Christus allein

Tim Keller: Faith is Reason

Heutzutage müssen sich Christen, aber auch generell Gläubige, oft den Vorwurf anhören, dass sie lediglich „glauben“ würden, das „Denken“ hingegen sträflich vernachlässigten. Ich erinnere mich zum Beispiel an einen ehemaligen Lehrer, der Schüler, insofern sie ihre Antwort mit „ich glaube“, begannen mit zurechtweisenden Worten in die Kirche verwies: „Glauben kannst du in der Kirche! Hier (im Unterricht) wissen wir.“ Haltbar ist dieser Gedankengang natürlich nicht, trotzdem ist er weit verbreitet. Interessanterweise ist der Grund, warum

Zwei Formen der Bibelkritik

Wer von Bibelkritik redet, denkt in der Regel an die liberale Theologie. Thomas Schirrmacher schreibt in dem Artikel „Bibeltreu oder der Bibel treu? Glaubwürdigkeit und Unfehlbarkeit der Schrift“: Zur Zeit Jesu gab es die Sadduzäer, gewissermaßen die Liberalen der damaligen Zeit, die große Teile des Alten Testamentes verwarfen und die Auferstehung der Toten leugneten. Jesus begegnet ihnen durchaus kritisch. Aber dann beschreibt er eine weitere Form der Bibelkritik: Es gibt auf der anderen Seite auch

Allgemeine Offenbarung: Konsequenzen für das missionarische Gespräch

Kürzlich habe ich der großartigen Vorlesung „Allgemeine Offenbarung“ von Thomas K. Johnson am Martin-Bucer-Seminar beiwohnen dürfen. Johnson entwickelte auf Grundlage von Römer 1,16 – 2,5 die Erkenntnis, dass Gott sich einem jeden Menschen in einem gewissen Sinn bereits offenbart hat. Jeder Mensch weiß schöpfungsbedingt, obwohl er es unterdrückt, dass er in einem Konflikt mit Gott steht und dass Gott seinen Zorn bereits jetzt täglich über den Menschen ergehen lässt. Jeder Mensch weiß auch um Gottes

Warum gibt es so viel Streit unter Christen?

„Das Christentum kann nicht wahr sein, denn sonst würde es nicht so viele Streitigkeiten und Denominationen unter Christen geben.“ Bist du schon einmal dem Argument begegnet? Wie würdest du darauf reagieren? Erwin Lutzer bespricht in seinem Buch „Einig in der Wahrheit? Grundlegende Kontroversen in der Geschichte des Christentums“ die wichtigsten Debatten in der Kirchengeschichte. Er nennt in der Einführung vier Gründe, warum sich die Christen so schwer tun, absolut einig zu sein: Der Mensch ist begrenzt in

Der Freiheitskämpfer

Das christliche Medienmagazin pro stellt unter obigem Titel den Theologen Klaus Berger und sein neues Buch vor: Jesus ist nicht von den Toten auferstanden. Engel, Teufel? Gibt es nicht. Wunder Jesu? Fromme Legenden. Das meinen nicht nur Atheisten – sondern auch viele Theologen. Für den Neutestamentler Klaus Berger ist dies der Grund, in einem wütenden Buch mit den Positionen seiner Kollegen abzurechnen. Ein Besuch bei einem Rebellen. Berger bezieht klar Stellung: Es gehe um nicht

Timothy Keller: Warum Gott?

Ich habe kürzlich endlich einmal, nachdem ich es immer mal wieder auszugsweise gelesen und viele wertvolle Gedanken des Buches aus seinen Vorträgen entnommen habe, Tim Kellers „Warum Gott“ komplett gelesen. Ich möchte das Buch an dieser Stelle empfehlen. Tim Keller ist seit ca. 20 Jahren Pastor einer großen Gemeinde in New York. Als er seinen Dienst begann, verurteilten ihn viele zum Scheitern. Die heute existierende „Redeemer Presbyterian Church“ belehrt die Zweifler eines Besseren. Tim Keller

Was wir von Francis Schaeffer lernen können (12): Drei Arbeitsfelder der Apologetik

In der Reflektion über die Apologetik von Francis Schaeffer spricht Dick Keyes drei Arbeitsfelder unserer apologetischen Bemühungen an, die wir stärker ins Auge fassen sollten wenn wir die Menschen unserer Zeit mit dem Evangelium erreichen wollen: 1. Es müssen Themen angesprochen werden, die die Menschen noch bewegen „Wir leben heute in einer Gesellschaft, in der die meisten Menschen abgelenkt […] und für keine Diskussion [über Wahrheit] mehr zugänglich sind. Könnten wir nicht bei den Themen

Was wir von Francis Schaeffer lernen können (11): Warum manche den christlichen Glauben ablehnen

Schaeffer erkannte in seinen Gesprächen, dass viele Menschen den christlichen Glauben nicht so sehr aufgrund falscher Denkvoraussetzungen ablehnen, sondern vielmehr aufgrund von negativen Erfahrungen: Erfahrungen mit einem christlichen Glauben, der extrem eng, inhuman und lieblos war und ein negatives Gottesbild vermittelte. Ich vermute, dass dies auch heute noch ein Grund für viele Jugendliche ist, dem Glauben den Rücken zu kehren. Schaeffer legte deshalb in seiner apologetischen Arbeit Wert darauf, dass diese Menschen ein „angemessenes Bild vom christlichen

Was wir von Francis Schaeffer lernen können (10): Sünde als Beziehungsproblem

Ein (apologetisches) Problem ist die Erklärung, was Sünde ist. Folgende Erläuterung fand ich sehr hilfreich: Dabei geht es beim Verständnis von Sünde nicht nur darum, dass wir einen äußeren, abstrakten Standard nicht erreichen – wie wenn wir zum Beispiel die Geschwindigkeitsbegrenzung nicht einhalten. Natürlich geht es um einen äußeren Standard. Doch es ist mehr als nur das: Sünde ist im Grunde ihres Wesens ein Beziehungsproblem. Wie kann man sich dieses Beziehungsproblem vorstellen? Stellt euch dazu den Unterschied