Christus allein

Kommentar: Der größte Widerstand gegen eine Reformation kommt aus der Mitte

Vor einigen Tagen hat Evangelium21 die verschriftlichte Form eines Vortrages von Albert Mohler herausgegeben, den er auf der letztjährigen Konferenz gehalten hat. Besonders folgende Aussage ist mir bis heute sitzen geblieben: Der größte Widerstand gegen eine Reformation kommt aus der Mitte, von denen, die sich nicht genau positionieren wollen, die den Frieden […] unbedingt wahren möchten. Das Motiv der „Mitte-Gruppe“ scheint auf den ersten Blick gar nicht so verkehrt zu sein: Ist es nicht besser,

Gottes Rechtsstreit: Wahrheit, Liebe, Gotteserkenntnis

In Hosea 4,1 spricht der Prophet einen Rechtsstreit an, den Gott mit seinem Volk führt: Hört das Wort des HERRN, ihr Söhne Israel! Denn der HERR hat einen Rechtsstreit mit den Bewohnern des Landes; denn keine Treue und keine Gnade und keine Erkenntnis Gottes ist im Land. Gott bemängelt das Fehlen von drei elementaren Dingen: (1) Wahrheit, (2) Liebe und (3) Gotteserkenntnis. Diese Anklage Gottes fordert uns als Volk Gottes heraus einmal innezuhalten, nachzudenken und

Hingabe an die Ortsgemeinde oder eine Bewegung?

Es kann verführerisch sein, sich als Teil einer neuen Bewegung zu betrachten. Ob New Calvinists, Radicals oder sonst etwas. Michael Horton macht darauf aufmerksam, dass die Gefahr besteht, darüber die Ortsgemeinde zu vernachlässigen. Warum? “In many ways, it’s more fun to be part of movements than churches. We can express our own individuality, pick our favorite leaders, and be swept off our feet at conferences. We can be anonymous. Although encouraged by like-minded believers, we

Luther: Ich habe nichts getan, das Wort hat alles bewirkt

Die Reformation im 16. Jahrhundert brachte bekanntermaßen gewaltige Veränderungen mit sich. Doch während ein sog. radikaler Flügel diese Veränderungen rigoros und rücksichtslos durchsetzen wollte, warnte Luther: Die Sache ist wohl gut, aber das Eilen ist zu schnell […] Du sprichst: Es ist richtig nach der Schrift. Das bekenne ich auch, aber wo bleibt die Ordnung? […] Zwingen will ich niemanden, denn der Glaube will willig, ungenötigt angenommen werden […]; ich habe allein Gottes Wort getrieben,

Überall hat Gott seine Leute

Manchmal erschlägt mich die Vielfalt der christlichen Meinungen. Besonders nach irgendwelchen Tagungen, wo man viele verschiedene Menschen und Ansichten kennenlernt. In den letzten Tagen bewegt mich folgende Passage aus einem Lied von Manfred Siebald: Mancher findet Gottes Leute nicht wo er sich auf sie freute – doch sie sind ihm sicher gar nicht fern. Manchmal nicht in großen Zahlen, manchmal nicht in Kathedralen – aber immer in der Nähe ihres Herrn. Gott und sein Reich

Warum gibt es so viel Streit unter Christen?

„Das Christentum kann nicht wahr sein, denn sonst würde es nicht so viele Streitigkeiten und Denominationen unter Christen geben.“ Bist du schon einmal dem Argument begegnet? Wie würdest du darauf reagieren? Erwin Lutzer bespricht in seinem Buch „Einig in der Wahrheit? Grundlegende Kontroversen in der Geschichte des Christentums“ die wichtigsten Debatten in der Kirchengeschichte. Er nennt in der Einführung vier Gründe, warum sich die Christen so schwer tun, absolut einig zu sein: Der Mensch ist begrenzt in

Demütige Orthodoxie

In den letzten Tagen habe ich auf verschiedenen Blogs eine Empfehlung des Buches Humble Orthodoxy von Joshua Harris bekommen. Bei folgender, aus dem Buch zitierter, Geschichte (nach Lukas 18) musste ich schmunzelnd und nachdenklich zugleich zustimmen: One day two men went to church to pray. The first man was a shallow, uninformed evangelical. Everything about him shouted of squishy theology. He didn’t know or use big theological words. He watched Christian TV and thought it was

Johannes Busch (14): Feingefühl ohne Menschenfurcht

Die Vorbereitung einer Predigt kann zu zweierlei verführen: Einerseits neigen wir dazu, ohne Rücksicht auf Verluste mit knallhartem Einsatz für die Wahrheit einzustehen – vor allem wenn wir meinen, etwas erkannt zu haben (was aber bekanntlich aufbläht). Andererseits ist da die Gefahr der Anpassung, damit man ja bloß niemandem auf die Füße tritt und keinen mit seiner Predigt verletzt. Ein Bericht über eine Predigt, die Johannes Busch in einer ihm fremden Gemeinde halten musste, ermutigt,

Theologie vs. "Einheit" – Die Wichtigkeit von reiner Lehre

Erwin Lutzer schreibt in dem Buch „Einig in der Wahrheit? Grundlegende Kontroversen in der Geschichte des Christentums“ am Schluss über die Tendenz, die Einheit der Kirche mit allen Mitteln zu erreichen – während die Lehre darunter leidet, wie er meint (und ich übrigens auch denke): Heute gilt Toleranz vielmehr als lehrmäßige Genauigkeit. Wir haben uns an christliche Talkshows gewöhnt, in denen Erfahrungen groß und Lehre sehr klein geschrieben werden. Einige der Kardinalforderungen christlicher Publizistik ist