Christus allein

Evangelicalism in One Lifetime: A Conversation with Os Guinness

Einer der brillantesten christlichen Denker der Gegenwart ist, meiner Meinung nach, Os Guinness. Seine Redegabe ist beeindruckend (er spricht ohne Skript druckreif), seine Analyse unserer Zeit ist scharfsinnig, treffend (z.B. hier ab Min 42) und vor allem ermutigend – er hat sich z.B. darüber gewundert, dass die Evangelikalen zum 500. Jubiläum der Reformation nur über die Benedict Option reden. Albert Mohler hat sich bei Thinking in Public (ein Podcast, den ich grundsätzlich nur empfehlen kann) mit

Jonathan Haidt and Tim Keller: The Closing of the Modern Mind

Vor einigen Tagen haben Tim Keller und Jonathan Haidt im Rahmen des Veritas Forums über Pluralismus, Glauben und moralische Meinungsverschiedenheiten gesprochen. Die Veranstalter schreiben dazu: „What should be our foundation for morality? How do we deal with the inevitable moral conflict in society? Is morality just a social construct? How do we deal with our biases?“ Tim Keller ist den meisten Christen ein Begriff. Jonathan Haidt ist Professor für Psychologie mit einem besonderen Fokus auf Moral. Haidt

Larry Taunton: The Faith of Christopher Hitchens

Larry Taunton hat kürzlich das Buch The Faith of Christopher Hitchens geschrieben. Brian Mattson hat das Buch für die Gospel Coalition rezensiert (bei Evangelium21 ist eine Übersetzung erschienen). Auch die New York Times hat das Buch besprochen. Die Rezensionen laden auf jeden Fall zum Lesen ein – und wer sich unter Christopher Hitchens bisher nur einen kalten, ignoraten und gefährlichen Atheisten vorgestellt hat, wird positiv überrascht werden. Ich finde es erstaunlich, dass ein Mann wie

Kevin DeYoung: „Die Klarheit des Wortes“

Christen werden oft angegriffen, weil sie sich scheinbar auf nichts einigen können. Wenn die Bibel klar und verständlich ist, heißt es oft, warum gibt es dann so viele verschiedene christliche Gruppierungen? Außerdem – wurde mit der Bibel nicht auch Sklaverei gerechtfertigt? Und was ist eigentlich mit den „christlichen“ Kreuzzügen? Ach ja, und bestimmt nicht eigentlich auch die Kirche was (und was nicht) geglaubt wird? Kevin DeYoung hat während der letzten Evangelium21-Konferenz den Workshop „Die Klarheit

Benedikt Peters: Wir brauchen Offenbarung

Wäre dem Menschen das alles nicht enthüllt worden, könnte er darüber nichts wissen. Darum ist es in sich widersprüchlich, die Heilige Schrift als eine nur begrenzt glaubwürdige und mit Irrtümern behaftete Offenbarung Gottes zu bezeichnen. Warum widersprüchlich? Wenn wir Offenbarung nötig haben, dann doch nur deshalb, weil wir aus uns und mit unseren Fähigkeiten Gott nicht hinlänglich und nicht zuverlässig erkennen und seinen Heilswillen nicht verstehen und von seinen Heilsratschlüssen nichts wissen können. Wir haben

Tim Keller: Faith is Reason

Heutzutage müssen sich Christen, aber auch generell Gläubige, oft den Vorwurf anhören, dass sie lediglich „glauben“ würden, das „Denken“ hingegen sträflich vernachlässigten. Ich erinnere mich zum Beispiel an einen ehemaligen Lehrer, der Schüler, insofern sie ihre Antwort mit „ich glaube“, begannen mit zurechtweisenden Worten in die Kirche verwies: „Glauben kannst du in der Kirche! Hier (im Unterricht) wissen wir.“ Haltbar ist dieser Gedankengang natürlich nicht, trotzdem ist er weit verbreitet. Interessanterweise ist der Grund, warum

Zwei Formen der Bibelkritik

Wer von Bibelkritik redet, denkt in der Regel an die liberale Theologie. Thomas Schirrmacher schreibt in dem Artikel „Bibeltreu oder der Bibel treu? Glaubwürdigkeit und Unfehlbarkeit der Schrift“: Zur Zeit Jesu gab es die Sadduzäer, gewissermaßen die Liberalen der damaligen Zeit, die große Teile des Alten Testamentes verwarfen und die Auferstehung der Toten leugneten. Jesus begegnet ihnen durchaus kritisch. Aber dann beschreibt er eine weitere Form der Bibelkritik: Es gibt auf der anderen Seite auch

Allgemeine Offenbarung: Konsequenzen für das missionarische Gespräch

Kürzlich habe ich der großartigen Vorlesung „Allgemeine Offenbarung“ von Thomas K. Johnson am Martin-Bucer-Seminar beiwohnen dürfen. Johnson entwickelte auf Grundlage von Römer 1,16 – 2,5 die Erkenntnis, dass Gott sich einem jeden Menschen in einem gewissen Sinn bereits offenbart hat. Jeder Mensch weiß schöpfungsbedingt, obwohl er es unterdrückt, dass er in einem Konflikt mit Gott steht und dass Gott seinen Zorn bereits jetzt täglich über den Menschen ergehen lässt. Jeder Mensch weiß auch um Gottes

Warum gibt es so viel Streit unter Christen?

„Das Christentum kann nicht wahr sein, denn sonst würde es nicht so viele Streitigkeiten und Denominationen unter Christen geben.“ Bist du schon einmal dem Argument begegnet? Wie würdest du darauf reagieren? Erwin Lutzer bespricht in seinem Buch „Einig in der Wahrheit? Grundlegende Kontroversen in der Geschichte des Christentums“ die wichtigsten Debatten in der Kirchengeschichte. Er nennt in der Einführung vier Gründe, warum sich die Christen so schwer tun, absolut einig zu sein: Der Mensch ist begrenzt in