Christus allein

Cyberchrist vs. Gemeindemitglied

Michael Horton hat kürzlich auf Twitter eine Übersicht gepostet, die den Unterschied zwischen Christen, die sich nur im Internet „ernähren“ (Cyber Disciple) und Christen, die verbindlich einer lokalen Gemeinde angehören, aufzeigt. Die Übersicht soll sicher nicht das eine gegen das andere ausspielen. Sie zeigt aber deutlich, dass die Zugehörigkeit zu einer gesunden Gemeinde vor Ort für unsere geistliche Entwicklung elementar wichtig ist. Im letzten Punkt geht es z.B. um Unterordnung. Er schreibt: Während der Cyberchrist

Bedeutende Jahreszahlen russland-mennonitischer Geschichte | 1525

Mit der Reihe „Bedeutende Ereignisse mennonitischer Geschichte“ möchte ich anhand einiger wesentlicher Jahreszahlen einen groben Rahmen liefern, um die Geschichte der Russland-Mennoniten zu erfassen. Meine Absicht ist es vor allem bei denjenigen, die Nachfahren dieser Gruppierung sind oder sich hierzu zählen, Interesse an ihrer Geschichte zu wecken und zugleich Schubladen im positiven Sinne zu bieten, in die sie ihr bisheriges Wissen einsortieren können.  1525 | Die erste Gläubigentaufe & Täufergemeinde Die Wiedertäufer werden bisweilen als

Ein vollständiger Lehrplan für die Kinderstunde

Das EBTC hat einen Lehrplan für die Kinderstunde veröffentlicht, der einen sehr vielversprechenden Eindruck macht. Sie schreiben: Die Veröffentlichung des Kurses Generationen der Gnade ist ein wichtiges Projekt, das uns sehr am Herzen liegt. Wir sind überzeugt, dass es Gottes Ehre mehrt und Familien und Gemeinden zum Segen sein wird. Generationen der Gnade unterstützt Eltern und Gemeinden in der Unterweisung von Kindern im Alter von 3-11 Jahren. Neben einem zweibändigen Mitarbeiterbuch gibt es auch ein Bastel-, Mal-

Der Prophet Haggai (3): Auszeit für entmutigte Bauarbeiter (Hag 2,1-9)

I. Eine entmutigende Ausgangssituation (1-3) Es sind bereits knapp vier Wochen Bauzeit vergangen, als Gott sich seinem Volk erneut zuwendet. Es ist ein einfacher Grund: das Volk bedarf einer stärkenden Auszeit. Die Anfangsmotivation scheint der ernüchternden Realität gewichen zu sein. Die Arbeit ging womöglich nicht so schnell voran, wie gedacht und ihr ganzes Tun schien in ihren Augen so viel wie Nichts zu sein. Was die Alten unter ihnen aber vor allem schmerzte, war die

Der Prophet Haggai (2): Der Weg zu einem brennenden Herzen (1,1-15)

Es war der erste Tag des Monats, nach dem jüdischen Mondkalender also Neumond, als Gottes Wort durch Haggai an den geistlichen Leiter Jeschua und an den politischen Führer Serubbabel erging. Jeder Monat wurde mit dem Blasen in die Trompeten, ähnlich unseren Turmglocken, und mit besonderen Opfern auf dem Tempelplatz begangen[1]. Die Besonderheit dieses Tages nutzt Haggai um seine Botschaft einer großen Zuhörerschaft zu verkünden. Seine Botschaft ist ein dreifacher Aufruf: Gebt eure Gleichgültigkeit auf (1,1-4)! Erkennt

Der Prophet Haggai (1): Baut das Haus des Herrn!

Haggai steht im Schatten der großen Propheten wie z.B. Jesaja und Jeremia, aber auch einige der zwölf kleinen Propheten verweisen ihn in Bezug auf die Popularität auf einen der hinteren Plätze. Viele werden wohl ihre Schwierigkeit haben ihn in der Bibel auf Anhieb zu finden oder gar seine Botschaft zu formulieren. Doch was diesen kleinen Propheten gegenüber allen anderen ausmacht ist sein enormer Erfolg! Kein anderer Prophet hatte die Freude solch eine kurzfristige und leidenschaftliche

10 Zitate zu textauslegendem Predigen von Mark Dever

Wenn eine gesunde Gemeinde eine Versammlung sein möchte, die zunehmend Gottes Charakter widerspiegelt, […] dann dürfte es der beste Weg für die Entwicklung dieser jungen Gemeinde sein, die Christen weiter dazu anzuhalten, Gottes Wort zu lesen. Grundsätzlich bedeutet dies, dass sowohl die Pastoren als auch die Versammlung vom bibelorientierten Predigen überzeugt sein müssen. Textauslegendes Predigen bedeutet logischerweise, dass die Predigt den Bibeltext zu Grunde hat und diesen auslegt und erklärt. […] Der Wille zu bibelorientierten

Wie Kirchengeschichte eine Gemeinde beleben kann

Kirchengeschichte umfasst im Grunde zwei Ansätze: Die Geschichte der Kirchen (also der Einfluss der Kirche(n) im Allgemeinen und vor Ort auf die Gesellschaft, das Recht etc.)  und die dazugehörige Dogmen- bzw. Theologiegeschichte (also was in bestimmten Epochen gelehrt wurde). Meistens findet Kirchengeschichte an universitären Einrichtungen statt und nur selten innerhalb einer Gemeinde. Entweder man beruft sich recht schwammig auf Traditionen und „Väter“ (ohne wirklich quellenbasiert Aussagen zusammenzutragen), oder man sucht ständig den neuesten Trend, ohne

Wir brauchen einen gesunden biblischen Realismus

Evangelium21 hat vor einiger Zeit den Vortrag „Eine Gemeinde für das 21. Jahrhundert?“ von David Jackman als Booklet herausgegeben. Ich habe David Jackman in den letzten Jahren auf zwei Konferenzen als herausragenden Lehrer, der das Wort Gottes „genau schneidet“, kennen gelernt. Folgende Aussagen haben mich in diesem Booklet zum Nachdenken gebracht: Zur notwendigen Fokussierung auf das Evangelium (seine Fragen sind herausfordernd): Wir müssen dafür beten und danach streben, dass es evangeliumszentrierte Gemeinden gibt, die konfessionelle

Wenn Gemeinden durch die Verurteilung anderer leben

Hanniel hat bereits 2013 auf eine Liste von ungesunden Eigenschaften hingewiesen, die von Gemeinden entwickelt werden, die vor allem durch die Verurteilung anderer leben. Ich habe die Liste auszugsweise ins deutsche übertragen, weil sie ein erstaunlich genaues Bild von manchen sog. „konservativen“ Gemeinden zeichnet: Die Mitglieder werden einer Art Gehirnwäsche unterzogen, dass sie von der einzig wahren Gemeinde abirren und ihre Seelen in Gefahr geraten, wenn sie an irgendeinem Punkt von der Tradition der eigenen