Christus allein

Als ich am Kalvarienberg in Bad Tölz die Reformation feierte

Im November des letzten Jahres hatte ich die Gelegenheit, zusammen mit meiner Frau einen Spaziergang zum wunderschönen Kalvarienberg in Bad Tölz zu machen. Die Aussicht dort ist großartig: Weil es an diesem Tag zwar sehr schön, aber auch sehr kalt war, machten wir auch einen Abstecher in die Kalvarienbergkirche, die den Abschluss eines liebevoll gestalteten Kreuzweges bildet. Es ist spannend, die vielen Details in der Kirche zu analysieren. Im hinteren Teil der Kirche findet sich

Vom Vater des Glaubens lernen

In den ersten drei Kapiteln vom Römerbrief legt Paulus die totale Verderbtheit eines jeden Menschen dar, der aufgrund seiner Sünde unfähig ist, sich selbst durch Werke vor Gott zu rechtfertigen. Diese Darlegung mündet darin dass Paulus schreibt, dass die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, nur durch den Glauben an Jesus Christus erlangt wird, der das Sühnopfer für unsere Sünden ist (Röm. 3,22-27). In Kapitel 4 führt Paulus dann Abraham als Vorbild für die Gerechtigkeit aus

Die Kaiserin aller Fakultäten und Künste

Martin Luther in seinen bereits erwähnten Tischreden: Laßt uns die Bibel nur nicht verlieren, sondern sie mit Fleiß in Gottes Furcht und Anrufung lesen und predigen. Wenn sie bleibt, blüht und recht getrieben wird, so steht alles wohl und geht glücklich vonstatten. Denn sie ist das Haupt und die Kaiserin unter allen Fakultäten und Künsten. Wenn sie, die Theologie, am Boden liegt, so würde ich nach nichts fragen.

Luther in seinen Tischreden über das Wort Gottes

Am Sonntag habe ich gemeinsam mit einigen Freunden Auszüge aus Luthers Tischreden gelesen. Hier ein paar Eindrücke, die unter der Kategorie „Gottes Wort oder die Heilige Schrift“ (das „oder“ ist nicht im Sinne einer Entscheidung zu verstehen, die Begriffe werden synonym verwendet) zu finden waren. Luther zeigt auf, dass man sich die Bibel vom Heiligen Geist erklären lassen muss: Man soll die Heilige Schrift nicht nach unserer Vernunft messen, richten, verstehen und deuten, sondern sie 

Die Lehren der Gnade: Persönliche Berichte

Hanniel hat vor einigen Tagen in einem 8minütigen-Beitrag erzählt, wie er die Lehren der Gnade entdeckte und wie sie seinen gesamten Alltag verändern. Ich bin sehr dankbar für sein persönliches Zeugnis, weil er mir aus dem Herzen spricht. Manchmal, scheint mir, wird man als Anhänger der Lehren der Gnade als verkopfter Theologe, der unnötige Debatten führt, wahrgenommen. Man übersieht, dass diese Überzeugung nicht aus Liebe zu einem geschlossenen logischen System (das es auch gar nicht

Reformationstag vs. Halloween

In gewisser Weise ist es ein wenig ironisch, dass Halloween und der Beginn der protestantischen Reformation auf einen Tag fallen – auf der einen Seite die (im wahrsten Sinne des Wortes) Heiden-Angst vor bösen Geistern, Dämonen und eine Flucht ins Okkulte, und auf der anderen Seite eine Rückkehr zum Evangelium von Jesus Christus, der den Bösen und alle seine Diener besiegt hat. Albert Mohler geht in seinem Essay „Halloween and the Dark Side – What

Der Götze Werksgerechtigkeit

Die folgenden Worte schrieb Martin Luther 1527. Luther stellt treffend fest, dass Werksgerechtigkeit nichts anders als Götzendienst und eine Degradierung Gottes ist: Außerdem ist auch das ein falscher Gottesdienst und die höchste Abgötterei, was wir bisher getrieben haben und was noch in der Welt regieret, darauf auch alle geistlichen Stände gegründet sind, welche allein das Gewissen betrifft, dass da Hilfe, Trost und Seligkeit in eigenen Werken suchet, sich vermisst, Gott den Himmel abzuzwingen, und rechnet,

Prädestination oder freier Wille?

Erwin Lutzer  führt nach einer kurzen Gegenüberstellung der beiden Positionen, die klassisch durch Erasmus (freier Wille) und Luther (unfreier Wille) vertreten wurden, folgenden hilfreichen Vergleich an: …die heutigen Evangelikalen sehen den Menschen als einen Ertrinkenden, dem Gott in seiner Gnade ein Seil zuwirft. Ob der Ertrinkende nach dem Seil greift oder nicht, das liege an seiner eigenen freien Entscheidung und Bereitwilligkeit. Und hat er einmal das Seil gepackt, muss er es festhalten bis zum Schluss.

Warum Martin Katharina heiratete

Luthers Ehe entspringt weder einer romantischen „Liebe auf den ersten Blick“, noch ist sie eine reine Vernunftehe. Sie ergibt sich quasi aus den Umständen und ist ein Teil von Luthers Auftrag. Würde nämlich Katharina in ihre katholische Heimat (Herzogtum Sachsen) zurückkehren, begebe Sie sich in schwerste Gefahr. Also muss für sie ein Ehemann gefunden werden. Luther sucht daher für die obdachlose Klosterfrau eine Unterkunft. Nach ein paar Fehlschlägen, sie mit Freunden zu verheiraten, verlobt er

Luther: Ich habe nichts getan, das Wort hat alles bewirkt

Die Reformation im 16. Jahrhundert brachte bekanntermaßen gewaltige Veränderungen mit sich. Doch während ein sog. radikaler Flügel diese Veränderungen rigoros und rücksichtslos durchsetzen wollte, warnte Luther: Die Sache ist wohl gut, aber das Eilen ist zu schnell […] Du sprichst: Es ist richtig nach der Schrift. Das bekenne ich auch, aber wo bleibt die Ordnung? […] Zwingen will ich niemanden, denn der Glaube will willig, ungenötigt angenommen werden […]; ich habe allein Gottes Wort getrieben,