Christus allein

Wir brauchen einen gesunden biblischen Realismus

Evangelium21 hat vor einiger Zeit den Vortrag „Eine Gemeinde für das 21. Jahrhundert?“ von David Jackman als Booklet herausgegeben. Ich habe David Jackman in den letzten Jahren auf zwei Konferenzen als herausragenden Lehrer, der das Wort Gottes „genau schneidet“, kennen gelernt. Folgende Aussagen haben mich in diesem Booklet zum Nachdenken gebracht:

Zur notwendigen Fokussierung auf das Evangelium (seine Fragen sind herausfordernd):

Wir müssen dafür beten und danach streben, dass es evangeliumszentrierte Gemeinden gibt, die konfessionelle Grenzen überschreiten. Wir können die verschiedenen historischen Strömungen, aus denen wir gekommen sind, anerkennen und respektieren, solange sie uns nicht so wichtig sind wie das Evangelium. […] Müssen zum Beispiel Kindertäufer und Baptisten verschiedene Gemeinden gründen, die bei doppeltem Aufwand halb so wirkungsvoll sind? Wäre es nicht möglich, um des Evangeliums Willen eine Zusammenarbeit zu vereinbaren? Besteht nicht die Gefahr, dass unsere Sichtweisen der Taufe, so wichtig sie uns auch sind, uns letztendlich wichtiger als das Evangelium selbst werden?

Zur Gefahr der „Rückzugsmentalität“:

Die Gefahr ist und bleibt, dass wir uns in einer Art zurückgezogenen Pietismus einschließen, der leicht zu einem Ghetto werden kann, das wir nur sporadisch verlassen, um flüchtige evangelistische „Fahndungsaktionen“ auszuführen.

Zur Ausrichtung des gesamten Lehrprogramms in der Gemeinde, zum Beispiel im Kindergottesdienst:

Was vermittelt eigentlich das aktuelle Sonntagsschulmaterial unseren Kindern? Fördert es den Legalismus und den Moralismus? Ist es wirklich evangeliumszentriert ausgerichtet? Lehrt es Gnade oder fördert es eine Religion der Werke?

Zur Ausgewogenheit zwischen Schwärmerei und geistlicher Trägheit (die man durch „Rechtgläubigkeit“ rechtfertigt):

Wir brauchen nicht nur einen gesunden biblischen Realismus bezüglich der Fantasie-Christenheit mit ihren Träumen und Täuschungen, sondern wir brauchen auch einen gesunden biblischen Realismus in Bezug auf unsere eigene Trägheit, unsere Kompromisse, unsere intellektuelle Arroganz, unsere Selbstzufriedenheit und Unabhängigkeit von Gott. (David Jackman)

2 Kommentare

  1. Ein wirklich sehr ermutigender Artikel…!
    Ich denke, dass man in dem Zusammenhang auch „klären“ müsste was das Evangelium ist… Weil Zusammenarbeit doch nur solange möglich ist, wie man sich im Evangelium einig ist oder?
    Und bei der Vielzahl der Definitionen des Evangeliums kann das ganz schön schwierig werden wie ich finde…

    1. Ja, da gebe ich dir recht. Die Gospel Coalition bzw. Evangelium21 geben uns aber m.E. gute Ansätze, wie das Evangelium zur Einheit führen kann.

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