Christus allein

Manfred Siebald über C. S. Lewis

Die Bücher und Essays von C. S. Lewis machten mir die Wichtigkeit logischen und klaren Denkens innerhalb einer ganzheitlichen Existenz deutlich. Nachdenken über Gott durfte nicht vom eigenen Gehorsam abgekoppelt werden, und doch (oder deshalb) konnte es sich der Glaube leisten, sich mit kritischen Fragen auseinanderzusetzten, weil er ja von viel mehr lebte als nur von theoretische Begründungen.

Die Souveränität Gottes und die Evangelisation

In den letzten Beiträgen ging es wiederholt um Gottes Souveränität in der Evangelisation. Helmut machte mich auf einen Artikel von Rudolf Möckel aufmerksam, der diese Frage aufgreift. Möckel spricht von der Erwählung zum Heil allein durch Gottes Gnade und macht deutlich, dass wir nicht nur ein bisschen tot waren vor unserer Bekehrung: Daher konnten wir in keiner Weise an unserer Rettung mitwirken. Er bleibt jedoch nicht dabei stehen. Er erklärt weiter: „Neben die Lehre von

Was wir von Francis Schaeffer lernen können (4): Die Gefahr der Verschiebung zur Erfahrung

Wer den Fluss der Geistesgeschichte analysiert, wird feststellen, dass es in der westlichen Welt „einen wachsenden aufklärerischen Impuls hin zum Rationalismus“ gegeben hat: Der Mensch versucht Welt und Leben unabhängig von göttlicher Offenbarung allein durch die menschliche Vernunft zu verstehen. ‚Vernunft‘ bedeutet demnach, in einem geschlossenen System, das auf Ursache und Wirkung aufbaut und Gott ausschließt, zu denken. Es bedeutet, die Welt auf eine naturalistische Art zu betrachten und alles Übernatürliche als unvernünftig auszuschließen. „Diese

Martyn Lloyd-Jones „privat“(2): Die Balance halten

Viele theologische Lehrmeinungen neigen dazu, einen bestimmten Aspekt der Bibel besonders stark zu betonen und im Gegenzug andere zu vernachlässigen. Deutlich wird das zum Beispiel im Disput zwischen den „Theoretikern“ (die Wichtigkeit von reiner Lehre wird sehr betont) und den „Praktischen“ („wir müssen auch etwas tun“). Martyn Lloyd-Jones wusste beides zu verbinden: Viele Menschen haben sich nach dem Geheimnis seines einzigartig kraftvollen Predigtdienstes gefragt. Er könnte die ersten Anzeichen dafür bereits als Jugendlicher, im Jahr

Dem Lehr-Streit nicht aus dem Weg gehen

dazu Martin Luther: „Wenn ich auch mit der lautesten Stimme und klarsten Darlegung jedes Stück der Wahrheit Gottes bekenne mit Ausnahme genau jenes kleinen Punktes, den die Welt und der Teufel im Moment angreifen, dann bezeuge ich nicht Christus, wie lautstark auch immer ich mich zu ihm bekenne. Die Treue eines Soldaten beweist sich da, wo gerade der Kampf wütet. Außerhalb des Kampfes an der Front standhaft zu sein ist nichts anderes als Flucht und

Theologie vs. "Einheit" – Die Wichtigkeit von reiner Lehre

Erwin Lutzer schreibt in dem Buch „Einig in der Wahrheit? Grundlegende Kontroversen in der Geschichte des Christentums“ am Schluss über die Tendenz, die Einheit der Kirche mit allen Mitteln zu erreichen – während die Lehre darunter leidet, wie er meint (und ich übrigens auch denke): Heute gilt Toleranz vielmehr als lehrmäßige Genauigkeit. Wir haben uns an christliche Talkshows gewöhnt, in denen Erfahrungen groß und Lehre sehr klein geschrieben werden. Einige der Kardinalforderungen christlicher Publizistik ist

Lehre und Leben (4): Kopfwissen rettet nicht

In dem Artikel „Halte fest“ (auf englisch) plädiert J. C. Ryle dafür, den Kampf für die Wahrheit zu führen, auch wenn er nicht populär ist. Ryle war ein Mann, der auf gesunde Lehre großen Wert legte. Folgende Passage machte mich jedoch nachdenklich: „Leser, es wird weder dich noch mich erretten, wenn wir alle Kontroversen kennen und alles erkennen können, was falsch ist. Kopfwissen wird weder dich noch mich in den Himmel bringen. Wir werden nicht

Lehre ist Leben (3): Die Kraft liegt in der Wahrheit

Unter Spurgeons Kanzel haben unzählige Menschen ihre Bekehrung erlebt. Worin lag die Kraft seines Dienstes? Wolfgang Bühne schreibt in einem Nachwort in dem Andachtsbuch „Auf dein Wort“ (gibt es hier als PDF), dass auf Auszügen aus den Predigten Spurgeons aufbaut: „Spurgeon predigte ein unverkürztes, kompromißloses Evangelium. Die völlige Verlorenheit des natürlichen Menschen, die unwiderrufliche Rechtfertigung durch den Glauben an das stellvertretende Opfer Jesu, der Glaubensgehorsam des Christen dem Wort Gottes gegenüber […].“ (S. 374) Spurgeons

Der Pfad des Gehorsams

Ein weiterer Beitrag zu unserem Lieblingsthema: Müssen wir aktiv werden oder passiv auf Gottes Eingreifen warten? J.C. Ryle schreibt folgendes dazu, wenn auch in anderem Zusammenhang: „Ich weiß, dass du dein Kind nicht bekehren kannst. Ich weiß gut, dass die, die wiedergeboren werden, nicht aus dem Willen des Mannes geboren werden, sondern aus Gott. Aber ich weiß auch, dass Gott deutlich sagt: ‚Erziehe den Knaben seinem Weg gemäß‘ und dass er den Menschen nie ein

Der Fels aus Norwegen (1): Schrift und Erfahrung

Hallesbys Heimatort Aremark Ich habe angefangen, die Biografie von Ole Hallesby (Der Fels aus Norwegen, Hänssler 1991) zu lesen. Ich bin gefesselt. Einerseits bereits aus dem einfachen Grund, dass es ein Genuss ist, die Beschreibung der schönen Landschaft Norwegens zu lesen und sich gedanklich dorthin zu versetzen. Andererseits weil ich bei Hallesby eine starke Ausgewogenheit zwischen Kopf und Herz finde. In der von Joachim und Manfred Rieger übersetzten Biografie heißt es über Hallesby: „In seiner