Christus allein

Spielregeln für schwierige Auseinandersetzungen

Wie schneide ich theologische Themen an, bei denen ein Gespräch schnell zu Spannungen mit dem Gegenüber führen kann? Wie rede ich mit Geschwistern, die in bestimmten theologischen Positionen anders denken? Wie kann ich Auseinandersetzungen ohne Polemik führen? Wie kann ich den Argumenten des anderen folgen, ohne ihn von vornherein in eine bestimmte Schublade zu schieben? Auf diesem Gebiet bin ich ein Lernender. Deshalb habe ich mich über folgende Hinweise gefreut: 1. Unterstellen Sie anderen nichts,

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Das Wort Gottes aus dem Mund des Bruders

Zuletzt habe ich während des Gottesdienstes beim Hören der Predigt an folgende Worte von Dietrich Bonhoeffer denken müssen, die meinen Empfindungen eine Gestalt geben: Gott hat gewollt, daß wir sein lebendiges Wort suchen und finden sollen im Zeugnis des Bruders, in Menschenmund. Darum braucht der Christ den Christen, der ihm Gottes Wort sagt, er braucht ihn immer wieder, wenn er ungewiß und verzagt wird; denn aus sich selbst kann er sich nicht helfen, ohne sich

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„Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist, spricht der HERR der Heerscharen“ – die Gemeinde im Propheten Sacharja

Es gibt alttestamentliche Verse, die viele Christen auswendig kennen, die man vielleicht als Ermutigung weitergibt, ohne sich genauer mit dem Kontext und dem alttestamentlichen Buch selbst auseinandergesetzt zu haben. Der zweite Teil von Sacharja 4,6 gehört, glaube ich, zu diesen Versen: „Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist, spricht der HERR der Heerscharen“. Diesen Ausspruch kann man anderen Christen, die in Schwierigkeiten stecken, schnell als Aufmunterung mit auf den Weg geben:

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Hat die Gnade eine Chance?

Geistlicher Missbrauch in christlichen Gemeinden ist ein verbreitetes Phänomen. David Johnson und Jeff van Vonderen definieren diese Art des Missbrauchs folgendermaßen: Geistlicher Missbrauch ist der falsche Umgang mit einem Menschen, der Hilfe, Unterstützung oder geistliche Stärkung braucht, mit dem Ergebnis, dass dieser betreffende Mensch in seinem geistlichen Leben geschwächt und behindert wird. Ein System geistlichen Missbrauchs zu erkennen kann häufig sehr schmerzhaft sein und in einigen Fällen zur Entfremdung von nahestehenden Geschwistern führen. Was aber

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Gemeindegründung als Grundelement von Gemeinden

Tim Keller plädiert in Center Church dafür, dass Gemeindegründung ein natürlicher Bestandteil von Gemeinden sein sollte: In der Apostelgeschichte ist Gemeindegründung kein unnatürliches Ereignis, das mit Gewalt herbeigeführt wird, sondern fester Bestandteil der Gemeindearbeit, der beständig und ganz normal geschieht. Paulus führt nie Menschen zum Glauben, ohne auch eine Gemeinde zu gründen. Jahrzehntelang wurden in der Bibelauslegung Listen von Grundelementen des Gemeindedienstes angelegt, wie sie in der Apostelgeschichte beschrieben werden: biblische Lehre, Evangelisation, Gemeinschaft, Anleitung in der

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Wenn die Bibel missbraucht wird

In einem System, das geistlichen Missbrauch betreibt, demonstrieren die Leiter durch das Zitieren der Bibel ihre „Macht“. Das Motiv ist, die Menschen zu religiösem Verhalten zu animieren, um die Bedürfnisse der Führenden zu befriedigen, um zu „beweisen“, dass ihre Theologie richtig ist. Auch hier ist das Motiv nicht, den ihnen anvertrauten Menschen zu helfen oder mit Gott zusammenzuarbeiten, um das, was immer er im persönlichen Leben der Menschen erreichen möchte, zu verwirklichen. Abgesehen von der

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Aktuelle Ausgabe der „Gemeindegründung“ (KfG)

In der aktuellen Ausgabe der „Gemeindegründung“, einer Zeitschrift der Konferenz für Gemeindegründung e. V., ist der Name Programm. Um Appetit auf das Thema zu machen, welches m.E. in Deutschland unterbelichtet wurde und wird, zitiere ich einige Passagen aus dem stark praxisorientierten Artikel von Dr. Armin Mauerhofer „Gemeindegründung in der Umgebung“. Die gesamte Zeitschrift kann man hier herunterladen: https://kfg.org/zeitschrift Eine Gemeinde, die qualitativ wächst, hat auch organisches Wachstum. Das heißt: Sie gründet ganz selbstverständlich neue Gemeinden. Wenn

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Sola Scriptura und Älteste: Eine Frage der Autorität

Mit dem erstmalig 1520 von Luther formulierten „Schriftprinzip“ wandte sich der Reformator explizit gegen die der Bibel gleichrangig gestellte Autorität der katholischen Kirchenobrigkeit. Damit einhergehend vertraten die Reformatoren das Priestertum aller Gläubigen: Jeder einzelne Christ steht ohne Zwischeninstanz, also unmittelbar vor Gott und genießt unter anderem das Recht, die Bibel selbstständig zu lesen und zu interpretieren. Doch damit entsteht auch eine Spannung: Einerseits berichtet die Bibel in positiver Weise von Christen, die alles was sie

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Wo sind die Hirten der Gemeinde?

Dietrich Bonhoeffer schreibt in seinem Buch Nachfolge über Mt. 9,35-38: Der Anblick der Volksmenge, der in seinen Jüngern vielleicht Widerwillen, Zorn oder Verachtung erregte, erfüllte Jesu Herz mit tiefem Erbarmen und Jammer. Kein Vorwurf, keine Anklage! Gottes liebes Volk lag mißhandelt am Boden, und die Schuld daran traf die, die an ihm den Dienst Gottes versehen sollten. Nicht die Römer hatten das angerichtet, sondern der Mißbrauch des Wortes Gottes durch die berufenen Diener am Wort.

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Können Frauen Diakone sein?

In 1. Timotheus 3,11 lesen wir: „[Die] Frauen sollen ebenfalls ehrbar sein, nicht verleumderisch, sondern nüchtern, treu in allem.“ Im Kontext bezieht sich das Wort „Frauen“ (Gr. gyne) entweder auf weibliche Diakone oder die Ehefrauen von Diakonen. Die englischen Übersetzungen legen sich nicht fest: Die NIV übersetzt mit „die Frauen“, mit einer Fußnote dazu, „Möglicherweise Ehefrauen von Diakonen oder Frauen, die Diakone sind.“ Die NASB übersetzt ähnlich mit „Frauen“ mit einer Fußnote, „entweder Ehefrauen von

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