Christus allein

Der Predigtstil von Esra

Wie soll man predigen, damit ein Volk, dass sich zwar „Volk Gottes“ nennt, aber das Wort Gottes nicht wirklich kennt, wieder neu belebt wird? Emotional? Mit bewegenden Geschichten oder Erfahrungen? Mit der Moralkeule? Esra zeigt bereits im Alten Testament, dass er auf die Auslegungspredigt setzt: Esra öffnete das Buch vor aller Augen, denn er stand höher als das versammelte Volk. Als er das Buch aufschlug, erhoben sich alle. […] Man las aus dem Buch, dem Gesetz Gottes,

David Platt über Mission und Jüngerschaft

David Platt ist amerikanischer Pastor und zurzeit der Präsident des International Mission Board der Südlichen Baptisten. Wenn man David Platt zuhört, merkt man schnell, dass er genau der richtige Mann für diesen Posten ist: Platts authentischer Missionsdrang zeigt sich auch in den Büchern, die er schreibt: Zu seinen Titeln gehören unter anderem What Did Jesus Really Mean When He Said Follow Me? und Radical: Thinking Back Your Faith from the American Dream. Vor einigen Jahren

Was Albert Mohler seinem 20-jährigem Selbst sagen würde

In christlichen Kreisen wird manchmal davor gewarnt, Prediger zu (stark zu) verehren – wir folgen schließlich Christus und nicht seinen fehlbaren Dienern. Diese Warnung ist durchaus berechtigt. Im Dezember des letzten Jahres wurde Albert Mohler in einer „Ask Anything“-Fragestunde die Frage gestellt, was er seinem 20-jährigen Selbst sagen würde. Hier seine – gerade in diesem Zusammenhang – äußerst interessante Antwort (grob übersetzt): Ich habe kürzlich zu einigen Studenten gesprochen und ich habe ihnen gesagt: Wisst

John Stott über Prediger

Es ist ein enormes Vorrecht, heutzutage zum Prediger und Bibelausleger berufen zu sein! Denn dann steht man auf der Kanzel mit Gottes Wort in den Händen, Gottes Geist im Herzen, Gottes Volk vor Augen und erwartet, dass Gottes Stimme gehört und gehorcht wird. Dieses große Vorrecht bringt eine ebenso große Verantwortung mit sich. Wir alle müssen unserer heiligen Pflicht der Auslegung auf höchstmöglichem und vorzüglichem Niveau nachkommen. Das schöne Zitat fand ich im Arbeitszimmer eines

Ratschläge an junge Prediger

Die Liste stammt von Charles Spurgeon, gefunden habe ich sie im Arbeitszimmer eines Predigers: Durch die Einleitung leite ein – Predige nicht. Wiederhole nicht unnötig; „inhaltslos“ wird beim 2. Mal nicht „inhaltsreich“. Sage es in 40 Minuten, sonst schweige. Darum – bereite dich gründlich vor. Lebe was du predigst, denn sonst lebst du umsonst. Predige mit Herz – wie willst du Halbherziges durch Halbherziges korrigieren? Verwende Bilder – lass die Wahrheiten sichtbar werden. Überrasche sie

Das Predigeramt aus Sicht eines Puritaners (6): Beweggründe, die antreiben sollen, auf die ganze Herde Acht zu haben

Schon eine lange Zeit (fast 9 Monate) habe ich nicht mehr über das Buch von Richard Baxter gebloggt; vor kurzem jedoch wurde ich ermutigt, trotz der langen Zeit weiter über den Inhalt des Buches zu berichten, was ich hiermit tun möchte. Damit ihr einen kleinen Überblick zum Wiedereinstieg habt ist hier ein ganz grober Überblick über das bereits Geschriebene: Nachdem Baxter erläutert, warum er dieses Buch verfasst hat – nämlich um den geistlichen Stand seiner

Mission im 21. Jahrhundert

Im Anschluss an den Hinweis auf einen Artikel in der Zeitschrift Reformation Heute zum Thema „Die Verkündigung des Evangeliums“ ist im Theoblog eine interessante Diskussion entstanden. In dem Artikel hebt Ron Kubsch die Predigt als Mittel der Mission hervor. Ein Leser jedoch hinterfragt die Wirksamkeit der Predigt als zentrales Werkzeug der Mission: Frontalunterricht, auch “Predigt” genannt als Werkzeug der Mission? Die absolute Erfolglosigkeit ist vorprogrammiert! Machen Sie doch einmal die Gegenprobe: wie würden Sie selbst

Das Predigeramt aus Sicht eines Puritaners (5): Die Art und Weise der Aufsicht

Nachdem Baxter zuerst von der Beschaffenheit der Aufsicht, die ein Bischof üben soll, gesprochen hat, geht er nun in 15 kompakten Punkten darauf ein, wie die Aufsicht durchgeführt werden soll. Von den 15 Punkten, von denen keiner an Aktualität verloren hat und jeder sehr wichtig ist, möchte ich die für mich wichtigsten kurz wiedergeben. Als ersten Punkt nennt Baxter die Motivation. 1. Das Predigtamt muss allein um Gottes Willen zur Errettung von Menschenseelen ausgeführt werden

Das Predigeramt aus Sicht eines Puritaners (4): Die Beschaffenheit der Aufsicht über die Herde

In den vorangegangenen zwei Kapiteln ist Baxter zuerst auf den Satz „Habt Acht auf euch selbst“ eingegangen. Es war ihm ein wichtiges Anliegen, dass die Prediger zuerst über ihren eigenen Zustand und das, was sie für ihre eigene Seele tun müssen, nachdenken, bevor überhaupt überlegt werden kann, was für den Nächsten/die Gemeinde getan werden muss. Ansonsten kommt es zu dem Problem, dass das, was sie öffentlich verkündigen, durch ihr Verhalten wieder in Zweifel gezogen wird. „So

Drei Hinweise zur Vorbereitung einer Andacht

Der frühere Bundeswart des Westdeutschen Jungmännerbundes, Johannes Busch, gab in einem 1947 erschienenen Buch drei Hinweise an Mitarbeiter in der Jugendarbeit, die man bei der Vorbereitung einer Bibelarbeit (Andacht, Predigt, etc.) beachten sollte. Sie haben nichts von ihrer Aktualität verloren: Jede Vorbereitung beginnt mit der Arbeit am Text: Was steht eigentlich da? Ich muss es lernen, solange vor jedem Satz, vor jedem Wort meines Textes stillzustehen, bis es mir deutlich wird, was mir da gesagt