Christus allein

Der Nutzen fundamentaltheologischer Debatten

Unter August Hermann Francke erlebte der lutherische Pietismus um 1700 einen enormen Aufschwung und wurde zur „prägenden geistlichen Macht der Zeit.“ In der theologischen Ausbildung lag der Schwerpunkt in Halle auf der biblischen Exegese und praktischen Theologie. Die Bibel sollte im Zentrum des Theologiestudiums stehen. Damit grenzte sich der Pietismus von der Orthodoxie ab, deren Fokus eher auf fundamentaltheologischen, systematischen und philosophischen Fragestellungen lag. Die „intellektuelle Auseinandersetzung mit den Grundproblemen der Zeit […] blieb schwach.“ Der Kirchengeschichtler

Warum ich Auslegungspredigten bevorzuge

Mark Dever: Gelegentlich verfallen Menschen dem Irrtum, dass sie einen Bibelvers nehmen und dann über ein Thema sprechen, das irgendwie am Rande mit diesem Vers zu tun hat. Wenn ein Prediger eine Gemeinde aber mit einem Thema seiner Wahl konfrontiert und dann die biblischen Texte nur verwendet, um seinen Standpunkt zu untermauern, dann wird er in seiner Predigt nie mehr weitergeben können, als seine eigene Weisheit hergibt. Und mehr wird die Gemeinde dann auch nicht

Demütige Orthodoxie

In den letzten Tagen habe ich auf verschiedenen Blogs eine Empfehlung des Buches Humble Orthodoxy von Joshua Harris bekommen. Bei folgender, aus dem Buch zitierter, Geschichte (nach Lukas 18) musste ich schmunzelnd und nachdenklich zugleich zustimmen: One day two men went to church to pray. The first man was a shallow, uninformed evangelical. Everything about him shouted of squishy theology. He didn’t know or use big theological words. He watched Christian TV and thought it was

Ist Systematische Theologie überflüssig?

„Immer wieder einmal kommt es vor, dass wirklich gute und treue Christen in Gesprächen, Kommentaren oder Andeutungen festhalten, dass Theologie nicht so wichtig sei und ihnen die Bibel und die persönliche Erfahrung reichen würden. Mit Theologie meinen sie damit in der Regel die sogenannte Systematische Theologie. Ist das wahr?“ Eine kurze, aber treffende Antwort auf diese Frage sollte im Blog von René Malgo nachgelesen werden [Artikel leider nicht mehr verfügbar].

Theologie vs. "Einheit" – Die Wichtigkeit von reiner Lehre

Erwin Lutzer schreibt in dem Buch „Einig in der Wahrheit? Grundlegende Kontroversen in der Geschichte des Christentums“ am Schluss über die Tendenz, die Einheit der Kirche mit allen Mitteln zu erreichen – während die Lehre darunter leidet, wie er meint (und ich übrigens auch denke): Heute gilt Toleranz vielmehr als lehrmäßige Genauigkeit. Wir haben uns an christliche Talkshows gewöhnt, in denen Erfahrungen groß und Lehre sehr klein geschrieben werden. Einige der Kardinalforderungen christlicher Publizistik ist

Biblische Ganzheitlichkeit – Von Paulus lernen

Ein sehr guter Vortrag von Prof. Thomas Schirrmacher, Rektor des Martin-Bucer-Seminars über den biblischen Ansatz einer ganzheitlichen theologischen Ausbildung: http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2009/02/01.mp3 Meine Schlussfolgerung: Wir benötigen direkte Betreuung für Neubekehrte (wird bereits z.T. gemacht) und eine Gemeindebibelschule mit kleinen Klassen bzw. Gruppen (leider noch nicht vorhanden), damit dieser Ansatz verwirklicht werden kann.