Alone Yet Not Alone

In der letzten Ausgabe des Mitternachtsruf bin ich auf folgenden Artikel gestoßen:

Dieses Jahr erhielt wie aus heiterem Himmel das christliche Lied Alone Yet Not Alone („Allein, und doch nicht allein“) eine Oscar-Nominierung als bester Filmsong (Oscars sind die wohl berühmtesten Filmpreise). Hollywoods geschockte Elite witterte eine Verschwörung, weil der Komponist des Liedes, Bruce Broughton, einmal Vorsitzender der Musikbranche war, deren Mitglieder die besten Filmsongs des Jahres nominieren. Tatsächlich hat Broughton einigen Stimmberechtigten eine Lied-Aufnahme geschickt mit der Bitte, sich diese einmal anzuhören. Ein Mitglied der Musikbranche erklärte der Los Angeles Times, dass Wahlberechtigte immer wieder mal DVDs mit Filmclips erhalten. Trotzdem gab The Academy of Motion Pictures Arts and Sciences dem Sturm der Entrüstung nach und zog die Nominierung […] zurück […] Tatsächlich wäre ohne Broughton wohl keiner auf das christliche Lied aufmerksam geworden. Der Film dazu […] handelt von zwei Schwestern, die im 18, Jahrhundert von Delaware-Indianern entführt werden und trotz allem am Glauben festhalten. Interpretin von Alone Yet Not Alone ist die querschnittesgelähmte und recht bekannte Buchautorin Joni Eareckson Tada. Der Wirbel um die unerwartet und dann zurückgezogene Oscar-Nominierung hat auch ihre Person und damit ihr Zeugnis in den Blickpunkt säkularer US-Medien gerückt. Am Ende ist nicht wichtig, dass ein christliches Lied einen weltlichen Filmpreis hätte bekommen können, sondern vielmehr, dass Hollywood auf eine ihm höchst unliebsame und unübersehbare Weise an das Evangelium erinner wurde.

Hier das Lied:

Über das Kreuztragen

Joni Eareckson Tada
Justin Taylor macht in seinem Blog mit dem (wie ich finde, vielleicht etwas ungewöhnlichem) Titel „A Conversation with a Woman of Whom the World Is Not Worthy“ auf ein Interview mit Joni Eareckson Tada aufmerksam. Das Gespräch enthält wertvolle Gedankenanstöße. Unter anderem wird auch das Kreuztragen eines Christen angesprochen.
Joni macht folgenden Punkt (Minute 21:40):
Our cross, OK, let us define that real quick: When Jesus took up his cross, he was dying for the sins that you and the rest have committed, OK? So when we daily take up our cross, we are dying to the sins that he died for on his cross! So my cross to bear is not my wheelchair, it´s my attitude about my wheelchair. It´s your attitude about your dreaded job or about your irksome mother in law or your irritating kids or your husband. It´s your attitude! This is what I´ve got to put to death.
Wie ich finde, gut getroffen! Ich glaube es besteht die Gefahr, dass man das Kreuztragen bagatellisiert, auf das Ausüben gewisser Dinge, oder auf den Verzicht auf gewisse Dinge. „Tu dieses“, heißt es dann „lass jenes! Du bist Christ also jetzt trag dein Kreuz…“ Kreuztragen ist aber mehr: unsere fleischliche Einstellung gegenüber der Sünde muss sterben. Rechtes Kreuztragen geht an die Wurzel, Kreuztragen verändert das Denken. Kreuztragen führt somit schließlich zur Christusähnlichkeit. Es ist also genug Grund vorhanden, für eine positive Einstellung gegenüber dem Gebot „Nimm dein Kreuz auf dich und folge mir mach“.
Hier geht es zum Interview.

Joni Eareckson: Der Gott, den ich liebe

Ich las kürzlich die Lebensgeschichte von Joni Eareckson Tada, die sie in ihrem Buch „Der Gott, den ich liebe“ erzählt.
Joni beginnt ihr Buch mit Kindheitserinnerungen, erzählt aus dem Familienleben und berichtet von (für sie) prägenden Erlebnissen. Was den Bericht, wie ich finde, besonders wertvoll macht sind die Gedankengänge, an denen Joni den Leser teilhaben lässt. So berichtet sie zum Beispiel wie sie erstmals mit dem Schmerz bzw. dem Leid konfrontiert wurde, oder auch von der Krise, die sie in der Pubertät, sozusagen während des „erwachsen-werden“, durchmachte. Kennzeichnend für Joni ist auch ihre Liebe zu Pferden und zum Reiten. Durch den ganzen oben angedeuteten Teil, zeichnet sich in dem Buch natürlich auch ihr damaliges Gottesverständnis ab, welches ein typisch kindliches war: Gott ist oben im Himmel, Gott ist gut und Gott segnet wenn man die 10 Gebote hält. Das reicht für den Himmel.
Auf einem „Young Life“-Camp wird sie dann eines Abends mit dem biblischen Gott konfrontiert, der gerecht, groß und heilig ist. Die 10 Gebote überführen sie von ihrer Sünde. Nach der Veranstaltung geht Joni hinaus in die Nacht und auf einem Felsblock sitzend, durchdenkt sie ihre Vergangenheit und die Frage nach Erlösung. In dieser Nacht begreift Joni das Evangelium: es ist unmöglich, sich mit dem Halten der Gebote einen Weg zum Himmel zu erarbeiten! Man braucht einen Mittler. In dieser Nacht bekehrt sie sich zu Jesus Christus.
Weiter erzählt Joni von ihrem Christsein – und davon, dass sich in ihr, trotz der Bekehrung, sündige Triebe regen, die sie eigentlich ersticken soll, es aber nicht tut. Sünde macht sich breit. Joni ist in dieser Spannung – das mündliche Bekenntnis, Christ zu sein und das widersprüchlichem Leben – selbst nicht glücklich, was sie auch erkennt. Sie bittet Gott um Veränderung. Und diese geschieht im Sommer 1967. Joni Eareckson, 17 Jahre alt, fährt mit ihrer Schwester und dem Freund ihrer Schwester zum schwimmen. Hinten in der Bucht erblickt sie ein Floß, schwimmt hin und macht einen Kopfsprung ins Wasser – in der Annahme es sei tief. Joni schlägt mit dem Kopf auf und bricht sich das Genick. Ihre Schwester merkt, dass Joni nicht wieder auftaucht und zieht sie heraus. Joni kommt ins Krankenhaus. Hier muss sie sich noch einmal ganz neu mit Gott und ihrem Schicksal auseinander setzten. Auch hier wird der Bericht persönlich. Joni teilt dem Leser ihre Gedankengänge, Gefühle und Entwicklungen mit. Gott begegnet Joni schließlich in Form einer riesigen Christusstatue in dem Foyer einer Klinik. Sie fängt an zu begreifen, dass Gott ein Gott ist, der ihre Leiden versteht. Jesus möchte ihr Ruhe geben. Die geistliche Wiederherstellung beginnt.
Joni wird schließlich aus dem Krankenhaus entlassen und findet sich langsam ins „normale“ Leben ein. Sie fängt an zu schreiben, spielt in dem Film über ihr Leben, „Joni“, selbst die Hauptrolle (was eine Depression hinter sich zieht), wächst – trotz Schwierigkeiten – im Glauben, gründet die Organisation „Joni andFriends“, die behinderte Menschen auf der ganzen Welt unterstützt, und heiratet schließlich Ken Tada. Joni berichtet von der Arbeit von „Joni and Friends“, unter anderem auch von den interessanten Erfahrungen und Eindrücken, die hinter dem eisernen Vorhang gesammelt werden. Sie schließt mit weiteren persönlichen Lebenserfahrungen (oder Lebenssituationen) die für sie Wichtigkeit haben, aber auch den Leser zum Gottvertrauen auffordern und darin stärken.
Ich persönlich kann die ermutigende Lebensgeschichte nur empfehlen, zeigt sie doch wie Gott ein – menschlich gesehen – furchtbar tragisches Schicksal, welches einen in den Wahnsinn treiben kann, wenden kann. Nicht unbedingt in die Richtung die man sich sofort wünscht – Heilung – sondern ganz anders. Joni hat gelernt, und das bezeugt sie selbst, den Rollstuhl aus Gottes Hand dankend anzunehmen. Und Gott gebraucht einen sehr eingeschränkten Menschen auf wunderbare Weise.
Was man darüber hinaus lernt, ist dieses Leben wirklich als Geschenk zu betrachten. Das wir gehen und fühlen können ist nicht Verdienst, sondern Gnade.
„Der Gott, den ich liebe“ – durch das ganze Buch wird klar, wer dieser Gott ist: Jesus Christus, der von sich behaupten kann Weg, Wahrheit und Leben zu sein. Ich wünsche, dass auch wir auf ihn schauen und bekennen können: „Der Gott, den ich liebe“.  
Hier geht es zur Einkaufmöglichkeit.  

Wir dürfen leben!

Joni Eareckson schreibt in ihrer Biografie „Der Gott, den ich liebe“:
Erinnerung bedeutet mir alles. Als Kind konnte ich ein afrikanisches Veilchen auf einer Fensterbank anschauen und mir später das Blaugrün der Staubgefäße, die krausen Blätter und die blassroten Blüten ins Gedächtnis zurückrufen, wenn andere schon vergessen hatten, dass da überhaupt ein Fensterbrett war.
Im Jahr 1967 wurde meine Erinnerung lebenswichtig für mich. Es war das Jahr, in dem ich durch einen Tauchunfall gelähmt wurde.
Ich war fast zwei Jahre im Krankenhaus. Die meiste Zeit verbrachte ich in einem sogenannten Strykerrahmen auf dem Rücken, sodass ich die Zimmerdecke anstarren, oder umgedreht, sodass ich den Fußboden betrachten konnte. Mit einem Körper, der nicht mehr in der Lage war, sich zu bewegen oder irgendetwas zu empfinden, rief ich mir jeden einzelnen Ausflug an den Strand, jeden Ritt, jedes Tennisspiel, jedes Lied, kurz, alles ins Gedächtnis, drehte und wendete es wie einen Diamanten und kostete seine Farbe und Leuchtkraft voll aus. Wenn ich meine Hände nicht mehr gebrauchen konnte, musste ich alles daran setzten, mich zu erinnern, wie es sich anfühlte, eine Flasche Coca-Cola in der Hand zu halten und zu spüren, wie die eiskalten Tropfen am Glas hinab und über meine Finger rannen. Wenn ich nie mehr gehen konnte, musste ich jede Einzelheit des Gefühls, wie meine Zehen sich bewegten, wie sie sich streckten, krümmten oder wackelten, heraufbeschwören.
Dieser Bericht hat mich nachdenklich gestimmt: ist es nicht so, dass wir uns über so viel Belangloses aufregen? Wir klagen darüber, dass es uns so schlecht geht und dass wir so viel Arbeit haben. Wir klagen über schlechtes Wetter und sind böse wenn uns eine kleine Krankheit einholt. Und dabei vergessen wir: wir dürfen Leben! Wir können gehen, laufen, essen, trinken und Sport treiben! Warum? Ist das Verdienst? Selbstverständlich? Nein, es ist GNADE! Gott hat uns das geschenkt – sollten wir nicht vor Dankbarkeit und Freude, ihm gegenüber, überfließen? Alles was wir tun, unser ganzes  Leben, sollte eine Anbetung Gottes sein. 

Joni Eareckson Tada

Gestern habe ich einen interessanten Vortrag von Joni Eareckson Tada gehört. Joni Eareckson erzählt wie sie sich den christlichen Glauben als Kind vorstellte, von ihrer Bekehrung, vom tragischen Unfall und von den geistlichen Kämpfen, die sie vor und auch nach dem Unfall durchzustehen hatte. Und schließlich von dem Sieg Jesu in ihrem Leben. 

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