Christus allein

Der Herr der Ringe: Was ich von der neuen Amazon-Serie erwarte

Mit einer Mischung aus Neugier, Spannung und Unbehagen habe ich mir vor einigen Jahren um Weihnachten herum erstmalig den „Hobbit“ von J.R.R. Tolkien zur Lektüre vorgenommen. Durch meinen Hintergrund her waren mir die mythischen Welten des englischen Schriftstellers eher fremd und erschienen mir gefährlich. Ich erinnere mich sogar daran, dass ich kurz vor meinem ersten Blick in die Werke Tolkiens einen guten Freund vor dem Lesen gewarnt hatte. Doch am Ende siegten meine Neugier und der Verweis auf den christlichen Hintergrund von Tolkien und seinem Freund C.S. Lewis (Wikipedia z.B. schreibt über Tolkien: „Erlösung konnte für ihn (Tolkien, HH) der Mensch nur durch den Glauben an Jesus Christus und das Ewige Leben finden. Diese Einstellung sollte zum grundlegenden Tenor seines literarischen Schaffens werden.“). In den letzten Jahren habe ich nach und nach die weiteren Bücher gelesen und auch die Verfilmungen von Peter Jackson gesehen.

Dementsprechend habe ich mich sehr über die Ankündigung von Amazon gefreut, die Vorgeschichte (wohl mit Anlehnung an das Silmarillion) zum Herrn der Ringe in einer Serie herauszubringen. Vor einigen Wochen hat der hier schon mehrfach zitierte kanadische Blogger Tim Challies seine Erwartungen an die neue Serie formuliert. Ich hoffe sehr, dass die Produzenten diese Grundsätze berücksichtigen:

Die Serie sollte in einer Einheit mit dem Rest von „Tolkiens Welt“ stehen

Challies weist darauf hin, dass Tolkien hinsichtlich der Sprache, Historie und Mythologie eine in sich stringente Welt erschaffen hat, die das „Setting“ für die Geschichten bildet. Es wäre für die Serie ein großer Gewinn, wenn auch Tolkiens christliche Ethik und sein Konzept des Bösen mittransportiert werden und nicht etwa eine postmoderne Umdeutung stattfindet.

Die Serie sollte frei von sexueller Unmoral sein

Serien wie „Game of Thrones“ wären ohne explizite Darstellung von Sex und Unmoral wahrscheinlich nicht so erfolgreich, wie sie es nun mal sind. Die große Versuchung für die Macher der neuen Serie besteht darin, dieses „Erfolgsrezept“ auch auf die Geschichten aus Tolkiens Welt zu übertragen (obwohl es in den Filmen bis jetzt ohne funktioniert hat). Für mich wäre die Serie in diesem Fall kein Thema mehr, auch wenn darüber hinaus der Rest passen würde. Challies weist ebenfalls darauf hin, dass Tolkien ein Familienmensch war. Die einzelnen Folgen sollten daher auch mit Kindern geschaut werden können.

Die Serie sollte vor allem mit der „Story“ glänzen

Bei einem Budget dieser Größenordnung kann es schnell passieren, dass der Fokus schnell auf Effekte, Kameraführung etc. gelegt wird und die Story darunter leidet. Natürlich ist es von Vorteil, wenn die Verfilmung professionell geschieht. Aber eine schwache Handlung kann das nicht retten.

Mir ist bewusst, dass Amazon wahrscheinlich in erster Linie das große Geld wittert; und schon die Verfilmung des Hobbits reichte nicht mehr an die HdR-Trilogie heran, weil meiner Meinung nach eher die kommerzielle Ausschlachtung als die authentische Verfilmung des Romanstoffes im Vordergrund stand. Nichtsdestotrotz hoffe ich, dass die Köpfe hinter diesem Projekt nicht nur Kommerz und schnellen Erfolg als Leitlinien haben, sondern auch überlegen, wie sie den Geschichten und dem Autor wirklich gerecht werden können.

P.S.: Hier und hier haben wir uns bereit mit dem Thema Fantasy auseinandergesetzt.

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