Biblische Prinzipien des Gemeindewachstums (K. Fleming) | Teil 1

Willkommen in Antiochia, „der Hauptstadt der römischen Provinz Syrien und mit 500.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt der Welt“!

Die Bedeutung Antiochias für die damalige Welt resultierte aus ihrer geografischen Lage. Eine Menge von Karawanen und Schiffe passierte täglich die Stadt. „Durch diesen engen Kontakt zur griechischen als auch orientalischen Kultur florierte Antiochia kommerziell und war kulturell vielseitig“. Aufgrund dieser idealen Rahmenbedingungen war Antiochia prädestiniert dafür, „die evangelistische Explosion des 1.Jahrhunderts auszulösen“. Diese göttliche Zubereitung der Stadt, so Fleming, weist daraufhin, dass Gemeindebau und –wachstum allein Gottes Werk ist!

Die Apostelgeschichte erwähnt Antiochia zum ersten Mal im Zusammenhang mit Nikolaus (Apg 6,5). Nikolaus war ein Proselyt, der zunächst zum Judentum konvertierte und dann zum Glauben an Jesus Christus kam. Seine Vergangenheit bot ihm zahlreiche Brücken zur Evangelisation. Er konnte als geborener Heide die Heiden und als Proselyt die Juden erreichen. Das führt Fleming dazu, ein weiteres wachstumsförderndes Prinzip zu formulieren: „Gesundes Gemeindewachstum findet gewöhnlich in einem Umfeld von „Beziehungsbrücken“ statt. Solche Brücken zu nutzen, ist ein wichtiges Wachstumsprinzip.“

Die Evangelisation begann unter den Juden, blieb jedoch nicht dabei stehen. „Es waren aber unter ihnen einige Männer von Zypern und Kyrene, die, als sie nach Antiochia kamen, auch zu den Griechen redeten, indem sie das Evangelium von dem Herrn Jesus verkündigten (Apg 11,20).“ Sie waren bereit, neue und unbekannte Wege zu beschreiten, „ was das Risiko mit sich brachte, von eher traditionell orientierten Judenchristen missverstanden zu werden.“ Die Sorge um die verlorenen Seelen war größer als die Sorge, von Traditionalisten missverstanden zu werden. Mut zum Neuen aus Liebe zu den Verlorenen war eine charakteristische Eigenschaft in Antiochia.

Paulus und Barnabas nutzen die Versammlungen, um die Gemeinde zu belehren (Apg 11,26). Ein ganzes Jahr unterwiesen sie die an Christus gläubig gewordenen. Daraus wird ersichtlich, welchem Ziel die Zusammenkünfte dienen sollen: dem Bibelunterricht. „Solider Bibelunterricht ist eines der fundamentalsten Prinzipien für jede Gemeindeaufbauarbeit“. Welche Funktion haben unsere Gottesdienste heute? Haben sie diese Absicht im Fokus? „In manchen Gemeinden treten Aufführungen und Feiern an die Stelle des Wortes Gottes, in anderen sind es Listen von Ver- und Geboten, oder aber das Heraufbeschwören von Erfahrungen, die unter die Haut gehen wie Ekstasen oder sogar die ständige Wiederholung der evangelistischen Botschaft, wie man zum Glauben an Christus kommt“. Was macht unsere Zusammenkünfte (Gemeinde-, Kinder-, Jungschar-, Jugendgottesdienst) aus? „Wachsende Gläubige brauchen eine gehaltvolle Ernährung, und gesunde, wachsende Gemeinden bestehen aus wachsenden Christen“.

Die nächste Station ist Galatien. Auch diese Gemeinde führt uns Prinzipien vor Augen, die einer Gemeinde zum Wachstum verhelfen.

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