Christus allein

„Keineswegs, Herr!“ – Spurgeon über Gesetzlichkeit

Charles H. Spurgeon war ein begnadeter englischer Prediger des 19. Jahrhunderts. Sein Andachtsbuch Auf dein Wort enthält auch für das 21. Jahrhundert wertvolle Hinweise. In den Andachten vom vierten und fünften Januar, die beide auf dem Vers „Petrus aber sprach: Keineswegs, Herr; denn ich habe noch nie etwas Gemeines oder Unreines gegessen!“ (Apg. 10,14) gründen, spricht Spurgeon Probleme an, die sich heute in vielen sog. konservativen russlanddeutschen Gemeinden wiederfinden. Da ist zum Beispiel der Formalismus

Mit Zuversicht ins neue Jahr

In 2. Petrus 1,3-11 finden sich drei Gründe, warum wir zuversichtlich in das Jahr 2018 gehen dürfen:  (1) Gott hat die Grundlage für ein authentisches, fruchtbares Christsein gelegt 3 Da seine göttliche Kraft uns alles zum Leben und zur Gottseligkeit geschenkt hat durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch seine eigene Herrlichkeit und Tugend, 4 durch die er uns die kostbaren und größten Verheißungen geschenkt hat, damit ihr durch sie Teilhaber der göttlichen Natur werdet,

Donald Trump und „christliche“ Politik

Donald Trumps Entscheidung Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, hat große Debatten ausgelöst. Ich möchte mich an dieser Stelle nicht zu Trumps Entscheidung positionieren (man kann politisch dafür oder auch dagegen argumentieren), sondern auf einen Artikel der FAZ aufmerksam machen, in dem Andreas Ross das Verhalten der amerikanischen Evangelikalen analysiert. Gerade die von dem Dispensationalismus geprägten amerikanischen Christen haben Trumps Entscheidung freudig begrüßt: Pastor John Hagee geizte nicht mit Lob, nachdem Donald Trump am Mittwoch mit

Die Kaiserin aller Fakultäten und Künste

Martin Luther in seinen bereits erwähnten Tischreden: Laßt uns die Bibel nur nicht verlieren, sondern sie mit Fleiß in Gottes Furcht und Anrufung lesen und predigen. Wenn sie bleibt, blüht und recht getrieben wird, so steht alles wohl und geht glücklich vonstatten. Denn sie ist das Haupt und die Kaiserin unter allen Fakultäten und Künsten. Wenn sie, die Theologie, am Boden liegt, so würde ich nach nichts fragen.

Musik als Gottesbeweis?

Welchen Nutzen hat (klassische) Musik? Auf diese Frage gibt es sicherlich viele gute Antworten. Ich kann mich daran erinnern, wie ich vor einiger Zeit auf meinem Fahrrad auf dem Weg zum Bahnhof Mozart gehört und mich gefragt habe, wie man diese Musik hören und nicht an Gott glauben kann? Es ging mir dabei nicht primär um Mozart (es könnte sich um dieses Stück aus der Hochzeit des Figaro gehandelt haben), sondern ganz allgemein um die

Luther in seinen Tischreden über das Wort Gottes

Am Sonntag habe ich gemeinsam mit einigen Freunden Auszüge aus Luthers Tischreden gelesen. Hier ein paar Eindrücke, die unter der Kategorie „Gottes Wort oder die Heilige Schrift“ (das „oder“ ist nicht im Sinne einer Entscheidung zu verstehen, die Begriffe werden synonym verwendet) zu finden waren. Luther zeigt auf, dass man sich die Bibel vom Heiligen Geist erklären lassen muss: Man soll die Heilige Schrift nicht nach unserer Vernunft messen, richten, verstehen und deuten, sondern sie 

Salvator Mundi: Ein Augenzwinkern Gottes

Ein Gastbeitrag von Robert: Vor zwei Wochen wurde auf einer Versteigerung in New York der „Salvator Mundi“ von Leonardo da Vinci zum Rekordpreis verkauft: für 450 Millionen Dollar. Es ist wohl das letzte Bild von da Vinci, das noch im Privatbesitz ist (wobei manche Fachleute bezweifeln, ob es wirklich den Händen da Vincis entspringt). Seitdem wurde viel darüber diskutiert, wie man diesen Kauf bewerten soll. Die einen sagen, der Kauf stinkt zum Himmel und ist

Die Bedrohung der Seele durch den Tod des Lesens

Philip Yancey hat in einem Artikel für die Washington Post ausgezeichnet beobachtet, wie das Internet und die sozialen Medien die Lesekultur beeinflussen und auch sein eigenes Leseverhalten verändert haben – und was dagegen zu tun ist. Sehr empfehlenswert: I am going through a personal crisis. I used to love reading. I am writing this blog in my office, surrounded by 27 tall bookcases laden with 5,000 books. Over the years I have read them, marked

Was ist „klassisch“ an der Ehe?

Mit der Erklärung der „Ehe für alle“ zur Gewissensfrage hat Angela Merkel eine erneute Debatte der Thematik gestartet. Das Hauptargument für die „Ehe für alle“, so scheint es, ist ein emotionales: Warum sollen zwei Menschen, die sich lieben, nicht heiraten (dürfen)? In einem Kommentar in der WELT heißt es, dass die Union nicht hat anerkennen wollen, „dass Schwule und Lesben sich zu den letzten glühenden Verteidigern einer Institution aufgeschwungen haben, die von linker Seite lange