Christus allein

Hat die Gnade eine Chance?

Geistlicher Missbrauch in christlichen Gemeinden ist ein verbreitetes Phänomen. David Johnson und Jeff van Vonderen definieren diese Art des Missbrauchs folgendermaßen:

Geistlicher Missbrauch ist der falsche Umgang mit einem Menschen, der Hilfe, Unterstützung oder geistliche Stärkung braucht, mit dem Ergebnis, dass dieser betreffende Mensch in seinem geistlichen Leben geschwächt und behindert wird.

Ein System geistlichen Missbrauchs zu erkennen kann häufig sehr schmerzhaft sein und in einigen Fällen zur Entfremdung von nahestehenden Geschwistern führen. Was aber tun, wenn dieses System entlarvt wurde? Fliehen oder Kämpfen? Die beiden Autoren nennen einen wichtigen Aspekt:

Gott kann jederzeit in ein missbrauchendes System eingreifen, und manchmal tut er das auch. […] Aber…

Nicht immer können Situationen geändert werden. Darum wollen wir Ihnen eine Faustregel an die Hand geben, die Ihnen helfen soll zu entscheiden, ob es klug ist zu bleiben: Wenn die Gemeindeleitung der Gnade den richtigen Stellenwert einräumt – auch wenn eine Gruppe sehr gesetzlicher Schafe darunter ist –, hat die Gnade eine Chance. Schafe neigen dazu, ihren Hirten zu folgen.

Wenn die Gemeindeleitung jedoch Macht einfordert und verhaltensorientiert ist, ist die Chance, die Situation zum Guten zu verändern, sehr gering. Auch hier gilt, dass die Schafe dem Hirten folgen. Und diejenigen, die nicht gehen, werden sich in den Sog der Gesetzlichkeit und Dominierung in welcher Form auch immer hineinziehen lassen. Wenn das der Fall ist, sollten Sie vielleicht besser gehen.

Weitere Aspekte zu der Frage nach Flucht oder Kampf finden sich in dem Buch: David Johnson / Jeff VanVonderen: Die zerstörende Kraft des geistlichen Missbrauchs

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