Drei Hinweise zur Vorbereitung einer Andacht

Der frühere Bundeswart des Westdeutschen Jungmännerbundes, Johannes Busch, gab in einem 1947 erschienenen Buch drei Hinweise an Mitarbeiter in der Jugendarbeit, die man bei der Vorbereitung einer Bibelarbeit (Andacht, Predigt, etc.) beachten sollte. Sie haben nichts von ihrer Aktualität verloren:

  1. Jede Vorbereitung beginnt mit der Arbeit am Text: Was steht eigentlich da? Ich muss es lernen, solange vor jedem Satz, vor jedem Wort meines Textes stillzustehen, bis es mir deutlich wird, was mir da gesagt wird. Gerade die bekannten Geschichten, Sprüche und Worte der Bibel leiden darunter, dass sie uns so geläufig sind, dass wir uns gar keine Mühe mehr geben, ihren eigentlichen Sinn zu ergründen. Nur wer gründlich gräbt, wird gute Frucht gewinnen.

  1. Lass dir nun in der Stille schenken, was du […] weitersagen sollst. Jede Andacht muss ein festes klares Ziel haben, das sich aus dem Text ergibt. Du musst nicht jedes Mal alles sagen wollen, denn dabei bleibt oft gar nichts haften. Darum fragen wir den Text solange, bis es deutlich wird, worauf er hinzielt. Auf diesen Zielpunkt muss unsere ganze Andacht hinführen. Gedanken, die auf andere Wege hinführen, vor allem Nebensachen, lass ruhig liegen.  Vom Zielpunkt aus gliedert sich dann die ganze Andacht. Je deutlicher du diese Gliederung hervortreten lässt, desto besser prägt sich das Wort in den Herzen junger Menschen ein.
  1. Nun bitte Gott, dass du es so sagen darfst, dass [die] Menschen dich gut verstehen. Es hilft nichts, wenn wir sie von oben herunter anpredigen. Wir müssen ihnen das Wort in ihrer Sprache sagen, dass es zu ihren Herzen spricht. Wir müssen vor allem so reden, dass sie spüren: Hier wird meine Geschichte, meine Not, aber auch meine Hilfe besprochen!

gefunden in: Busch, Johannes, Ich aber rede von deinen Befehlen. 50 Gliederungen von Andachten für junge Menschen, Wuppertal 1947, S. 4-5.

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