Ratschläge an junge Prediger

Die Liste stammt von Charles Spurgeon, gefunden habe ich sie im Arbeitszimmer eines Predigers:

  1. Durch die Einleitung leite ein – Predige nicht.
  2. Wiederhole nicht unnötig; „inhaltslos“ wird beim 2. Mal nicht „inhaltsreich“.
  3. Sage es in 40 Minuten, sonst schweige.
  4. Darum – bereite dich gründlich vor.
  5. Lebe was du predigst, denn sonst lebst du umsonst.
  6. Predige mit Herz – wie willst du Halbherziges durch Halbherziges korrigieren?
  7. Verwende Bilder – lass die Wahrheiten sichtbar werden.
  8. Überrasche sie – Gib Acht, dass du nicht selbst einschläfst.
  9. Komm aus der Kammer auf die Kanzel.

Die Schuld der mangelnden Aufmerksamkeit liegt selten beim Zuhörer!

Predigten, die Leben verändern

Durch die Predigten von Charles Spurgeon ist das Leben vieler Menschen nachhaltig zum Besseren verändert worden. Die Predigten waren reines Dynamit, was die Kraft der Veränderung anbetrifft. Er predigte pures Evangelium. Was machte seine Predigten aus? Spurgeon:

I preach to them a calvinist creed and a puritan morality.

Ohne den Mund zu voll nehmen zu wollen, würde ich behaupten: Auch heute wird eine Predigt, die das calvinistische (paulinische!) Verständnis des Evangeliums mit einem hohen moralischen Anspruch (den ich z.B. in russlanddeutschen Gemeinden beobachte) paart, zu Dynamit. Würdet ihr das unterschreiben können?

Zitat: aus dem immer noch empfehlenswerten Vortrag von John Piper über Charles Spurgeon.

Gebet für ein der Lehre entsprechendes Leben

Als ernsthafte Christen möchten wir Gottes Gebote halten. Für uns ist klar, dass in ihnen die Grundlage für ein hochwertiges geistliches Leben liegt, was wiederum Gott die entsprechende Ehre gibt. Und doch sehen wir oft eine große Diskrepanz zwischen Lehre und Leben – bei Anderen und bei uns persönlich. Die Sehnsucht, Gottes Wort wirklich zu halten, findet sich auch in der Bibel. In Psalm 119, 5 heißt es:

O dass mein Leben deine Rechte mit ganzem Ernst hielte!

Spurgeon schreibt in seiner Auslegung dazu:

Auch in der Wahl dessen, worum wir beten, sollen wir uns von Gottes Wort leiten lassen. Aus uns selbst vermögen wir nicht, seine Rechte so zu halten, wie er es von uns verlangt und wie wir selbst gern möchten: was bleibt uns für ein Mittel als das Gebet? Wir müssen den Herrn bitten, seine Werke in uns zu wirken, sonst werden wir nie seine Befehle ausführen können. Dieser Vers ist ein Seufzer im Bewusstsein der Schuld, denn der Psalmist fühlt, dass er Gottes Rechte nicht mit ganzem Ernste gehalten hat; sodann ist er ein Seufzer im Bewusstsein der eigenen Schwäche, ein Hilferuf zu dem, der helfen kann, ein Angstruf des Verirrten nach einem Führer; es ist aber auch eine Bitte des Glaubens aus einem Herzen, das den Herrn liebt und vertrauensvoll auf seinen gnädigen Beistand hofft. […] Wir hätten mehr Täter des Wortes, wenn wir mehr Beter hätten, mehr Seelen, die seufzen und rufen um den göttlichen Gnadenbeistand zu solchem Tun.

 

Der Weg zum Heil: Unser Suchen oder Gottes Wirken?

Ein Beitrag von VH –

Charles Spurgeon schreibt:

„Der Gedanke traf mich: ,Wie bist du Christ geworden?‘ (Antwort) ,Ich habe den Herrn gesucht!‘ ,Aber wie bist du darauf gekommen, den Herrn zu suchen?‘ In diesem einzigen Augenblick leuchtete die Wahrheit in mir auf: Ich hätte ihn nicht gesucht, wenn er nicht schon vorher meine Gedanken beeinflußt hätte, indem er mich dazu brachte, ihn zu suchen. – ,Ich betete‘, so dachte ich. Aber dann fragte ich mich: ,Wie kam ich dazu zu beten?‘ ,Ich wurde durch die Heilige Schrift zum Beten ermuntert.‘,Wie kam ich dazu, die Heilige Schrift zu lesen?‘ ,Ich las sie, aber was hatte mich dazu gebracht?‘ – Da, in einem Augenblick, sah ich, dass Gott der Urgrund aller Dinge ist, dass er der Urheber meines Glaubens war, und so öffnete sich die ganze Lehre der Gnade vor mir … Ich verdanke meine ganze Veränderung nur Gott.“

aus: C.H. Spurgeon, Alles zur Ehre Gottes (Autobiographie), Wuppertal 1984, S. 97

Die rechte Art von Eifer

Charles Spurgeon:

Es macht keinen Sinn, nach mehr Eifer zu streben, es sei denn, es geschieht in der rechten Weise: Christus tiefer zu erkennen. Und wenn wir danach streben, im Eifer zu wachsen, wie gewisse Leute, die wir nennen werden, es getan haben, dann werden wir einen Eifer haben wie ein Haus, in dem Feuer ausgebrochen ist! Dies wird mehr schaden, als es Gutes hervorbringen wird. Es mag ein wenig Hitze entstehen und ein wenig Erleuchtung; aber es wird vergehen, nach und nach, und es wird nichts als schwarze Asche zurückbleiben, die die Gemeinden überall vergiften wird.Ich habe eine bestimmte Art von Erweckung in England gesehen, und ich kann immer sagen, wo es solche „Erweckungen“ gegeben hat aufgrund des von Narben gezeichneten Zustandes der Orte, wo sie anzutreffen waren. Diese sogenannten „Erweckungen“ entstanden durch euphorische Veranstaltungen, die von allerlei Predigern gehalten wurden, die seltsame Lehren erfunden haben, aber die nichts über die Gnade Gottes gesagt haben. Sie haben für eine Zeit die Menschen aufgewühlt und in eine Art religiösen Aufruhr versetzt, und sie haben eine buchstäbliche Wüste hinter sich gelassen. Bevor diese auftraten, gab es einen Garten des HERRN, aber hinter sich ließen sie Unfruchtbarkeit und Zerstörung.Die Gemeinde war gespalten; es gab eine Reaktion, und die Menschen wurden in einem höchst beklagenswerten Zustand versetzt. Wenn wir wahren Eifer haben, dann verkündigen wir die gute alte Lehre, wir verkündigen Jesus Christus und ihn als gekreuzigt; denn alles andere kommt vom Teufel, und der Hölle ist es zugeneigt; es wird Zerstörung und nicht das Heil hervorbringen.Solange wir uns an die Wahrheit Gottes halten, wird es genug an „Erweckung“ geben. Wir wollen nichts als das altmodische Evangelium, das die Welt wieder in Aufruhr versetzt. Obwohl Menschen neue Methoden ausprobiert haben, hat Gott nichts damit zu tun. Alle diese Irrlehren müssen hinweggetan werden, und das wahre Evangelium – das gekennzeichnet ist von der Gnade Gottes in der ganzen Souveränität der Erwählung – muss wieder gepredigt werden; und wenn es gepredigt wird in seiner ganzen Fülle, dann wird die Gemeinde voller Eifer sein, und dann wird Zion sich erheben und den Staub von sich abschütteln, um ihre schönen Gewänder anzulegen.

Charles Spurgeon, Predigt Growth in Grace. Herbst 1858 in der New Park Street Chapel.

Was wir in der Beschäftigung mit Gott finden

Charles Spurgeon im Alter von 20 Jahren:

In der Betrachtung Christi liegt ein Balsam für jede Wunde, im Nachdenken über den Vater liegt Beruhigung für jedes Leid, und im Wirken des Heiligen Geistes liegt Trost für jeden Schmerz. Sollen deine Sorgen sich verlieren? Und deine Ängste versinken? Dann geh hin, wirf dich in den tiefsten Ozean Gottes; verliere dich in seiner Unermeßlichkeit; und du wirst dich wiederfinden, wie nach einer kurzen Ruhepause, erfrischt und gestärkt. Ich kenne nichts, dass der Seele so gut tut, das die hohen Wogen von Sorge und Leid beruhigt, das so die Stürme der Prüfungen beschwichtigt, als gläubiges Bedenken des Göttlichen.

aus: Packer, James Innell, Gott erkennen. Das Zeugnis vom einzig wahren Gott, Bad Liebenzell 2005, S. 13-14.

Zum Advent: Erinnerung an Gottes Verheißungen

Ich habe festgestellt, dass wir uns fast täglich wieder neu an Gottes Verheißungen klammern müssen, weil wir so schnell nachlassen im Glauben. Viel zu schnell vergessen wir die Zusagen Gottes. Doch der Advent schreit uns doch förmlich zu: Gott ist treu, er hält sein Wort, keine seiner Zusagen bleibt unerfüllt, die Rettung naht bereits!

Hier ist z.B. eine wunderbare Perle, die uns den immer wieder dringend benötigten Mut erfrischen will:

Er wird sich wieder wenden, Er wird sich unsrer erbarmen; Er wird unsre Missetaten dämpfen; und Du wirst alle ihre Sünden in die Tiefe des Meeres werfen. Micha 7,19

Spurgeon schreibt dazu: Gott wendet sich nie von seiner Liebe, aber Er wendet sich bald von seinem Zorne ab. Die Liebe zu seinen Erwählten ist seiner Natur gemäß, sein Zorn ist nur seinem Amte gemäß: Er liebt, weil Er die Liebe ist. Er zürnt, weil es zu unsrem Besten notwendig ist. Er wird zurückkommen zu dem Orte, in dem sein Herz ruhet, nämlich der Liebe zu den Seinen, und dann wird Er Mitleid mit unsren Schmerzen haben und sie enden.
Was für eine köstliche Verheißung ist dies: “Er wird unsre Missetaten dämpfen!” Er wird sie überwinden. Sie versuchen, uns zu knechten, aber der Herr will uns durch seine Rechte Sieg über sie verleihen. Wie die Kananiter sollen sie geschlagen, unter das Joch gezwungen und schließlich getötet werden.
Was die Schuld unsrer Sünden betrifft, wie herrlich ist die hinweggenommen! “Alle ihre Sünden,” – ja, das ganze Heer derselben; “Du wirst werfen” – nur ein allmächtiger Arm kann solches Wunder vollbringen; “in die Tiefe des Meeres” – wo Pharao und seine Wagen versanken. Nicht in die seichten Stellen, wo sie von der Flut wieder freigespült werden könnten, sondern in die “Tiefe” sollen unsre Sünden geworfen werden. Sie sind alle dahin. Sie sanken auf den Grund wie ein Stein. Halleluja! Halleluja!

[aus: Kleinode göttlicher Verheißungen, Charles H. Spurgeon]
gefunden auf puritanum.

Einen gesegneten zweiten Advent!

Spurgeon über die Hölle

„Ihr Lieben, dies sind so gewichtige Dinge, dass ich während meines Redens darüber mich lieber hinsetzen und weinen würde als aufzustehen und zu euch zu sprechen.“

aus: Mark Driscoll, Doctrine, Crossway, S.427, gefunden: hier