Christus allein

Kritik am Bibelprojekt

Ich habe in der Vergangenheit hier und da auf das Bibelprojekt aufmerksam gemacht und bin bis heute begeistert von den Videos. Jetzt äußert Richard Sweatman in seinem Review: The Bible Project – Brilliant but Flawed Kritik am Inhalt. Er weist nach, dass die Macher der Videos einen sehr wichtigen Aspekt der Erlösung außen vor lassen: den Zorn Gottes bzw. die Notwendigkeit der Sühnung des Zornes Gottes.

Es scheint, dass der Tod Jesu nach dem Verständnis des Bibelprojekts nichts mit der Sühnung des Zornes Gottes zu tun hat. Es geht eher darum, dass Jesus irgendwie die Konsequenzen der Sünde auf sich nimmt, eine Schuld begleicht und den Effekt der Sünde in uns und anderen bedeckt oder reinigt. Das Kreuz bewirkt keine Sühnung.

Sweatman belegt seine These anhand einer Analyse der Videos „Opfer und Sühne“, „Römer 1-4“, „Die gute Nachricht vom Königreich Gottes“ und „Der Messias“. Erst beim Lesen des Reviews fiel mir auf, dass ich den Eindruck, dass etwas „fehlt“, beim Anschauen einiger dieser Videos auch hatte. Allerdings konnte ich nicht benennen, was es war. Beim Römerbrief wird die Gesamtaussage des Briefes durch die Auslassung des Zornes Gottes m.E. verschoben bzw. sogar verkürzt. Der Zorn Gottes spielt in Römer 1-4 schließlich eine zentrale Rolle.

Tim Mackie, einer der Macher der Videos, sagt in einem Podcast, dass das Sühnopfer nichts mit dem Zorn Gottes zu tun hat. Stattdessen behauptet Mackie, dass dieser Gedanke heidnischen Ursprungs ist. Sweatman macht jedoch klar, dass Mackie damit eine falsche Zweiteilung zwischen Gottes Liebe und Zorn macht:

Gott ist beides, unser Richter und unser Retter. Er antwortet uns mit Zorn und Liebe. Er ist zornig auf uns in unserer Sünde, aber zeigt uns auch seine Liebe indem er Christus sendet um für uns zu sterben, uns zu retten und uns mit ihm zu versöhnen (Römer 5,6-11). Wir müssen uns nicht zwischen einem Gott, der zornig ist und einem Gott, der uns liebt, entscheiden.

Die abschließenden Empfehlungen in dem Artikel zeigen, dass diese Lehre nicht nur eine Randnotiz in der Bibel darstellt und diese Kritik ernst genommen werden sollte. Wir sollten uns nicht von den ansprechenden Bildern verlocken lassen, den Inhalt ungeprüft zu übernehmen und wir sollten überlegen, wie wir die Videos einsetzen und an wen wir sie empfehlen.

Den ganzen Review findet ihr hier (auf Englisch).

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