Warum Martin Katharina heiratete

Luthers Ehe entspringt weder einer romantischen „Liebe auf den ersten Blick“, noch ist sie eine reine Vernunftehe. Sie ergibt sich quasi aus den Umständen und ist ein Teil von Luthers Auftrag. Würde nämlich Katharina in ihre katholische Heimat (Herzogtum Sachsen) zurückkehren, begebe Sie sich in schwerste Gefahr. Also muss für sie ein Ehemann gefunden werden. Luther sucht daher für die obdachlose Klosterfrau eine Unterkunft. Nach ein paar Fehlschlägen, sie mit Freunden zu verheiraten, verlobt er sich schließlich selbst mit ihr. Eben schön ist sie nicht mit ihren zu weit auseinander geratenen Augen und der Sattelnase, aber freundlichen Gemüts und verständig im Sparen, Kochen und Bierbrauen. Luther, der noch Ende 1524 nicht ans Heiraten denkt, will auch ein Zeichen des Gehorsams setzen, denn die Ehe ist Gottes Ordnung. Seine Ehe ist ein bewusster Protest gegen die römische Kirche und ihre Geringschätzung des „ehelichen Standes“.

aus: Armin Sierszyn: 2000 Jahre Kirchengeschichte, S. 454f.

3 Gedanken zu „Warum Martin Katharina heiratete“

  1. Das kann heute nicht mehr jede;) Na gut sparen und kochen konnte sie auch. Zwei Gründe mehr sie zu heiraten. Und da die anderen potentiellen Kandidaten nicht wollten… Ganz schön pragmatisch.
    Aber soviel ich zumindest weiß war sie ihm eine gute „Gehilfin“.
    Was mir gefällt ist dass er sie geheiratet hat, weil er als Gehorsam Gott gegenüber sah. Auch wenn sie vielleicht nicht seine erste Wahl war.

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