Christus allein

Reformationstag vs. Halloween

In gewisser Weise ist es ein wenig ironisch, dass Halloween und der Beginn der protestantischen Reformation auf einen Tag fallen – auf der einen Seite die (im wahrsten Sinne des Wortes) Heiden-Angst vor bösen Geistern, Dämonen und eine Flucht ins Okkulte, und auf der anderen Seite eine Rückkehr zum Evangelium von Jesus Christus, der den Bösen und alle seine Diener besiegt hat. Albert Mohler geht in seinem Essay „Halloween and the Dark Side – What

Der Götze Werksgerechtigkeit

Die folgenden Worte schrieb Martin Luther 1527. Luther stellt treffend fest, dass Werksgerechtigkeit nichts anders als Götzendienst und eine Degradierung Gottes ist: Außerdem ist auch das ein falscher Gottesdienst und die höchste Abgötterei, was wir bisher getrieben haben und was noch in der Welt regieret, darauf auch alle geistlichen Stände gegründet sind, welche allein das Gewissen betrifft, dass da Hilfe, Trost und Seligkeit in eigenen Werken suchet, sich vermisst, Gott den Himmel abzuzwingen, und rechnet,

Prädestination oder freier Wille?

Erwin Lutzer  führt nach einer kurzen Gegenüberstellung der beiden Positionen, die klassisch durch Erasmus (freier Wille) und Luther (unfreier Wille) vertreten wurden, folgenden hilfreichen Vergleich an: …die heutigen Evangelikalen sehen den Menschen als einen Ertrinkenden, dem Gott in seiner Gnade ein Seil zuwirft. Ob der Ertrinkende nach dem Seil greift oder nicht, das liege an seiner eigenen freien Entscheidung und Bereitwilligkeit. Und hat er einmal das Seil gepackt, muss er es festhalten bis zum Schluss.

Warum Martin Katharina heiratete

Luthers Ehe entspringt weder einer romantischen „Liebe auf den ersten Blick“, noch ist sie eine reine Vernunftehe. Sie ergibt sich quasi aus den Umständen und ist ein Teil von Luthers Auftrag. Würde nämlich Katharina in ihre katholische Heimat (Herzogtum Sachsen) zurückkehren, begebe Sie sich in schwerste Gefahr. Also muss für sie ein Ehemann gefunden werden. Luther sucht daher für die obdachlose Klosterfrau eine Unterkunft. Nach ein paar Fehlschlägen, sie mit Freunden zu verheiraten, verlobt er

Luther: Ich habe nichts getan, das Wort hat alles bewirkt

Die Reformation im 16. Jahrhundert brachte bekanntermaßen gewaltige Veränderungen mit sich. Doch während ein sog. radikaler Flügel diese Veränderungen rigoros und rücksichtslos durchsetzen wollte, warnte Luther: Die Sache ist wohl gut, aber das Eilen ist zu schnell […] Du sprichst: Es ist richtig nach der Schrift. Das bekenne ich auch, aber wo bleibt die Ordnung? […] Zwingen will ich niemanden, denn der Glaube will willig, ungenötigt angenommen werden […]; ich habe allein Gottes Wort getrieben,

Die seelsorgerliche Dimension des ‚extra nos‘

Im MBS Jahrbuch 2003 mit dem Themenschwerpunkt Seelsorge zeigt Elke Meyer in ihrem Artikel „Die seelsorgerliche Dimension des ‚extra nos‘ in der Rechtfertigungstheologie Martin Luthers“ sehr schön den Zusammenhang von Theologie und Seelsorge auf. Sie verdeutlicht in ihrem Artikel, dass der Kern der Theologie Luthers sich auch in seiner Seelsorge widerspiegelt. Theologie ist niemals eine rein intellektuelle Übung, sondern hat gravierende Konsequenzen für das Leben und für die Seelsorge (persönlich & an anderen). Was aber

Luther über den unfreien Willen

Luther in „De servo arbitrio“ von 1525 (Die Schrift ist als Antwort auf die von Erasmus von Rotterdam verfasste Schrift „Vom freien Willen De libero arbitrio“ zu verstehen; deswegen die persönliche Anrede): Du sagst: Wer wird sich Mühe geben, sein Leben zu bessern, wenn er hört, dass der freie Wille nichts sei? Ich antworte: Kein Mensch! Und keiner kann`s auch. Denn nach deinen Leuten, die ihr Leben ohne den Geist bessern, fragt Gott nichts, dieweil

Dem Lehr-Streit nicht aus dem Weg gehen

dazu Martin Luther: „Wenn ich auch mit der lautesten Stimme und klarsten Darlegung jedes Stück der Wahrheit Gottes bekenne mit Ausnahme genau jenes kleinen Punktes, den die Welt und der Teufel im Moment angreifen, dann bezeuge ich nicht Christus, wie lautstark auch immer ich mich zu ihm bekenne. Die Treue eines Soldaten beweist sich da, wo gerade der Kampf wütet. Außerhalb des Kampfes an der Front standhaft zu sein ist nichts anderes als Flucht und