Christus allein

Hat die Gnade eine Chance?

Geistlicher Missbrauch in christlichen Gemeinden ist ein verbreitetes Phänomen. David Johnson und Jeff van Vonderen definieren diese Art des Missbrauchs folgendermaßen: Geistlicher Missbrauch ist der falsche Umgang mit einem Menschen, der Hilfe, Unterstützung oder geistliche Stärkung braucht, mit dem Ergebnis, dass dieser betreffende Mensch in seinem geistlichen Leben geschwächt und behindert wird. Ein System geistlichen Missbrauchs zu erkennen kann häufig sehr schmerzhaft sein und in einigen Fällen zur Entfremdung von nahestehenden Geschwistern führen. Was aber

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Es geht nicht um Regeln, sondern um die Genugsamkeit der Schrift

Gesetzliche Gemeinden rechtfertigen außerbiblische Regeln (z.B. in Bezug auf Kleiderordnungen) manchmal mit dem Hinweis darauf, dass diese Ordnungen auf Erfahrungen beruhen, geschichtlich gewachsen sind und ein gutes Ziel verfolgen. Kritikern der Regeln wird ein schlechtes Gewissen gemacht, indem ihnen die Frage gestellt wird, warum ihnen die Freiheit in Bezug auf diese Regeln so wichtig ist. Offenbart nicht gerade das kritische Hinterfragen der Regeln eine „weltliche Gesinnung“? Warum sonst kann man sich nicht einfach dieser Regel

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Befreit von der Macht der Sünde – Wilhelm Busch über Heiligung

Kürzlich bin ich auf eine ermutigende Predigt von Wilhelm Busch gestoßen, in der er anhand von Römer 6 das Thema Heiligung entfaltet. In dem Abschnitt macht Paulus klar, dass wir mit Christus der Sünde gestorben sind – und durch seine Auferstehung in einem neuen Leben wandeln. Der Karfreitag und die folgenden Ostertage sind ein guter Anlass, mit Busch ganz praktisch über die Auswirkungen des Todes und der Auferstehung Jesu in unserem persönlichen Leben nachzudenken:

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Sittsamkeit ist wichtig: was nicht anzuziehen ist

Tim Challies hat vor einigen Jahren einige dreiteilige Artikelreihe veröffentlicht, auf die ich kürzlich aufmerksam gemacht wurde. Die Ausführungen sind, wie ich finde, wirklich hilfreich (und zeigen auch, dass es sich hier um kein singulär russlanddeutsches Problem handelt): Challies geht das Thema biblisch und sehr differenziert an, pauschalisiert nicht, sondern zeigt auf, worum es dem Evangelium und im Evangelium tatsächlich geht. Ich habe die Artikel gewinnbringend gelesen und empfehle die Lektüre herzlich weiter. Ich habe

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Die Herausforderung sittsamer Kleidung: Das Herz der Sittsamkeit

Das Wort „Keuschheit“ ist im heutigen Sprachgebrauch eher unüblich, es scheint etwas Antiquiertes an sich zu haben. Der Duden schreibt ihm die Bedeutungen „sexuelle Enthaltsamkeit“, „Sittsamkeit“ und „moralische Reinheit, Integrität“ zu – das sind an sich keine schlechten Tugenden. In russlanddeutschen Gemeinden verbindet man mit diesem Begriff vor allem Debatten über (Frauen)Kleidung. Manche Russlanddeutsche beharren auf strengste Kleidungsvorschriften und verstehen diese als wichtiges Abgrenzungsmerkmal zur Welt und auch als natürlichen Bestandteil des christlichen Zeugnisses. Andere

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Dürfen Christen Erdnussbutter essen? – Gute Predigt über Gesetzlichkeit

Vor zwei Wochen hielt Matthias Mockler eine Predigt unter dem Titel Pharisäer oder Jünger? über Lukas 5,33-6,11. Sitzengeblieben ist mir nicht nur seine Frage und sein Beispiel zum Einstieg. Ich empfehle die ganze Predigt sehr herzlich. In der Predigt spricht Matthias das wichtige Thema Gesetzlichkeit in aller Klarheit an, ohne jedoch vor lauter Pharisäer-Schelte den Blick auf sich selbst zu verlieren. Ich wünsche der Predigt eine weite Verbreitung!

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Fünf Gründe, warum ich für meine russlandmennonitischen Wurzeln dankbar bin

Meine Wurzeln liegen zu einem großen Teil bei den Russlandmennoniten. Wikipedia definiert und erklärt: „Als Russlandmennoniten werden die Nachkommen jener deutschsprachigen Mennoniten bezeichnet, die seit Ende des 18. Jahrhunderts vornehmlich aus dem westpreußischen Weichseldelta nach Südrussland in das Gebiet der heutigen Ukraine auswanderten und sich dann in verschiedenen Migrationswellen seit 1874 zunächst nach Kanada, seit dem Ersten Weltkrieg auch nach Süd- und Mittelamerika ausgebreitet haben. […] Von den ca. 2,2 Mio. russlanddeutschen Aussiedlern, die heute in Deutschland leben, haben ca. 200.000 einen plautdietschen bzw. russlandmennonitischen Hintergrund.“ Andy hat in

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Sola Scriptura und Älteste: Eine Frage der Autorität

Mit dem erstmalig 1520 von Luther formulierten „Schriftprinzip“ wandte sich der Reformator explizit gegen die der Bibel gleichrangig gestellte Autorität der katholischen Kirchenobrigkeit. Damit einhergehend vertraten die Reformatoren das Priestertum aller Gläubigen: Jeder einzelne Christ steht ohne Zwischeninstanz, also unmittelbar vor Gott und genießt unter anderem das Recht, die Bibel selbstständig zu lesen und zu interpretieren. Doch damit entsteht auch eine Spannung: Einerseits berichtet die Bibel in positiver Weise von Christen, die alles was sie

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„Keineswegs, Herr!“ – Spurgeon über Gesetzlichkeit

Charles H. Spurgeon war ein begnadeter englischer Prediger des 19. Jahrhunderts. Sein Andachtsbuch Auf dein Wort enthält auch für das 21. Jahrhundert wertvolle Hinweise. In den Andachten vom vierten und fünften Januar, die beide auf dem Vers „Petrus aber sprach: Keineswegs, Herr; denn ich habe noch nie etwas Gemeines oder Unreines gegessen!“ (Apg. 10,14) gründen, spricht Spurgeon Probleme an, die sich heute in vielen sog. konservativen russlanddeutschen Gemeinden wiederfinden. Da ist zum Beispiel der Formalismus

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Führt die Umsetzung von Sola Scriptura zur Abkehr von der Schrift? Eine Stellungnahme zum Artikel von Eduard Freitag in „Dem Lamme nach“

Einleitung Dieser Beitrag enthält eine Stellungnahme zum Artikel Die Bibel als Grundlage unserer Entscheidungen, Teil 1 von Eduard Freitag (Hinweise: a. Die Stellungnahme steht hier auch als PDF zur Verfügung; b. Vor der Veröffentlichung habe ich mit Eduard Freitag telefoniert, die Stellungnahme liegt ihm ebenfalls vor). Der Artikel erschien in der Zeitschrift Dem Lamme nach, Ausgabe 3/2017, S. 41-45. Die Zeitschrift wird von der Bruderschaft der Christengemeinden in Deutschland (BCD) quartalsweise herausgegeben. Die BCD ist die

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