Christus allein

Macht die Erwählungslehre Mission überflüssig?

EIn Gastbeitrag von Benjamin Tissen: Es gab und wird wahrscheinlich immer Menschen geben, die aus der Erwählungslehre (Gott erwählt souverän vor Grundlegung der Welt, wer an ihn glauben und zu seinem heiligen Volk gehören wird) schlussfolgern, dass dann ja jegliche Anstrengung, Menschen mit dem Evangelium zu erreichen, überflüssig wäre. Denn ‚Gott macht ja eh alles wie er will‘ und wir können nichts daran ändern… Das Gefährliche daran ist, dass man schlussfolgert; anstatt die Wahrheiten der

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Die Lehren der Gnade – Eine Rezension

Was würdest du tun, wenn du weißt, du hättest nur noch wenige Monate zu leben? Ich weiß nicht, was ich tun würde. Als James Montgomery Boice in so eine Situation kam, als er eine Krebs-Diagnose erhielt, schrieb er Loblieder und arbeitete an dem Buch Die Lehren der Gnade. Er erlebte die Herausgabe des Buches nicht mehr, welches aber von seinem Mitarbeiter Philipp Graham Ryken fertiggestellt wurde. Das Buch kommt einem Vermächtnis gleich, in dem die

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Der Wert der begrenzten Sühne

Angestoßen durch eine Aussage auf der diesjährigen E21-Konferenz habe ich in letzter Zeit immer wieder über einen der fünf Punkte des Calvinismus nachgedacht, nämlich die „begrenzte Sühne“. Kai Soltau erwähnte in seinem Vortrag über Charles Spurgeon, dass der „Prince of Preachers“ durch diese Lehre besonders motiviert wurde, das Evangelium zu verkündigen. Das ist deshalb interessant, weil die Kritik an diesem Aspekt häufig lautet, dass die Lehre der begrenzten Sühne die Notwendigkeit der Evangelisation untergräbt, da

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Streben nach Heiligung (1): Wir sprechen nicht gerne über unsere eigene Verantwortung

In seinem Buch Streben nach Heiligung fordert der vor zwei Jahren heimgegangene Jerry Bridges die Gläubigen zu einer christus-ehrenden Heiligung heraus. Lesenswert und lebenswert. Ein Bauer pflügt, sät die Saat, düngt und bestellt das Feld – in dem Bewusstsein, dass er letzten Endes gänzlich abhängig ist von Kräften außerhalb seiner selbst. Er weiß, er kann weder die Saat zum Keimen bringen noch den Regen oder die Sonne erzeugen, die erst das Wachstum und die Ernte

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Siegfried Kettling zu Philipper 2,12: Weil Gott alles tut, so tut ihr nun das Ganze!

In Philipper 2,12f. findet sich eine paulinische Aussage von hoher theologischer Kraft und Tragweite: „Schaffet eure Rettung (soteria) mit Furcht und Zittern, denn Gott ist’s, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.“ Da ist zuerst ein Imperativ, der allen Synergismus weit überbietet, geradezu „monergistisch“ lautet: Ihr Menschen, eure Seligkeit zu schaffen, ist eure Sache, da seid ihr dran! Den Abschluß bildet ein Aussagesatz, eine Feststellung, die ebenso „monergistisch“ alles

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Persönliche Reformation

In der letzten Woche haben mich sechs persönliche Berichte sehr gefreut, die ich auf dem Blog von Hanniel Strebel lesen konnte. Und zwar berichteten die Blogger von Flowing Waters, wie sie die „Lehren der Gnade“ schätzen und lieben lernten. Mich freuten die Beträge auch deshalb, weil sie ein Stück weit mein Leben widerspiegeln. So heißt es z. B.: Für mich schien es immer selbstverständlich, dass jeder Mensch in seinen Entscheidungen absolut frei ist und es

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Kommentare zum neuen Buch von Wilfried Plock

Wilfried Plock, aus dessen Vorträgen und Büchern ich als junger Gläubiger einiges lernen konnte, hat im Dezember sein neues Buch „Warum ich weder Calvinist noch Arminianer bin“ herausgegeben. Auf der Facebookseite von Wilfried Plock hat Berthold Schwarz hilfreich kommentiert: Gut, dass das wichtige Thema auf Gemeindeebene angesprochen und erörtert wird, sofern Leute das Buch lesen und auswerten. Gut, dass es in dem Buch um eine ausgewogene biblische Bewertung als Zielsetzung geht, die zumindest als Mittellösung

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Whitefield: Oh, wie vorzüglich sind die Lehre der Erwählung und des Ausharrens der Gläubigen!

John Pipers schließt sein Buch Five Points toward a deeper experience of God’s Grace, das ich herzlich zur Lektüre empfehle, mit einigen Zeugnissen aus der Kirchgeschichte ab. Über George Whitefield (1714-1770) berichtet er (S. 87f.): Jonathan Edwards weinte offen, als George Whitefield in seiner Gemeinde predigte, weil er sah wie sehr Whitefield die Botschaft liebte, die er predigte. Whitefield, ein großer Evangelist, sagte: „Ich begrüße den calvinistischen Ansatz nicht wegen Calvin, sondern weil Jesus Christus mich

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Die Lehren der Gnade: Persönliche Berichte

Hanniel hat vor einigen Tagen in einem 8minütigen-Beitrag erzählt, wie er die Lehren der Gnade entdeckte und wie sie seinen gesamten Alltag verändern. Ich bin sehr dankbar für sein persönliches Zeugnis, weil er mir aus dem Herzen spricht. Manchmal, scheint mir, wird man als Anhänger der Lehren der Gnade als verkopfter Theologe, der unnötige Debatten führt, wahrgenommen. Man übersieht, dass diese Überzeugung nicht aus Liebe zu einem geschlossenen logischen System (das es auch gar nicht

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Jeder Christ glaubt an die Souveränität Gottes

In dem Buch „Prädestination und Verantwortung. Gott und Mensch in der Verkündigung“ zeigt J. I. Packer, dass letztlich jeder Christ an die Souveränität Gottes glaubt, ob er sich nun zum Calvinismus bekennt oder nicht. Die Tatsache, dass wir beten, ist der erste Beweis dafür: Wenn der Christ betet, ist es nicht ein Versuch, auf Gott einen Druck auszuüben, sondern das demütige Eingeständnis der Hilflosigkeit und Abhängigkeit. Wenn wir vor ihm niederknien, ist uns bewusst, dass

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