehe? Zwei Sünder, die beide das Potential zum Krieg in sich tragen.“

und weiter:

„Hast du erkannt, dass du der schlimmste aller Sünder bist? In diesem Kapitel werden wir mehr über die kriegsähnliche Natur der Sünde erfahren. Die neutestamentlichen Briefe kennen die aktive Kriegshetze der Sünde im Gläubigen. Dankbarerweise geben sie uns aber auch Unterweisung und Hoffnung für den Kampf gegen die Sünde. Die Wohltaten der Wiedergeburt – die Vergebung der Sünde und unsere Beziehung zu Christus – nehmen uns nicht aus dem Kampffeld heraus, garantieren uns aber den Sieg! Vom Wort Gottes informiert und vom Heiligen Geist befähigt, kannst du nun deine Kämpfe weniger, kürzer und weniger schädlich werden lassen. Deine Ehe wird dadurch wachsen und viel lieblicher werden.“

Danach geht Harvey auf den Galaterbrief ein. In diesem Brief erfahren wir etwas Wunderbares, nämlich, dass wir, wenn wir in Christus sind, in ihm auch tatsächlich frei sind. Frei davon sich durch Gehorsam gegen das alttestamentliche Gesetz selbst zu rechtfertigen. Aber Paulus wusste auch, wohin die Galater (und du und ich) mit der neuen Freiheit gehen würden. Deshalb schreibt er: „Denn ihr, meine Brüder, seid zur Freiheit berufen; nur machet die Freiheit nicht zu einem Vorwand für das Fleisch, sondern durch die Liebe dienet einander!“ (Galater 5,13)

„Da haben wir es. Die Fronten in diesem Krieg verlaufen nicht zwischen Mann und Frau, nicht zwischen männlich und weiblich und auch nicht zwischen dem Stärkeren und dem Schwächeren. Es ist ein Zusammenprall der Begierden – des Verlangens des Fleisches gegen das Verlangen des Geistes. Es ist ein Grabenkrieg um die Vorherrschaft über das menschliche Herz.“

Laut Harvey ist es unerlässlich, dass man sich selbst, Gott und seine Ehe so sehen muss, wie Gott sie sieht. Denn es gibt keine echte Hilfe ohne klares biblisches Denken.

„Die Ursache unserer Ehekriege, meine Freunde, liegt weder in unserem Ehepartner noch in der Ehe selbst begründet. Es ist die Sünde in unserem Herzen – ausschließlich, vollständig, total und ohne Ausnahme. Dies wird in der Bibel durchweg so gelehrt, von der ersten Sünde bis zum letzten Gericht. Die Pharisäer wollten Sünde ebenfalls als etwas ‚da draußen‘ ansehen und versuchten, damit bei Jesus zu landen. Vergeblich, denn Er bietet uns eine überzeugende und völlig ausreichende Diagnose unseres Grundproblems an. ‚Was aber aus dem Mund herauskommt, das kommt aus dem Herzen, und das verunreinigt den Menschen. Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugnisse, Lästerungen. Das ist’s, was den Menschen verunreinigt!‘ (Matthäus 15, 18-20a) Jakobus greift dieses Grundprinzip der menschlichen Natur auf und bringt es in unseren persönlichen Beziehungen zur Anwendung.’Woher kommen die Kämpfe und die Streitigkeiten unter euch? Kommen sie nicht von den Lüsten, die in euren Gliedern streiten? Ihr seid begehrlich und habt es nicht, ihr mordet und neidet und könnt es doch nicht erlangen; ihr streitet und kämpft, doch ihr habt es nicht, weil ihr nicht bittet. Ihr bittet und bekommt es nicht, weil ihr in böser Absicht bittet, um es in euren Lüsten zu vergeuden.‘ (Jakobus 4,1-3) So einfach ist das. Alle meine Worte oder Handlungen kommen aus einem einzigen Ort: meinem Herzen.“

Anschließend geht Harvey auf einige Eigenschaften der Sünde ein und kommt dann zu einem abschließenden ermutigenden Apell:

„Liebe Freunde, wir müssen (kursiv) den Kampf mit der Sünde führen. Tun wir das nicht, wird sie uns überrennen. Aber wir haben eine Verheißung, die einen entscheidenden Unterschied bewirkt: Durch das Kreuz Christi ist die Schlacht schon gewonnen! Hör dir den Schlachtruf in Römer 8 an: ‚So gibt es jetzt keine Verdammnis mehr für die, welche in Christus Jesus sind, die nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist. Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat mich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. Denn was dem Gesetz unmöglich war — weil es durch das Fleisch kraftlos war —, das tat Gott, indem er seinen Sohn sandte in der gleichen Gestalt wie das Fleisch der Sünde und um der Sünde willen und die Sünde im Fleisch verurteilte, damit die vom Gesetz geforderte Gerechtigkeit in uns erfüllt würde, die wir nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist.‘ (Römer 8,1-4)“ Diese Verse sagen uns dass wir wegen zweier erstaunlicher Wirkungsweisen der Gnade Gottes Überwinder sind, egal wie besiegt wir uns manchmal im Kampf auch fühlen. Wir stehen vor Gott als solche, denen vergeben wurde, denn Gott sieht uns aufgrund des sühnenden Opfers Christi nicht mehr im Zusammenhang mit unserer Sünde und Jesu Gerechtigkeit wurde uns zugerechnet. Das heißt Gott sieht dich als heilige Person an. Die Herrschaft der Sünde in den Gläubigen ist gebrochen. Bitte versuche das zu verstehen: Egal wie intensiv du noch mit der Sünde kämpfst, du führst diesen Kampf als Sünder, dem vergeben wurde. Du kämpfst auf der Seite Gottes, und er wird Schlussendlich den Sieg davontragen! Wie beeinflusst unsere Beziehung zu Gott nun diesen Kampf? Im erwähnten Abschnitt aus Römer 8 schreibt Paulus, dass der Heilige Geist an unserer Stelle am Wirken ist, wenn wir ’nach dem Geist wandeln‘. Dies Klingt wie die Sprache von Galater 5, wo die Kraft des Geistes mit der Kraft des Fleisches verglichen wird. Die Frucht des Geistes überwindet die Werke des Fleisches (Verse 18-25). Hier im Römerbrief vergleicht Paulus nun zwei Gesetze miteinander: das Gesetz der Sünde wird vom Gesetz des Geistes überwunden. In beiden Fällen finden wir dieselbe Wahrheit, nämlich ein Leben, freigesetzt von der Tyrannei der Sünde, und ein Herz, dass sich zunehmend im Einklang mit der Herrschaft Christi befindet.“

Harvey ermutigt uns mit der Tatsache, dass der Kampf bereits gewonnen wurde, obwohl die Ehen auf einem Feld großer geistlicher Schlachten geschlossen und gelebt werden. Und mit einer weiteren Tatsache, dass der wahre Gegner sich nicht neben uns im Bett befindet, sondern in unserem Herzen, was vielleicht die überraschendste Entdeckung für manche ist. Dass kann Hoffnung geben, denn diese Entdeckung ist ein Anfang, Ehekrisen zu beseitigen bzw. von vornherein nicht entstehen zu lassen.

VD: DB

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