Wie verhindert man Spaltungen in der Gemeinde? (1) – Die richtige Sichtweise über sich selbst

Ich habe heute den langersehnten MacArthur-Kommentar zu den Korintherbriefen erhalten. Beim ersten Durchblättern und dem genussvollen Empfinden, wenn man ein neues Buch in den Händen hält, ist mein Blick auf dem Kapitel „Spaltungen verhindern“ hängen geblieben. MacArthur bezieht sich hierbei auf den von Paulus beschriebenen Umgang mit Uneinigkeit und Streitereien in der Gemeinde:

Typisch für Paulus ist, dass die Lösung durch eine richtige Sichtweise gefunden wird.

Unsere Gedankengänge und Überlegungen sind immer noch von der Sünde und damit von falschen Sichtweisen beeinflusst. MacArthur arbeitet vier  Sichtweisen heraus, die einen richtigen Umgang mit der Problemstellung erleichtern. Die erste Sichtweise möchte ich heute vorstellen:

 

Die richtige Sichtweise über uns selbst

Niemand betrüge sich selbst! Wenn jemand unter euch sich für weise hält in dieser Weltzeit, so werde er töricht, damit er weise werde! Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit vor Gott; denn es steht geschrieben: »Er fängt die Weisen in ihrer List«. Und wiederum: »Der Herr kennt die Gedanken der Weisen, dass sie nichtig sind«. (1. Korinther 2, 18-20)

Er bemerkt zu Recht folgendes:

Viele Spaltungen in der Gemeinde könnten verhindert werden, wenn der Einzelne nicht so sehr von seiner Weisheit eingenommen wäre. […] Menschliche Weisheit […] kann göttliche Dinge nicht ergründen und verstehen.

Woher aber dann die richtige Weisheit nehmen?

Wo das Wort Gottes nicht die höchste Autorität ist, ist Spaltung unvermeidbar. […] Wenn man die Bibel nicht sorgfältig studiert, kann man ihr auch nicht folgen. Und wo man ihr nicht gehorcht, wird es Spaltung geben, weil es dort keine gemeinsame Grundlage für Lehre und Handlungen gibt. Wenn die Wahrheit der Schrift nicht die einzige Autorität ist, werden die unterschiedlichen Ansichten von Menschen zu dieser werden.

Wer auf sein menschliches Verständnis vertraut, hat nicht das rechte Verständnis von sich selbst. Er erkennt nicht, dass seine geistlichen Ansichten, Maßstäbe und Gedanken nichtig, töricht und leer sind. […] Die Erkenntnis dieser Wahrheit öffnet die Tür zu wahrer Weisheit und schließt die Tür für Spaltungen.

 

Aus: MacArthur, John, Kommentar zum 1. Korintherbrief, Bielefeld 2006, S. 101-104.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *