Christus allein

Die Bibel: an uns adressiert oder für uns geschrieben?

Ein Bekannter von mir besuchte kürzlich eine Bibelstunde, in welcher man sich über Johannes 16 austauschte. Einige Teilnehmer wendeten die Verse direkt auf sich an, indem sie zum Beispiel sagten: „Jesus sagt uns hier, dass wir ihn bald sehen werden (V.16)“. Über die Aussage Jesu, dass die Jünger ihn verlassen und sich zerstreuen würden (V.32), sagte man allerdings nichts und wendete sie auch nicht an. Als mein Bekannter seinen Sitznachbarn darauf aufmerksam machte und ihn

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Wie wir den New City Katechismus in unserer Familie verwenden

Wir saßen als Familie zusammen beim Mittagessen. Jedes unserer Kinder erzählte wie gewöhnlich, was sie am Vormittag im Kindergarten oder in der Schule erlebt hatten. Unser neunjähriger Sohn berichtete, dass es im Religionsunterricht um die Frage ging, wozu der Mensch auf der Welt ist. „Und“, fragte ich ihn, „zu welchem Ergebnis seid ihr gekommen?“ – „Es gab irgendwie keine richtige Antwort“, entgegnete er. „Weißt du denn, warum Gott uns erschaffen hat?“, fragte ich weiter. Er überlegte kurz

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Gedanken zum Nutzen des Kichenjahres

In meinem letzten Beitrag habe ich in groben Zügen die historische Herausbildung und den Aufbau des Kirchenjahres nachgezeichnet. An dieser Stelle möchte ich nur drei Gründe anführen, weshalb es Sinn macht, dem Kirchenkalender im (gemeindlichen) Alltag mehr Raum zu geben. Das Kirchenjahr bettet das (kalendarische) Jahr in einen biblisch-theologischen Rahmen. Wie aus dem letzten Beitrag hervorgeht, orientiert sich das Kirchenjahr an der zentralen Offenbarung Gottes in der Geschichte der Menschheit: nämlich dem Kommen seines Sohnes.

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Das Konzept des Kirchenjahres

In einem der Adventsgottesdienste des letzten Jahres in unserer Gemeinde wurde in einem Impulsbeitrag auf das Kirchenjahr Bezug genommen. Das erinnerte mich an eine längst verdrängte Ermutigung vonseiten meines lutherischen Onkels, mich doch mal intensiver mit dem Kirchenkalender auseinanderzusetzen. Sein Argument war damals, – wenn ich mich recht erinnere – dass hinter diesem Konzept wertvolle theologische Gedanken und Intentionen stecken, die dem Christenleben einen hilfreichen Rahmen geben. Ich möchte der Aufforderung meines Onkels an dieser

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Dietrich Bonhoeffer: Christi Lebensbaum auf dem verfluchten Acker Kains

In seinem Buch Schöpfung und Fall legt Dietrich Bonhoeffer die ersten drei Kapitel des Buches Genesis aus, geht in seinem letzten Kapitel allerdings zusätzlich auf Gen. 4,1 ein: „Und Adam erkannte sein Weib Eva, und sie ward schwanger und gebar den Kain.“ Mit Kain beginnt, so Bonhoeffer, die Geschichte des Todes; enden dürfen und müssen wir aber mit und bei Christus: Bonhoeffer beschreibt wunderschön (sowohl inhaltlich als auch sprachlich), wie wir in Christus das verlorene

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ESV Scripture Journal: Ein Erfahrungsbericht

Ich lese die Bibel häufig am iPad. Bei allen Vorteilen, die das mit sich bringt, vermisse ich manchmal, mit einem Bleistift und einigen Farbstiften in der Hand etwas im Text zu unterstreichen, bestimmte Aussagen und Begriffe zu markieren oder etwas zu umkreisen usw. Natürlich weiß ich, dass es Apps gibt, die das ermöglichen. Aber so ganz reibungslos wie in einem „echten“ Buch geht das nie. Seit einiger Zeit habe ich die ESV Scripture Journals für

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Das Zelt der Begegnung

Wenn wir vor mehr als dreitausend Jahren im Nahen Osten unterwegs wären, dann könnte es sein, dass wir mitten in der Wüste auf ein Zeltlager eines riesigen Volkes treffen würden. Wenn wir von außen an dieses Lager treten könnten, so würden wir zunächst auf die „Fremdlinge“ stoßen, dann auf die Stämme Israels und im Zentrum dieser zirkel-ähnlichen Anordnung würden wir auf das Heiligtum Gottes stoßen. Ein besonderes Zelt, das von allen anderen Zelten zu unterscheiden

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Neue, revidierte Menge-Übersetzung

In diesem Jahr jährte sich der Todestag Hermann Menges[1] zum 80-sten Mal. Die erste Begegnung mit Menge hatte ich durch die seiner Feder entsprungenen Bibelübersetzung: der Menge-Bibel. In dem Bücherregal meines Vaters befand und befindet sich heute noch die Hexapla, eine Gegenüberstellung mehrerer Bibelübersetzungen wie z.B. Schlachter, Albrecht und eben auch Menge. Was mir damals diese Übersetzung sympathisch machte, war vermutlich die gute Verständlichkeit im Vergleich zur Elberfelder, aber auch zur Schlachter-Übersetzung. Irgendwann hörte ich,

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Warum Evangelikale Gott vergessen haben

Vor einiger Zeit hat Collin Hansen mit Mark Galli, dem Chefredakteur von Christianity Today, über die Frage, warum Evangelikale Gott vergessen haben, gesprochen. Es geht dabei um die Gefahr, dass man bei allen möglichen christlichen Aktivitäten Jesus Christus vergisst. Unter anderem sprechen die beiden auch den besorgniserregenden Trend an, dass Evangelikale einfach nicht mehr ihre Bibeln lesen. Mark Galli stellt fest: So hilfreich diese Dinge [Editionen, die das Bibellesen erleichtern] in meiner Sicht auch sind,

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Der Unterschied zwischen „To-Do“ und „bereits getan“ in der Rechtfertigung

Ich bin vor einiger Zeit auf einen Artikel von Nicholas Davis gestoßen. Er hat mich sehr ermutigt, weil er so klar über die Forderung des Gesetzes und die Vorzüglichkeit der zugerechneten Rechtfertigung durch den Glauben spricht, die Gott den Gläubigen allein aus Gnade gibt. Hier gebe ich den Artikel mit freundlicher Genehmigung von Core Christianity in deutsch wieder (den Originalartikel kann man hier abrufen).  Es gibt diesen einen Unterschied, der den entscheidenden Unterschied im Christsein

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