Christus allein

Streben nach Heiligung (1): Wir sprechen nicht gerne über unsere eigene Verantwortung

In seinem Buch Streben nach Heiligung fordert der vor zwei Jahren heimgegangene Jerry Bridges die Gläubigen zu einer christus-ehrenden Heiligung heraus. Lesenswert und lebenswert. Ein Bauer pflügt, sät die Saat, düngt und bestellt das Feld – in dem Bewusstsein, dass er letzten Endes gänzlich abhängig ist von Kräften außerhalb seiner selbst. Er weiß, er kann weder die Saat zum Keimen bringen noch den Regen oder die Sonne erzeugen, die erst das Wachstum und die Ernte

Siegfried Kettling zu Philipper 2,12: Weil Gott alles tut, so tut ihr nun das Ganze!

In Philipper 2,12f. findet sich eine paulinische Aussage von hoher theologischer Kraft und Tragweite: „Schaffet eure Rettung (soteria) mit Furcht und Zittern, denn Gott ist’s, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.“ Da ist zuerst ein Imperativ, der allen Synergismus weit überbietet, geradezu „monergistisch“ lautet: Ihr Menschen, eure Seligkeit zu schaffen, ist eure Sache, da seid ihr dran! Den Abschluß bildet ein Aussagesatz, eine Feststellung, die ebenso „monergistisch“ alles

Persönliche Reformation

In der letzten Woche haben mich sechs persönliche Berichte sehr gefreut, die ich auf dem Blog von Hanniel Strebel lesen konnte. Und zwar berichteten die Blogger von Flowing Waters, wie sie die „Lehren der Gnade“ schätzen und lieben lernten. Mich freuten die Beträge auch deshalb, weil sie ein Stück weit mein Leben widerspiegeln. So heißt es z. B.: Für mich schien es immer selbstverständlich, dass jeder Mensch in seinen Entscheidungen absolut frei ist und es

Kommentare zum neuen Buch von Wilfried Plock

Wilfried Plock, aus dessen Vorträgen und Büchern ich als junger Gläubiger einiges lernen konnte, hat im Dezember sein neues Buch „Warum ich weder Calvinist noch Arminianer bin“ herausgegeben. Auf der Facebookseite von Wilfried Plock hat Berthold Schwarz hilfreich kommentiert: Gut, dass das wichtige Thema auf Gemeindeebene angesprochen und erörtert wird, sofern Leute das Buch lesen und auswerten. Gut, dass es in dem Buch um eine ausgewogene biblische Bewertung als Zielsetzung geht, die zumindest als Mittellösung

Whitefield: Oh, wie vorzüglich sind die Lehre der Erwählung und des Ausharrens der Gläubigen!

John Pipers schließt sein Buch Five Points toward a deeper experience of God’s Grace, das ich herzlich zur Lektüre empfehle, mit einigen Zeugnissen aus der Kirchgeschichte ab. Über George Whitefield (1714-1770) berichtet er (S. 87f.): Jonathan Edwards weinte offen, als George Whitefield in seiner Gemeinde predigte, weil er sah wie sehr Whitefield die Botschaft liebte, die er predigte. Whitefield, ein großer Evangelist, sagte: „Ich begrüße den calvinistischen Ansatz nicht wegen Calvin, sondern weil Jesus Christus mich

Die Lehren der Gnade: Persönliche Berichte

Hanniel hat vor einigen Tagen in einem 8minütigen-Beitrag erzählt, wie er die Lehren der Gnade entdeckte und wie sie seinen gesamten Alltag verändern. Ich bin sehr dankbar für sein persönliches Zeugnis, weil er mir aus dem Herzen spricht. Manchmal, scheint mir, wird man als Anhänger der Lehren der Gnade als verkopfter Theologe, der unnötige Debatten führt, wahrgenommen. Man übersieht, dass diese Überzeugung nicht aus Liebe zu einem geschlossenen logischen System (das es auch gar nicht

Jeder Christ glaubt an die Souveränität Gottes

In dem Buch „Prädestination und Verantwortung. Gott und Mensch in der Verkündigung“ zeigt J. I. Packer, dass letztlich jeder Christ an die Souveränität Gottes glaubt, ob er sich nun zum Calvinismus bekennt oder nicht. Die Tatsache, dass wir beten, ist der erste Beweis dafür: Wenn der Christ betet, ist es nicht ein Versuch, auf Gott einen Druck auszuüben, sondern das demütige Eingeständnis der Hilflosigkeit und Abhängigkeit. Wenn wir vor ihm niederknien, ist uns bewusst, dass

Und dennoch bleibe ich stets bei dir…

Wenn man mit Gläubigen über die Zuversicht in Christus, die Heilssichherheit und die tröstende Tatsache, das nichts und niemand uns aus Gottes Hand reißen kann, spricht, hört man oft folgende Aussage: „Ja, Christus wird uns durchtragen -> wenn wir uns an ihm festhalten!“ – so oder so ähnlich hört man es dann. Ich will die Tatsache, dass der Gläubige in der Schrift sehr klar zum Bleiben (=Ausharren) aufgefordert wird (z.B. Kol. 1,23), nicht abschwächen –

Rarely do you hear me talking about Calvinism

Sind Christen, die die Souveränität Gottes als Überschrift über ihre gesamte Theologie schreiben, verkopfte Theoretiker bei denen die christliche Praxis zu kurz kommt? Ich habe hier eine ermutigende und herausfordernde Antwort gefunden. Folgende Aussagen haben mir besonders gefallen: Um was es bei der Frage nach der Souveränität Gottes wirklich geht: For me, the sovereignty of God was my lifeline. Either God was in control of every detail of my life for my good and his

Prädestination oder freier Wille?

Erwin Lutzer  führt nach einer kurzen Gegenüberstellung der beiden Positionen, die klassisch durch Erasmus (freier Wille) und Luther (unfreier Wille) vertreten wurden, folgenden hilfreichen Vergleich an: …die heutigen Evangelikalen sehen den Menschen als einen Ertrinkenden, dem Gott in seiner Gnade ein Seil zuwirft. Ob der Ertrinkende nach dem Seil greift oder nicht, das liege an seiner eigenen freien Entscheidung und Bereitwilligkeit. Und hat er einmal das Seil gepackt, muss er es festhalten bis zum Schluss.