Mission im 21. Jahrhundert

Im Anschluss an den Hinweis auf einen Artikel in der Zeitschrift Reformation Heute zum Thema „Die Verkündigung des Evangeliums“ ist im Theoblog eine interessante Diskussion entstanden.
In dem Artikel hebt Ron Kubsch die Predigt als Mittel der Mission hervor. Ein Leser jedoch hinterfragt die Wirksamkeit der Predigt als zentrales Werkzeug der Mission:

Frontalunterricht, auch “Predigt” genannt als Werkzeug der Mission? Die absolute Erfolglosigkeit ist vorprogrammiert!
Machen Sie doch einmal die Gegenprobe: wie würden Sie selbst auf die Predigt eines Missionars einer anderen Kirche und Religion reagieren? Sie würden doch überhaupt nicht zuhören und wenn er noch so inbrünstig behauptet, im Alleinbesitz göttlicher Wahrheiten zu sein und die allein selig machende Lebensweise vermitteln würde.

Stattdessen empfiehlt er:

Nein, der einzige Weg die Menschen zu erreichen ist der, den Frater Roger Schutz von Taizé empfohlen hat: Rede nicht über deine Religion, wenn du nicht gefragt wirst, aber lebe so, DASS du gefragt wirst.
VORBILD sein, ist der einzige Weg die Menschen zu erreichen. Wann fangen Sie damit an?

Hat er nicht Recht? Klar, die Predigt gehört irgendwie zum Gottesdienst. Aber gewinnen wir Teenies nicht viel eher über gut organisierte Freizeiten, über ansprechende Lieder und Musik, durch freundschaftliche Beziehungen und ein abwechslungsreiches Programm für den christlichen Glauben? Oder in Fragen der Heiligung: Klar, die Verkündigung hat ihren Platz. Aber braucht es nicht vor allem klare Regeln? Oder wenn es um notwendige Veränderungen in einer Gemeinde geht: Predigt, ja klar. Aber müssen wir nicht vor allem die veralteten Strukturen von Grund auf ändern, notfalls radikal?
Alle genannten Aspekte können in einer Gemeindearbeit von Bedeutung sein. Aber liegt hier nicht auch die Versuchung zu einer gefährlichen Weichenstellung vor? Die ganzen Methoden und Handlungsweisen, wie auch immer sie aussehen mögen, sollten nämlich nur untergeordneter Unterstützer der Predigt sein. Wir sollten unsere ganze Hoffnung auf die Verkündigung des Wortes Gottes setzen. Gott hat nun mal bestimmt, durch die uns töricht erscheinende Verkündigung des Kreuzes Menschen zum Glauben zu rufen. Die ersten Kapitel des ersten Korintherbriefes sind da wegweisend! Wir können den Menschen nicht erlösen. Wir können den Menschen nicht heiligen. Wir können eine Gemeinde nicht reformieren.
Nicht auf unsere Rhetorik, nicht auf unsere Methoden kommt es an, sondern auf die Kraft des Wortes Gottes. Hoffnungsvoll stimme ich daher folgendem Kommentar im Theoblog zu:

Aber das eigentlich Entscheidende, damit Menschen gläubig werden ist Gottes Wirken bei der Verkündigung Seines Wortes. Dabei dürfen wir darauf vertrauen, dass ER Herzen öffnen KANN und öffnen WIRD.

Das gilt auch für alle anderen Bereiche der Gemeindearbeit.

Wenn man die Diskussion im Theoblog weiterverfolgt, offenbart sich übrigens auch die Quelle der Meinung, dass die Predigt nicht als Mittel der Mission taugt: Es ist der fehlende Glaube, dass Gottes Wort wirklich Gottes Wort ist. Spätestens an dieser Stelle sollten wir aufhorchen. Es geht hierbei letztlich also nicht um eine Frage der Vorliebe zu einer bestimmten Methode sondern um eine Frage der Liebe zu Gott und zu seinem Wort!

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