Christus allein

Sola Scriptura und Älteste: Eine Frage der Autorität

Mit dem erstmalig 1520 von Luther formulierten „Schriftprinzip“ wandte sich der Reformator explizit gegen die der Bibel gleichrangig gestellte Autorität der katholischen Kirchenobrigkeit. Damit einhergehend vertraten die Reformatoren das Priestertum aller Gläubigen: Jeder einzelne Christ steht ohne Zwischeninstanz, also unmittelbar vor Gott und genießt unter anderem das Recht, die Bibel selbstständig zu lesen und zu interpretieren. Doch damit entsteht auch eine Spannung: Einerseits berichtet die Bibel in positiver Weise von Christen, die alles was sie

Wo sind die Hirten der Gemeinde?

Dietrich Bonhoeffer schreibt in seinem Buch Nachfolge über Mt. 9,35-38: Der Anblick der Volksmenge, der in seinen Jüngern vielleicht Widerwillen, Zorn oder Verachtung erregte, erfüllte Jesu Herz mit tiefem Erbarmen und Jammer. Kein Vorwurf, keine Anklage! Gottes liebes Volk lag mißhandelt am Boden, und die Schuld daran traf die, die an ihm den Dienst Gottes versehen sollten. Nicht die Römer hatten das angerichtet, sondern der Mißbrauch des Wortes Gottes durch die berufenen Diener am Wort.

Was wir von Tim Keller über den Umgang mit Unrecht und Kritik lernen können

Kürzlich hat Scott Sauls, der mehrere Jahre mit Tim Keller zusammengearbeitet hat, eine Danksagung an den ehemaligen New Yorker Pastor verfasst (Keller ist letztes Jahr als Pastor zurückgetreten). Sauls reflektiert darin, wie Keller ihn persönlich geprägt hat. Beeindruckend finde ich, wie Keller mit Unrecht und Kritik umgeht (sinngemäß übersetzt): Siebtens ist Tim eines der besten Vorbilder, die ich gesehen habe, wenn es darum geht, Scham mit dem Evangelium zu bedecken. In den fünf Jahren, in

10 Zitate zu textauslegendem Predigen von Mark Dever

Wenn eine gesunde Gemeinde eine Versammlung sein möchte, die zunehmend Gottes Charakter widerspiegelt, […] dann dürfte es der beste Weg für die Entwicklung dieser jungen Gemeinde sein, die Christen weiter dazu anzuhalten, Gottes Wort zu lesen. Grundsätzlich bedeutet dies, dass sowohl die Pastoren als auch die Versammlung vom bibelorientierten Predigen überzeugt sein müssen. Textauslegendes Predigen bedeutet logischerweise, dass die Predigt den Bibeltext zu Grunde hat und diesen auslegt und erklärt. […] Der Wille zu bibelorientierten

Das Predigeramt aus Sicht eines Puritaners (6): Beweggründe, die antreiben sollen, auf die ganze Herde Acht zu haben

Schon eine lange Zeit (fast 9 Monate) habe ich nicht mehr über das Buch von Richard Baxter gebloggt; vor kurzem jedoch wurde ich ermutigt, trotz der langen Zeit weiter über den Inhalt des Buches zu berichten, was ich hiermit tun möchte. Damit ihr einen kleinen Überblick zum Wiedereinstieg habt ist hier ein ganz grober Überblick über das bereits Geschriebene: Nachdem Baxter erläutert, warum er dieses Buch verfasst hat – nämlich um den geistlichen Stand seiner

Matthew Henry zu Hebräer 13,17

„Gehorcht euren Lehrern und folgt ihnen, denn sie wachen über eure Seelen – und dafür müssen sie Rechenschaft geben -, damit sie das mit Freuden tun und nicht mit Seufzen; denn das wäre nicht gut für euch. “ – Hebräer 13,17 Matthew Henry ist ein fundierter und gern zitierter Bibelkommentator. Er bemerkt zu dieser Stelle: … the apostle tells us what is the duty that people owe to their living ministers […] The duty—to obey them,

Das Predigeramt aus Sicht eines Puritaners (4): Die Beschaffenheit der Aufsicht über die Herde

In den vorangegangenen zwei Kapiteln ist Baxter zuerst auf den Satz „Habt Acht auf euch selbst“ eingegangen. Es war ihm ein wichtiges Anliegen, dass die Prediger zuerst über ihren eigenen Zustand und das, was sie für ihre eigene Seele tun müssen, nachdenken, bevor überhaupt überlegt werden kann, was für den Nächsten/die Gemeinde getan werden muss. Ansonsten kommt es zu dem Problem, dass das, was sie öffentlich verkündigen, durch ihr Verhalten wieder in Zweifel gezogen wird. „So

Wie man dienstuntauglich werden kann

Nie gegen einen Bruder, sondern immer um einen Bruder kämpfen! Es mag sein, dass wir in wichtigen Dingen verschiedener Meinung sind. Das wollen wir nicht gering nehmen. Aber lasst es doch nicht zu diesen verhärteten Fronten kommen. Auch der andere, der oft soviel Unverständliches tut, der dir vielleicht sehr wehgetan hat, bleibt dein Bruder. Und bis zum letzten Atemzug seid ihr um Jesu willen zusammengebunden und müsst umeinander ringen, nie gegeneinander. Wenn es erst einmal

Das Motiv unseres Dienstes: Anerkennung und Macht?

Letzte Woche hatte ich die Möglichkeit, während einer langen Autofahrt eine Karfreitagspredigt von Tim Keller über Philipper 2,1-11 zu hören (Imitating the Inkarnation). 3 Tut nichts aus Selbstsucht oder nichtigem Ehrgeiz, sondern in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst. 4 Jeder schaue nicht auf das Seine, sondern jeder auf das des anderen. 5 Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war, 6 der, als er in der Gestalt