Christus allein

Der Fels aus Norwegen (4): Der unverständliche Gott

In einer seiner letzten Predigten drückt Hallesby eine spät erkannte Wahrheit folgendermaßen aus: „Ich dachte lange, ich müsste Gott verstehen, und zerbrach mir darüber fast den Kopf. Aber nach und nach ist es mir aufgegangen, daß es zum Wesen Gottes auch gehört, unverständlich zu sein. Ja, in letzter Zeit habe ich sogar angefangen, ihm zu danken, weil er unverständlich ist. Ich erkenne nun, daß er so groß sein muß, wenn er in der Lage sein

Der Fels aus Norwegen (3): Jesu Name nie verklinget

Konzentrationslager Grini Die Biografie von Hallesby ist wirklich sehr spannend und weist zahlreiche lesenswerte Stellen auf. Doch erst auf Seite 242 wurde ich zu Tränen gerührt. Doch lest selbst, wie Hallesby von einem besonderen Geschehen berichtet, dass er während seiner zwei Jahre im Konzentrationslager Grini am Stadtrand von Oslo (1943-1945) erlebte: „Das für Hallesby ergreifendste Geschehen im Lager Grini ereignet sich, als die Gefangenen Abschied nehmen von neun jungen Männern, die am Nachmittag des 4.

Wer bin ich?

Je mehr ich Dietrich Bonhoeffer lese, desto mehr bin ich von beeindruckt von diesem Mann, von seiner Theologie, von seinen Schriften, von der Tiefe seiner Gedanken. Schon länger fasziniert mich das neben „Von guten Mächten“ wohl bekannteste Gedicht von ihm: „Wer bin ich?“. Es lässt einen nicht kalt – und irgendwie findet man sich auch wieder. Niemand versteht es so gut wie Bonhoeffer, die Spannung (Spannungsfeld!) des christlichen Lebens in Worte zu kleiden. Dieses Gedicht

Es begann in einer Mittsommernacht

Heute findet die Sommersonnenwende statt, die besonders in den nordischen Ländern mit gewissen Bräuchen verbunden ist. Das hat mich an ein Buch erinnert, das ich in meiner Teenagerzeit gelesen habe. „Es begann in einer Mittsommernacht“ von Olav Gulvaag. Das besondere an diesem Buch ist das tragische Ende. Ich weiß noch heute, wie beeindruckt ich gewesen bin – und wie traurig. Ich konnte damals nicht verstehen, wie ein Buch nicht mit einem Happy End enden kann.

Der Pfad des Gehorsams

Ein weiterer Beitrag zu unserem Lieblingsthema: Müssen wir aktiv werden oder passiv auf Gottes Eingreifen warten? J.C. Ryle schreibt folgendes dazu, wenn auch in anderem Zusammenhang: „Ich weiß, dass du dein Kind nicht bekehren kannst. Ich weiß gut, dass die, die wiedergeboren werden, nicht aus dem Willen des Mannes geboren werden, sondern aus Gott. Aber ich weiß auch, dass Gott deutlich sagt: ‚Erziehe den Knaben seinem Weg gemäß‘ und dass er den Menschen nie ein

Der Fels aus Norwegen (2): Zeiten der Erweckung

In dem Kapitel „Eine Erweckung zieht Kreise“ wird beschrieben, wie Hallesby von 1904 bis 1907 als Evangelist durch viele Orte Norwegens zieht und das Evangelium verkündigt. In diesen Jahren finden überall in Norwegen und Schweden große Evangelisationsveranstaltungen statt und massenweise strömen Leute dorthin und werden „erweckt“. Hallesby führt allein in einem Jahr 300 Veranstaltungen durch. Selbst die Hauptstädte Norwegens und Schwedens werden von der Bewegung erfasst: „Nach zwei Evangelisationswochen in Stockholm „ist der Zustrom so überwältigend

Der Fels aus Norwegen (1): Schrift und Erfahrung

Hallesbys Heimatort Aremark Ich habe angefangen, die Biografie von Ole Hallesby (Der Fels aus Norwegen, Hänssler 1991) zu lesen. Ich bin gefesselt. Einerseits bereits aus dem einfachen Grund, dass es ein Genuss ist, die Beschreibung der schönen Landschaft Norwegens zu lesen und sich gedanklich dorthin zu versetzen. Andererseits weil ich bei Hallesby eine starke Ausgewogenheit zwischen Kopf und Herz finde. In der von Joachim und Manfred Rieger übersetzten Biografie heißt es über Hallesby: „In seiner

Die Sehnsucht nach einem Sieger

Anlässlich des Jubels um den NBA-Triumph von Dirk Nowitzki ertappte ich mich selbst dabei, diesem Helden – wenn auch nur im Stillen – meine Verehrung zu zollen. Woher kommen solche Emotionen? Ich glaube, es deutet uns wieder einmal auf die Tatsache hin, dass der Mensch per Definition jemanden verehrt. Wir begehren danach, einen Sieger zu verehren. Schade, wenn es nur Sportler sind, deren Ruhm schon bald wieder verblassen wird. In diesem Zusammenhang fiel mir auch